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Jüterbog Eiskaltes Vergnügen: Teilnehmerrekord beim Neujahrsbaden
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Eiskaltes Vergnügen: Teilnehmerrekord beim Neujahrsbaden
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17:29 05.01.2020
Zum ersten Mal in der Geschichte des Neujahrsbadens traute sich eine Besucherin aus Peru ins eiskalte Becken. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

Glühwein, warme Decken, heiße Tänze und zum Abschluss ein Feuerwerk: Da sollte es einem doch warm werden. Oder? Die 51 Neujahrsbader, die am Sonntagnachmittag ins Jüterboger Schwimmbecken stiegen, werden mit Sicherheit verneinen.

„Fünf Grad hat das Wasser heute“, sagte Lutz Müller, Kreisleiter der Wasserwacht in Teltow-Fläming. „Wir haben extra drei Tage lang vorgewärmt“, fügt er mit einem Augenzwinkern an.

51 mutige Frauen und Männer wagten beim 12. Neujahrsbaden in Jüterbog den Sprung ins Wasser.

Seit mehr als zehn Jahren kommen die Hartgesottenen trotz einstelliger Temperaturen. Das Neujahrsbaden hat längst einen Stammplatz im Kalender vieler Jüterboger – wenn auch oft nur zum Zugucken vom Beckenrand aus. „Unsere Spaßveranstaltung ist zu einer echten Tradition geworden“, sagte Ortsverbandsleiter Uwe Grundmann aus Jüterbog, „das freut uns sehr.“

Zum ersten Mal über 50 Teilnehmer

Seit der Premiere im Jahr 2008 hat sich die Zahl der Teilnehmer verdoppelt und auch am Beckenrand tummeln sich heute mehr Schaulustige als damals. Am Sonntag meldete das DRK erneut einen Teilnehmerrekord: Zum ersten Mal knackt der Ortsverband bei den Schwimmern die 50er-Marke.

Der achtjährige John war einer der Jüngsten und sogar schon zum zweiten Mal beim Neujahrsbaden dabei. Quelle: Victoria Barnack

Mit dabei sind Männer und Frauen. Der Jüngste ist sieben Jahre alt, der Älteste weit über 80. Nur Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) musste am Sonntag aus gesundheitlichen Gründen passen.

Sein Vorgänger, Bernd Rüdiger, ließ sich das Neujahrsbaden aber genauso wenig nehmen wie Raues Vertreter aus dem Rathaus, Kämmerer René Wolter und Vize-SVV-Chef Falk Kubitza (SPD).

Sogar Gäste aus Südamerika dabei

„Zum ersten Mal hatten wir in diesem Jahr eine junge Frau aus Peru dabei“, kommentierte Lutz Müller vom Trockenen aus. „Wir werden langsam international.“ Woher die Badegäste kommen oder wie alt sie sind, ist aber spätestens in dem Moment egal, in dem sie ins Wasser steigen. Ausnahmslos finden es die Hartgesottenen dann doch wirklich „kalt“ im Wasser.

In den ersten Jahren wagten sich nur Männer ins Wasser. Inzwischen sind auch mehrere Frauen dabei. Quelle: Victoria Barnack

Während der Sprung – oder zumindest der sanfte Einstieg vom Beckenrand – für die Badegäste am Sonntag nur Spaß ist, hat das Neujahrsbaden auch einen ernsten Hintergrund. Die Wasserwachtler beginnen mit der Spaß-Veranstaltung nämlich ihre Jahressaison.

Rund 50 Aktive in der Wasserwacht

Dass die rund 100 Mitglieder beim DRK in Jüterbog dafür bereit sind, demonstrierten sie dann auch gleich. Die Technik war ausgestellt und zahlreiche Mitglieder standen für Fragen bereit. „Viele von uns engagieren sich in mehreren Bereichen“, erklärte Grundmann. „Rund die Hälfte aller Mitglieder ist unter anderem bei der Wasserwacht im Einsatz.“

Ohne Pumpe wäre das Becken gefroren gewesen. Quelle: Victoria Barnack

Eisrettungen im Winter gehören genauso zum Einsatzspektrum wie die Rettung unachtsamer Badelustiger im Sommer. „Das Retten von Menschen, die ins Eis eingebrochen sind, können wir aber immer seltener üben“, berichtete der Chef des Ortsverbandes, „das Wetter lässt es einfach kaum noch zu.“

Taucher sorgt für Sicherheit im Becken

Doch Uwe Grundmann warnt: Weniger gefährlich ist es im Winter deshalb nicht. „Eine dünne Eisschicht auf dem Wasser schätzen viele Menschen schnell falsch ein“, sagte er. Genau so eine lag am Sonntag auf dem 25-Meter-Schwimmbecken direkt neben den Sprungtürmen. Unter Letzteren haben die Rotkreuzler allerdings eine Pumpe installiert. Die machte das Wasser zwar nicht wärmer, aber immerhin eisfrei.

Auch der Rettungstaucher hat seinen Spaß: Beim Neujahrsbaden ziehen ihn die Kollegen an. Quelle: Victoria Barnack

„Ein Kollege geht im Tauchanzug ins Becken und sorgt für die Sicherheit“, erklärte Ortschef Grundmann. Nach einer halben Stunde und gut der Hälfte aller Schwimmer wurde am Sonntag aber auch ihm langsam frisch.

„Passiert ist bis jetzt noch niemanden etwas“, berichtete Grundmann, der zum Start des Jahres 2020 vor allem einen Wunsch hat: „Von allen Einsätzen wollen wir immer heil und gesund wieder nach Hause kommen“, sagte er.

Von Victoria Barnack

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