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Jüterbog Intensive Gespräche mit der Landesregierung
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Intensive Gespräche mit der Landesregierung
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20:01 16.08.2018
Im Treffpunkt "Arche" setzten sich Geflüchtete, ehrenamtliche Helfer und die Gäste aus der Politik zum Gespräch an einem Tisch. Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

Hoher Besuch hatte sich für Donnerstagnachmittag in Jüterbog angekündigt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wollte die Jüterboger Flüchtlingshilfe und die Freiwillige Feuerwehr besuchen. Woidke wollte sich für die ehrenamtliche Arbeit bedanken und über Probleme und Ängste mit den Ehrenamtlern sprechen. Doch vor der ersten Station, dem Treffpunkt „Arche“ in der Großen Straße, stieg nicht Woidke aus dem Wagen, sondern Staatskanzlei-Chef Martin Gorholt (SPD). Planänderung.

Aufgehalten vom Gesundheitsausschuss musste Woidke die Termine in Jüterbog kurzfristig absagen. Nun stellte sich also Gorholt den beiden Diskussionsrunden und nahm stellvertretend für die Landesregierung einige Anregungen aus Jüterbog mit nach Potsdam. Ebenso anwesend zu den Terminen waren Landtagsabgeordnete Erik Stohn (SPD) und die Landrätin des Kreises Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke).

Treffpunkt „Arche“ für ein Jahr gesichert

Nach der ersten Begrüßung durch die Jüterboger Flüchtlingshelfer ging es für die Gäste zunächst in die Räume der „Arche“. Seit knapp vier Jahren gibt es die Flüchtlingshilfe in Jüterbog und hat inzwischen 25 Ehrenamtler, die sich tagtäglich für eine bessere Integration Geflüchteter in ihrer Stadt einsetzen. Die Ehrenamtler organisieren öffentliche Veranstaltungen, unterstützen Familien bei der Suche nach Kita-Plätzen oder der Einrichtung ihrer ersten, eigenen Wohnung.

„Es ist eine tolle Arbeit, die die Flüchtlingshilfe hier leistet und ein Vorbild für das ganze Land“, sagte Martin Gorholt anerkennend. Im Namen des Ministerpräsidenten würdigte er die freiwillige Arbeit mit einem Scheck über 13.920 Euro. Dies sei die exakte Summe, die die Flüchtlingshilfe benötige, um die Miete in der Großen Straße ein Jahr lang weiter zu finanzieren.

Harte Grenzen für beide Seiten

Neben vielen guten Beispielen von Integration in Jüterbog und der starken Präsenz der Flüchtlingshilfe, haben deren Mitglieder aber auch immer wieder mit negativen Erlebnissen wie persönlichen Anfeindungen zu kämpfen. Zu einem der wohl größten Rückschläge zählte ein Brandanschlag auf die Turmstube, dem damaligen Treffpunkt der Flüchtlingshilfe, Ende des Jahres 2015. Erst vor Kurzem wurden die Täter dafür vor Gericht verurteilt. „Wir wissen auch aus Umfragen, dass viele Menschen Ängste haben“,erklärte Martin Gorholt die aktuelle Einstellung vieler Brandenburger gegenüber Geflüchteten. Die deutliche Mehrheit sei aber nach wie vor für ein weltoffenes Brandenburg.

Trotzdem erklärte Martin Gorholt auch, dass die Flüchtlingspolitik weiterhin für Auseinandersetzungen sorge und dass Rechtsextremisten, genauso wie auch kriminellen Einwanderern eine harte Grenze gesetzt werden muss.

Angst vor Ankerzentren in Brandenburg

Flüchtlingshelferin Elke Naujokat nutzte die Anwesenheit des Staatssekretärs, um die mögliche Einführung von Ankerzentren im Land Brandenburg anzusprechen. In diesen Aufnahmestellen sollen Asylbewerber verweilen, bis sie entweder in die Kommunen verteilt oder aber in ihr Herkunftsland abgeschoben werden – aus Sicht der Flüchtlingshelfer unmenschliche Bedingungen. Naujokat plädierte deshalb auf die Standhaftigkeit der Landesregierung, die Einführung solcher Zentren in Brandenburg abzulehnen. Mit Blick auf die Zukunft die Flüchtlingspolitik und die Entwicklung in Jüterbog gab es aber auch optimistische Töne. Ehrenamtler Werner Simonsmeier sagte: „Ich habe die Hoffnung, dass unsere Arbeit hier irgendwann gar nicht mehr so nötig sein wird.“

Kameraden fordern mehr Unterstützung vom Land

Auch bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Jüterbog und den Ortsteilen gibt es eine ganze Reihe an Wünschen, die erfüllt werden möchten. Den Anfang machte da ebenfalls ein Scheck über 8500 Euro für einen dringend benötigten Kühlanhänger sowie drei Kisten alkoholfreies Radler. Die passenden Sitzgelegenheiten für ein kameradschaftliches Miteinander nach dem anstrengenden Einsatz legten zudem der Landtagsabgeordnete Erik Stohn sowie der Jüterboger Stadtverordnete Hendrik Papanroth obendrauf.

Erik Stohn, Feuerwehrchef Lutz Selent und Martin Gorholt (v.l.n.r.) bei der Scheckübergabe in Jüterbog. Quelle: Isabelle Richter

Trotzdem sind solche Zuwendungen für die Freiwilligen Feuerwehren auf dem Lande nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hauptamtliche Kräfte, mangellose Geräte und vorbeugende Waldbrandschutzmaßnahmen seien aus Sicht von Kreibrandmeister Tino Gausche einfach notwendig, um die Zukunft der Freiwilligen Wehren auf dem Land zu sichern und vor allem den Ehrenamtlern die Arbeit zu erleichtern. „Wir brauchen jetzt große Schritte – kleine Schritte haben wir schon genug gemacht. Wir sollten nicht mehr Zeit verschwenden“, so Gausche zu Gorholt.

Landrätin sieht diesen Sommer als Warnschuss

Auch Landrätin Kornelia Wehlan war der Meinung, dass in der Landesregierung mehr passieren müsste, als ab und an ein paar Prämien für die Einsatzkräfte zu verteilen. Als Fazit der letzten Wochen erklärte sie: „Es ist ein besonderes Jahr, aber auch ein Jahr, in dem wir uns auf die Zukunft vorbereiten müssen.“ Es sei an der Zeit, Konsequenzen aus diesem Sommer zu ziehen und Notfallkonzepte für solche Extremsituationen zu erarbeiten. Gorholt nahm die Anregungen mit und kündigte an, dass sich das Kabinett für Brand- und Katastrophenschutz schon voraussichtlich am Dienstag über diese Thematik austauschen werde.

Von Isabelle Richter

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