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Jüterbog Brandenburgs älteste Mittelton-Orgel erklingt wieder
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14:03 22.08.2018
Die historische Wagner-Orgel der Nikolaikirche in Jüterbog wurde restauriert: alte und neue Pfeifen des Instruments. Quelle: privat
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Jüterbog

Am Samstag 1. September um 19 Uhr wird das erste Konzert auf der historische Werner-Orgel der Jüterboger Nikolaikirche nach der Restaurierung erklingen. Knapp ein Jahr lang wurden die Orgelpfeifen gereinigt und instandgesetzt.

Die mitteltonige Stimmung als Besonderheit

Das aus dem Jahr 1657 stammende, von Orgelbauer Christoph Werner gebaute sogenannte Positiv, das sich direkt im Altarraum befindet, ist Brandenburgs ältestes Instrument seiner Art. „Das Besondere ist dabei nicht sein eher gewöhnlicher Klang, sondern seine mitteltonige Stimmung“, erläutert Kreiskantor Peter-Michael Seifried. Dieser Klang wurde bei der Restaurierung zurückgewonnen.

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Orgelbaumeister Tobias Herold von der Firma Schuke hat das Jüterboger Instrument zerlegt und neu zusammengebaut. Quelle: privat

Die Orgel befindet sich direkt im Altarraum, denn das kleine Instrument mit fünf Registern war ursprünglich nur für den liturgischen Gebrauch bestimmt. Es durchlebte alle Umbrüche der Musikgeschichte mit ihren Spuren über Renaissance, Barock, Klassik bis hin zur Romantik. Die jeweiligen Umbauten entsprachen zwar dem Zeitgeist, schadeten aber dem wertvollen Instrument. Bei der Restaurierung durch die Berliner Orgelbaufirma Karl Schuke gelang es, den klanglichen Originalzustand wiederherzustellen.

150 000 Euro Fördermittel plus Spenden für Restaurierung

Möglich machten dies auch zahlreiche Privatspenden sowie 150 000 Euro aus Fördermittel von Bund und Land. Den Bescheid hatte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) vor einem Jahr persönlich nach Jüterbog gebracht.

Ministerin Martina Münch übergab im August 2017 einen Fördermittelbescheid an Pfarrer Bernhard Gutsche (r.) und Kreiskantor Peter Michael Seifried. Quelle: Uwe Klemens

Mit dem Konzert am 1. September soll all denen, die das Projekt unterstützt haben, gedankt werden. Musikalisch dazu beitragen werden der britische Organist Leonard Sanderman und das Samuel-Scheidt-Ensemble unter Leitung von Kreiskantor und Kirchenmusikdirekter Peter-Michael Seifried.

Von Alexander Engels

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