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Jüterbog Finanzexpertin fordert Kassensturz
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18:12 14.08.2019
Bürgermeisterkandidatin Jaqueline Neumann inmitten ihrer Familie, die sie unterstützt. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog

Sie ist die einzige Frau in der Riege der Bürgermeisterkandidaten, die sich in Jüterbog am 1. September zu Wahl stellen. Aber Jaqueline Neumann (47) steht nicht allein da. Die neugewählte Stadtverordnete erhält in ihrem Wahlkampf Unterstützung von ihren Mitstreitern im Bürgerbündnis Jüterbog (BBJ). „Auch meine Familie steht voll hinter mir“, sagt die sportliche Frau stolz.

Wie zum Beweis sind Ehemann Stefan (50, selbstständiger Küchenplaner) sowie die Söhne Lukas (19, Student) und die Zwillinge Jonas und Elias (15) zugegen, als Jaqueline Neumann die MAZ in ihrem Einfamilienhaus empfängt. Nach dem Interview am Küchentisch trommelt die Hausherrin ihre vier Männer zusammen zum Gruppenfoto im Garten. Selbst Hündin Lotta und Katze Luna hören (fast) aufs Wort.

Unzufrieden mit der Politik

Jaqueline Neumann ist erst vor kurzem in die Kommunalpolitik eingestiegen. Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass sich das Bürgerbündnis gründete, dem sie mit ihrem Mann beitrat – aus Unzufriedenheit mit der Politik und dem Erscheinungsbild der Stadt sowie mit dem „selbstherrlichen Rathauschef“, wie es über den Amtsinhaber Arne Raue (WsJ) in der Wahlkampfzeitung des BBJ heißt.

MAZ-Forum zur Bürgermeisterwahl

Am 1. September wird in Jüterbog ein neuer Bürgermeister gewählt. Gegen Amtsinhaber Arne Raue (WsJ) treten drei Kandidaten an: Jacqueline Neumann (BBJ), Dirk Marek (Einzelkandidat), Clemens Neumann (Einzelkandidat). Zur Bürgermeisterwahl in Jüterbog veranstaltet die MAZ am 22. August um 18.30 Uhr ein Wahlforum in der Wiesenhalle, Friedrich-Ebert-Straße 65.

Dort haben Besucher die Möglichkeit, den Kandidaten Fragen zur Zukunft der Stadt zu stellen.

Wichtige Änderung:Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kommen Sie vorbei!

Darin wird Raue hart attackiert. „Im Rathaus regiert Angst“, heißt es dort zum Beispiel. Dies führte bereits zu unterschiedlichsten Reaktionen von Zustimmung wie „Endlich sagt mal jemand was“ bis zu „Wie kann man nur“. Vor allem das Piktogramm mit dem Männchen, das vor dem Rathaus ein Hakenkreuz in den Mülleimer wirft, sorgte für viel Aufregung.

„Gegen jegliche Gewalt“

„Wir wollen damit nur ausdrücken, dass wir gegen jegliche Gewalt in der Stadt sind“, sagt Jaqueline Neumann. Immerhin gab es Brandanschläge auf den kirchlichen Jugendtreff Teestube und auf das Flüchtlingsheim. „Dazu hat es nie eine klare Stellungnahme der Stadt gegeben“, kritisiert die Bürgermeisterkandidatin den Amtsinhaber.

Aber nicht nur die ihrer Meinung nach schädliche Außenwirkung Raues treibt Jaqueline Neumann um, sondern auch dessen interne Amtsführung. Allein, dass es seit seiner Zeit als Bürgermeister keinen geprüften Jahresabschluss gibt, macht die Finanzexpertin fassungslos. Als ausgebildete Steuerfachangestellte habe sie so etwas schon für viele Unternehmen unterschiedlicher Größe erstellt. „Dafür braucht man keinen Beratervertrag über 100.000 Euro abzuschließen“, sagt sie.

Haushalt viel früher aufstellen

Auch der Haushaltsplan müsse viel früher aufgestellt werden „und nicht erst im 3. Quartal, wenn das Geld nicht mehr ausgegeben werden kann“, sagt Neumann. „Wo ist es geblieben?“, fragt sie und fordert einen Kassensturz. Sich einen finanziellen Überblick zu verschaffen und das Betriebsklima im Rathaus zu verbessern, wären ihre ersten Maßnahmen als Bürgermeisterin.

Für ein solches Amt fühlt sich Jaqueline Neumann durchaus gerüstet. Seit zehn Jahren ist sie bei der Kreisverwaltung Teltow-Fläming angestellt, hat nebenbei ein Studium zur Verwaltungsfachwirtin absolviert, war fünf Jahre in der Kämmerei tätig und ist derzeit Sachgebietsleiterin im Sozialamt und als solche für fünf Fachbereiche und 15 Mitarbeiter verantwortlich.

Wahlkampf während des Jahresurlaubs

Derzeit opfert Jaqueline Neumann ihren Jahresurlaub für den Wahlkampf, steht oft mit ihrem ältesten Sohn auf dem Markt und ist in den Ortsteilen zu Bürgergesprächen unterwegs. Ihr Konterfei prangt inzwischen an den elf kleinen Litfaßsäulen der Stadt. In dieser Woche wird die zweite Faltkarte mit ihren Ideen für die Stadt an alle Haushalte verteilt, und es werden noch zehn Banner aufgestellt, vier in der Kernstadt Jüterbog und sechs in den Ortsteilen.

Von Hartmut F. Reck

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