Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Jüterbog Dialog bringt Annäherung
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Dialog bringt Annäherung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:36 25.04.2018
Pfarrer Bernhard Gutsche: „Schließung war richtig.“ Quelle: Peter Degener
Jüterbog

In die Kontroverse um die als Zeichensetzung gedachte Schließung der beiden Türme und der Aussichtsplattform der Jüterboger Nikolaikirche kommt Bewegung. „Über die Medien hatte ich schon am Wochenende davon erfahren, gleich am Montag habe ich per E-Mail Pfarrer Gutsche kontaktiert und ein gemeinsames Gespräch vorgeschlagen, der Terminvorschlag kam genauso kurzfristig“, sagt Bürgermeister Arne Raue (parteilos). Bereits am Dienstag Abend trafen sich Stadtoberhaupt, Pfarrer und ein Vertreter des Gemeindekirchenrates (GKR) zur Aussprache. Annäherung statt Konfrontation war der erklärte Wunsch beider Seiten.

Der Brisanz des Themas bewusst

Ohne namentlich genannt zu werden, in einer Erklärung des GKR als „Würdenträger der Stadt“ verklausuliert, war vor allem der Bürgermeister wegen seiner Haltung zur Arbeit der Jüterboger Flüchtlingshilfe kritisiert worden. Anlass der Kritik war die aktuelle Debatte über den Umgang mit strafbaren Handlungen von Flüchtlingen. „Da ich mir der Brisanz des Themas natürlich bewusst war, habe ich mich ausdrücklich zurückgehalten“, erläuterte Raue am Dienstag in einem Gespräch mit der MAZ.

„Gespräch was sachlich und sehr, sehr offen“

Einen Tag später scheint die Kommunikation zwischen Kirchgemeinde und Bürgermeister wieder auf dem Weg der Besserung. „Das Gespräch war sehr sachlich und sehr, sehr offen“, freut sich Arne Raue, der das bewährte Miteinander im Vorfeld des Konfliktes gern wiederherstellen möchte. Als Ursache der Vorwürfe gegen ihn sieht er sein Posting auf seiner privaten Facebook-Seite. Nach Bekanntwerden der innerhalb der Flüchtlingshilfe geführten Diskussion um die Öffentlichmachung begangener Delikte stellte er ohne weiteren Kommentar den Wortlaut des Paragrafen 258 des Strafgesetzbuches ins Netz. „Dies könne nach Meinung der evangelischen Kirche Jüterbog so interpretiert werden, als würde ich Pfarrerin Falk eine Straftat unterstellen“, sagt Raue, „die Kirche ließ zwischenzeitlich prüfen, ob der von mir zitierte Paragraf zum Tragen kommt und kommt zu dem Ergebnis, dass dies nicht so sei.“

Missverständnisse aus dem Weg geräumt

Es habe einen „lebhaften, teilweise sehr konträren, aber sachlichen Austausch“ mit den Kirchenvertretern gegeben. „Es konnten Missverständnisse ausgeräumt werden“, erklärt Raue, „die Vermutung von strafbaren Handlungen stehen nicht mehr im Raum.“

Zufrieden mit dem Gespräch zeigt sich auch Bernhard Gutsche. „Nun werden wir im GKR , unabhängig vom Ergebnis des geplanten Gesprächs mit Stadtverordneten, so schnell wie möglich überlegen, wie wir weiter verfahren und ob wir die Türme wieder öffnen“, sagt er, „die Worte des Bürgermeisters ist in meinen Augen eine Bestätigung, dass die Schließung richtig war.“ Auf Initiative von Falk Kubitza (SPD), treffen sich Freitagabend Stadtverordnete und Kirchenvertreter.

Von Uwe Klemens

Die Sperrung der Türme der Jüterboger Nikolaikirche wird von Bürgermeister Arne Raue (parteilos) kritisiert. Es habe vorher keine Gespräche dazu gegeben. Doch jetzt kommt Bewegung in die harten Fronten.

20.04.2018

Auf der Millionenbrücke in Jüterbog wurde am Montagabend ein Radfahrer zusammengeschlagen. Der betrunkene Mann gab vier Jugendliche südländischen Typs als Täter an. Die Polizei ist aber noch skeptisch.

17.04.2018

Mit zwei Waggons und einer Hand voll Gleisen fing alles an. Die Erfüllung eines Kindheitstraums feiert Geburtstag.

20.04.2018