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Jüterbog Die Nachwuchs-Strategie
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17:43 03.08.2018
Kfz-Meister Christoph Scheer (33), die beiden Azubis Niclas Lehmann (19) und Pascal Berg (20), sowie Kfz-Handwerksmeister Gerd-Reiner Kuhl (56, v.l.) sind Teil des Teams des Jüterboger Autoforums Prokop. Quelle: Katja Schubert
Jüterbog

Die Kraftfahrzeug-Branche hat wie die meisten Handwerksbereiche seit einigen Jahren mit einem Mangel von Auszubildenden zu kämpfen. Das Bestreben, mehr junge Menschen an den Berufszweig des Kfz-Mechanikers oder des Automobilverkäufers heranzuführen, veranlasste die Kfz-Innung Jüterbog/Luckenwalde dazu, bei der Nachwuchsförderung neue Wege zu beschreiten.

„Wir sind bemüht, unser Handwerk für kommende Azubis attraktiv zu gestalten. Neben einer qualifizierten Ausbildung und den fachlichen sowie finanziellen Vorteilen einer Innungs-Mitgliedschaft bieten wir deshalb auch mehrmals im Jahr Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten für alle Mitarbeiter an“, berichtet Gerd-Reiner Kuhl (56), KFZ-Handwerksmeister und Vorstandsmitglied der Innung.

„Ich bilde seit mehr als 27 Jahren Lehrlinge aus, anfangs konnten wir uns vor Bewerbern kaum retten. Vor einigen Jahren kam dann der große Azubi-Mangel, der sich zumindest bei uns glücklicherweise wieder gelegt hat“, sagt Kuhl. Das mag nicht zuletzt an den vielen Sonderkonditionen und betrieblichen Vorteilen liegen, die der Handwerkerverbund der 32 Autohäuser und Werkstätten in Jüterbog und Luckenwalde bietet.

Die Innung hat fachliche Beratung, eine starke Vernetzung der einzelnen Betriebe, finanziellen und bürokratischen Erleichterungen sowie Seminaren und Lehrgängen zu aktuellen Gesetzesänderungen, Brancheninformationen und Forschungsneuheiten im Angebot. Außerdem richtet sie für Mitglieder regelmäßige Freizeitprogramme aus, die die Kollegialität untereinander stärken sollen.

„Wir versuchen natürlich, die Ausflüge mit unserem Berufsfeld zu kombinieren. So waren unsere Leute auch schon im Leipziger Porsche-Werk und in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Es wird immer ein abwechslungsreiches Programm geboten“, berichtet Kuhl. Doch nicht nur um die berufserfahrenen Kollegen kümmert sich die Kfz-Innung: „Wir sind bei Ausbildungsmessen und öffentlichen Veranstaltungen vertreten, wir bieten Schülern Praktika an und versuchen durch starke Medienpräsenz und Schulbesuche für Berufszweige wie den Kfz-Mechatroniker zu werben. So machen wir den Nachwuchs schon jung mit uns vertraut.“

Die Innungsfahrt der Kfz-Innung Jüterbog/Luckenwalde ging in diesem Jahr nach Erfurt, mit Zwischenstopp im Rotkäppchen-Werk. Quelle: Privat

Nachteile gäbe es keine bei der Kreishandwerkerschafts-Innung, meint Kuhl, der als Kfz-Meister beim Jüterboger Autoforum „Prokop“ tätig ist. Besonders die gute Vernetzung untereinander sei ein großer Vorteil, die sich beim Austausch von Know-how und Spezialwerkzeugen zeigt. „Dazu kommen ein lockeres Arbeitsklima, eine praktische, qualitativ hochwertige Ausbildung und hohe Übernahme- und Aufstiegschancen, die das Arbeiten bei uns so attraktiv machen“, sagt er.

Auch beim diesjährigen Maibaumaufstellen zeigten sich die Kfz-Profis von ihrer besten Seite und warben für ihren Beruf. Quelle: Privat

Von Katja Schubert