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Jüterbog Die Nuthe ist völlig ausgetrocknet
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Die Nuthe ist völlig ausgetrocknet
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09:03 31.08.2019
Nur noch Schlamm: Manfred Schenke aus Rohrbeck an der ausgetrockneten Nuthe neben seinem Hof. Quelle: Hartmut F. Reck
Rohrbeck

„Die Nuthe hier in Rohrbeck ist ja völlig ausgetrocknet“, sagt Manfred Schenke ganz aufgeregt am Telefon. „Sie müssen mal herkommen und sich das anschauen“, bat er die MAZ-Redaktion. „Hier steht kein Tropfen Wasser mehr im Flussbett und alle Fische sind tot.“

Der 82-jährige Landwirt führt den Besuch durch die riesige Scheune seines Bauernhofs. Denn dahinter fließt die Nuthe entlang – oder besser gesagt: Sie floss da mal entlang.

Nur noch matschig

Der Bachverlauf ist noch gut zu sehen. Und entlang dieses Grabens ist es noch immer etwas grüner als weiter entfernt davon. Aber tatsächlich ist dort so gut wie kein Wasser zu sehen. „Flussaufwärts“ von der kleinen Fußgängerbrücke, die aus zwei ehemaligen Betonpfeilern und einem hölzernen Handlauf besteht, ist noch etwas Feuchtigkeit zu erkennen und ein paar kleine Pfützchen. Aber mehr auch nicht. Und „flussabwärts“ in Richtung der Straßenbrücke ist das Flussbett völlig ausgetrocknet, beziehungsweise noch etwas matschig, aber eben mehr auch nicht.

Dabei ist die Quelle der Nuthe gerade mal zweieinhalb Kilometer entfernt. Der kleine Fluss, der normalerweise bis ins etwa 65 Kilometer entfernte Potsdam sein Wasser führt und dort in die Havel mündet, entspringt zwischen Niedergörsdorf und Dennewitz.

Einst Hochwassergefahr für Niedergörsdorf

„Zu Zeiten der Melioration wurde die Nuthe sogar noch nach oben verlängert“, erinnert sich Uwe Strahl, Sachgebietsleiter Wasser, Boden und Abfall beim Umweltamt des Landkreises Teltow-Fläming. Weiterhin seien damals noch Gräben gezogen worden, wegen der Hochwassergefahr für Niedergörsdorf.

Diese Gefahr besteht derzeit nicht, zumal die Quelle der Nuthe ohnehin schon versiegt sei, meint Martin Sickert, Meister für Wasserbau beim Wasser- und Bodenverband Nuthe-Nieplitz. Dass die Nuthe weiter unten Richtung Luckenwalde. Trebbin und Potsdam dann doch Wasser führe, komme durch die Einspeisung aus Seitengräben.

Trockene Oberläufe von Nuthe und Dahme

Bei so wenig Niederschlag in diesem und im vergangenen Sommer sei der Wassermangel kein Wunder. Dabei habe es in diesem Sommer immerhin schon mehr geregnet als im Sommer 2018. Aber das scheint die Trockenheit nicht auszugleichen. „Ohne Regen ist eben nichts“, sagt auch Uwe Strahl von der Unteren Wasserbehörde. Die Oberläufe von Nuthe und Dahme seien mehr oder weniger trocken, bestätigt er. Hier stünden – wenn überhaupt – nur noch Pfützen. Und die träten da zutage, wo das Profil des Flussbetts das Grundwasser anschneide.

Die letzten Stichlinge gerettet

„Das habe ich in den 82 Jahren, die ich nun auf der Welt bin, noch nie erlebt“, sagt Manfred Schenke und schüttelt betrübt den Kopf. Er hat hier sein ganzes Leben verbracht. Die letzten Stichlinge, die sich bis vor kurzem in dem noch nicht ganz ausgetrockneten Rinnsal tummelten, hat er gerettet und in seinem Goldfischteich ausgesetzt. „Die fühlen sich da wohl und freuen sich, dass sie wieder genügend Wasser haben“, sagt der Rentner.

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