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Jüterbog Freundeskreis kritisiert neues Konzept für Wiepersdorf
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Freundeskreis kritisiert neues Konzept für Wiepersdorf
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13:07 16.05.2019
Ab dem Sommer 2020 sollen wieder Stipendiaten im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf leben. Quelle: Victoria Barnack
Wiepersdorf

Es ist beschlossen: Ins Wiepersdorfer Schloss zieht bald wieder künstlerisches Leben ein. Am Mittwoch hat der Landtag in Potsdam das Gesetz zur Errichtung der Kulturstiftung verabschiedet. Die Stiftung soll zum 1. Juli eingerichtet werden. Die ersten Stipendiaten könnten ein Jahr später folgen. Rund 720.000 Euro will das Land dafür ab 2020 zur Verfügung stellen.

Seit August 2018 wird das Schloss saniert. Quelle: Victoria Barnack

Zwar sind sich Politik, Verwaltung und Künstler einig, dass die vom Land getragene Stiftung ein guter Start für die Zukunft des Künstlerhauses ist. Ganz ohne kritische Anmerkungen hat es das neue Gesetz jedoch nicht ans Licht der Welt geschafft.

Der Freundeskreis des Schlosses, der das „Bettina und Achim von Arnim“-Museum in Wiepersdorf eingerichtet hat, bemängelt vor allem, dass es keine Informationen über den Stand der Arbeiten an der Satzung sowie am Konzept der Stiftung gegeben hatte. Das erklärte der Vorsitzende Norbert Baas in der Stellungnahme zum Gesetzentwurf.

Freundeskreis fordert moderne Bibliothek

Der Freundeskreis fordert unter anderem eine modernisierte Bibliothek. Sie sei „eine zentrale erste Voraussetzung, um wissenschaftliche Forschungsstipendien zu vergeben“, erklärte Baas. Das neue Konzept für das Künstlerhaus sieht vor, dass erstmals auch Aufenthalte von Wissenschaftlern in Wiepersdorf gefördert werden können.

Friederike Frach und Norbert Baas gehören zum Vorstand des Freundeskreis Schloss Wiepersdorf. Quelle: Karen Grunow

Weil im Gesetz für die neue Stiftung außerdem Wert auf die Geschichte des Hauses gelegt wurde, fordert der Freundeskreis eine Aufwertung und Erweiterung des Museums. „Nirgendwo sonst kann die zu Recht hervorgehobene, historische Bedeutung des Ortes adäquater zur Wirkung kommen“, so Baas.

Der Freundeskreis setzt sich seit mehreren Jahren dafür ein, dass die Ausstellung erweitert wird. Die Mitglieder haben beispielsweise das Konzept für einen neuer Museumsraum erstellt. Darin soll künftig die Zeit von 1945 bis 1990 zeigt werden. Gleichzeitig mahnt die Gruppe, dass das Museum von Grund auf didaktisch zeitgemäß aufgewertet werden müsste.

Freundeskreis warnt: Schloss-Umfeld nicht vergessen

Baas und seine Mitstreiter warnen außerdem, dass das Umfeld des Schlosses beim künftigen Stipendiatenbetrieb nicht vergessen werden dürfe. „Um alle Chancen auszuschöpfen, die auch dem Dorf und der Gemeinde zugutekommen, müssen die touristischen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt werden“, erklärte der Vorsitzende.

Neben dem Künstlerhaus selbst seien auch das Café in der Orangerie, die Verkehrsverbindungen, das Erlebnis des Baudenkmals und des Parks und die Kirche feste Bestandteile des Projektes Wiepersdorf. „Eine Kultur der Gastlichkeit mit Übernachtungsmöglichkeiten war eine beliebte Tradition im Schloss Wiepersdorf, die erhalten werden sollte.“

Im Museum können sich Schloss-Besucher über Leben und Werke des Künstlerpaares Bettina und Achim von Arnim informieren. Quelle: Uwe Klemens

In dem nun beschlossenen Gesetz wurde die Kritik des Freundeskreises zwar nicht aufgegriffen. Konzeptionell könnten die Forderungen aber durchaus noch zum Tragen kommen. Mit der Gründung wurde bereits im Dezember die erfahrene Kulturwissenschaftlerin Annette Rupp beauftragt.

Von Victoria Barnack

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