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Jüterbog Bürgermeister Raue rechnet mit seiner Wiederwahl
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Bürgermeister Raue rechnet mit seiner Wiederwahl
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19:27 12.08.2019
Wieder im grünen Hemd: Arne Raue (WsJ) rechnet fest mit seiner Wiederwahl als Jüterboger Bürgermeister. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog

Da hat er es wieder an, das grüne figurbetonte Polo-Shirt, mit dem er sich in mehreren Posen für den städtischen „Fläming-Anzeiger“ hat ablichten lassen, was ihm als unerlaubte Wahlwerbung vorgeworfen wurde. Das mit dem Shirt sei ein Zufall, meint er lachend, „aber es steht mir doch gut, oder?“ Arne Raue (WsJ) hat als Treffpunkt für das Gespräch mit der MAZ die Tetzelstuben vorgeschlagen. Die Zeit hat er sich freigeschlagen zwischen Rathaustermin und Richtfest für den Mehrzweckbau an der Schollschule. Solche Anlässe häufen sich zurzeit. Anlässe. die ein Amtsinhaber mitten im Wahlkampf natürlich nicht auslässt.

Pläne für die nächste Amtszeit

Bei herrlichem Sommerwetter blickt man vom Biergarten des Restaurants auf ein etwas wildes Gelände. Diese Fläche, so Raue, wolle er gern in Stadteigentum kriegen. Dort soll laut Bebauungsplan ein Grüngürtel entstehen. Und er will noch mehr in seiner nächsten Amtszeit: einen neuen Stadtteil an den Fuchsbergen errichten, dort schon kurzfristig einen roten Netto hinkriegen, Jüterbog II weiterentwickeln, die Schauburg zum Jugendtreff ausbauen und ein Verbinder zwischen Markendorf und Fröhden schaffen. Als „kurzfristige Herausforderungen“ bezeichnet er solche Pläne.

Raue zweifelt nicht an Wiederwahl

Dass ihm eine zweite Amtszeit vergönnt sein wird, daran zweifelt Raue kein Stück: „Eine Nicht-Wahl ist eine Alternative, über die ich nicht nachdenken muss.“ Wieder als Landesbeamter an irgendeinem Behördenschreibtisch zu sitzen, kann er sich einfach nicht vorstellen.

MAZ-Forum zur Bürgermeisterwahl

Am 1. September wird in Jüterbog ein neuer Bürgermeister gewählt. Gegen Amtsinhaber Arne Raue (WsJ) treten drei Kandidaten an. Jaqueline Neumann (BBJ), Dirk Marek (Einzelkandidat), Clemens Neumann (Einzelkandidat).

Zur Bürgermeisterwahl in Jüterbog veranstaltet die MAZ am 22. August, um 18.30 Uhr ein Wahlforum in der Wiesenhalle, Friedrich-Ebert-Straße 65.

Dort haben Besucher die Möglichkeit, den Kandidaten Fragen zur Zukunft der Stadt zu stellen.

Wichtige Änderung: Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kommen Sie vorbei!

Dass er vor acht Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, bezeichnet er selbst als „Glück“, weil er damals noch ein unbeschriebenes Blatt war. Jetzt könne der mündige Wähler entscheiden, ob er, Raue, hart gearbeitet habe, oder nicht. Er werde jedenfalls auch nach dem 1. September an seinem Kurs festhalten.

„Behauptungen und Lügen“

Seinem Selbstbewusstsein tut es keinen Abbruch, dass gleich drei Kandidaten gegen ihn antreten. Diese werfen ihm wahlweise Selbstgefälligkeit, Selbstsucht oder den Wahn der Unfehlbarkeit vor. Das macht ihn wütend: „Der Wahlkampf der Gegenkandidaten ist an Dreck nicht zu überbieten!“ Das seien „Behauptungen, Halbwahrheiten und Lügen“.

Missverständnisse

Überhaupt fühlt sich Raue oft missverstanden. Etwa seine Äußerung über die Übertragung ansteckender Krankheiten durch Fremde, die ihm zu zweifelhaftem Ruhm verhalf: „Ich habe mich weder zu Flüchtlingen noch zu Ausländern geäußert“, betont er, „sondern zu ,Neuankömmlingen’.“ Denn nicht jeder sei ein Flüchtling, der diese Bezeichnung auch verdiene. Jahrelang habe er an das UN-Flüchtlingshilfswerk gespendet, aber das passe den Medien eben nicht ins Bild.

„Tiefes Heimatgefühl“ in Jüterbog

Raue wird demnächst 49 Jahre alt. Er stammt aus Glindow und wurde für die CDU in die Stadtverordnetenversammlung von Werder und in den Kreistag von Potsdam-Mittelmark gewählt. Aus der CDU trat er wieder aus, „weil es dort nur um Posten und Pöstchen ging“. Als Diplom-Verwaltungswirt arbeitete er im Landesrechnungshof, im Innenministerium und nach Heirat und Umzug nach Welsickendorf als Personalsachbearbeiter bei der Polizei in Luckenwalde. 2008 zog er mit seiner Familie nach Jüterbog, wo er „ein tiefes Heimatgefühl“ empfinde. Inzwischen hat er drei Kinder im Alter von drei, zwölf und 19 Jahren. Seine Frau arbeitet im Straßenverkehrsamt der Kreisverwaltung Teltow-Fläming.

„Vertraue Arne Raue

Raues Wahlkampf wirkt nach außen eher zurückhaltend, fast so, als ob er ihn nicht nötig hätte. Er setzt auf großflächige Banner unter dem Motto „Vertraue Arne Raue“ – acht Stück mit vier Motiven, etwa Raue im Gespräch mit Jugendlichen oder Raue packt bei der Feuerwehr mit an (diesmal im gelbem Polo-Shirt). Dafür habe er viel in „Merchandising“ investiert, also in Zollstöcke, Feuerzeuge, Kugelschreiber, Gummibärchen – eben etwas Nützliches.

Von Hartmut F. Reck

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