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Jüterbog Brand auf Schießplatz: Wehr rückt abends ab
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Brand auf Schießplatz: Wehr rückt abends ab
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01:15 28.07.2018
Waldbrand auf dem Schießplatz Jüterbog Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Die Feuerwehren kämpfen weiter gegen den Brand am Keilberg. Von zwei Seiten halten sie es in Schach. Noch. Denn bei Dunkelheit werden sie aus Sicherheitsgründen nicht vor Ort sein.

Wieder ist auf dem alten Schießplatz Jüterbog ein Brand ausgebrochen. Am Mittwoch gegen 14.30 Uhr schlug die Waldbrandüberwachungszentrale Alarm. Eine dunkle Rauchsäule stieg zwischen Keilberg und Brandberg auf, der sich am westlichen Ende in Richtung Treuenbrietzen befindet.

AM 25. Juli 2018 brach ein Feuer am Keilberg auf dem alten Schießplatz Jüterbog aus. Die Feuerwehren waren rasch zur Stelle, konnten auf der Altmunitionsfläche aber nicht löschen.

Mehrere Feuerwehren aus der Umgebung sind mit aktuell 40 Brandschützern und sechs Tanklöschfahrzeugen im Einsatz. 25.000 Liter Löschwasser können die Fahrzeuge fassen. Auf dem unmittelbar angrenzenden Gelände gibt es einen Brunnen und einen Teich, um Löschwasser nachzutanken.

Bis zum Abend auf 15 Hektar ausgeweitet

Nach Angaben von Raimund Engel, Waldbrandbeauftragter der Landesforst, hat sich das Feuer schnell ausgebreitet. Innerhalb einer Stunde standen bereits zehn Hektar Wald- und Heidelandschaft in Flammen. Bis zum Abend weitete sich die Brandfläche – jetzt langsamer – auf 15 Hektar aus.

Waldbrand auf alten Schießplatz in Jüterbog - Einsatzleitstelle der Feuerwehr Quelle: Uwe Klemens

Was dort außer der Vegetation alles brennt, ist unklar. Es handelt sich um eine Fläche, die mit Altmunition belastet ist. „Es hat schon einmal laut geknallt“, berichtete ein Feuerwehrmann der MAZ. Aus diesem Grund kann die Feuerwehr auch nicht löschen. Es wäre zu gefährlich. Aktuell beobachten die Einsatzkräfte das Brandgeschehen aus sicherer Entfernung.

Keine Menschenleben riskieren

Nur an zwei Flanken benässen sie Heide, damit das Feuer sich dort nicht weiter ausbreitet. Bei Einbruch der Nacht rücken sie ab. „Für ein paar Birken riskieren wir keine Menschenleben“, sagt Einsatzleiter Michael Rinderle, „morgen früh schauen wir nach, was aus dem Feuer geworden ist.“

Laut Joachim Wasmansdorff, Vize-Bürgermeister von Jüterbog, ist das Feuer derzeit nicht unter Kontrolle zu bringen. „Es entfacht sich durch Wind, den es selbst erzeugt“, erklärt er. Die Feuerwehr stellt sich auf einen langwierigen Einsatz ein. Die Stadt Jüterbog hat die Versorgung der Einsatzkräfte übernommen.

Viele Waldbrände auf Schießplatz Jüterbog

Auf dem Areal – speziell auch an dieser Stelle – hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Waldbrände gegeben – zuletzt erst im April 2018. Das Gelände wurde seit der Kaiserzeit als Übungsplatz der Armeen genutzt. Dort wurden auch Panzerwaffen, Luftminen und Torpedos getestet. Nach Experten-Einschätzungen ist inzwischen aber auch die zurückgelassene Munition der Sowjetarmee so veraltet, dass sie sich selbst entzünden kann.

Bei einem Brand auf dem alten Artillerieschießplatz Jüterbog (Teltow-Fläming) brannten im Juli 2015 130 Hektar Wald und Heide. Quelle: Feuerwehr

In großem Umfang gebrannt hatte es dort zuletzt im Mai 2016. Damals waren 13 Hektar Fläche betroffen. Phosphorhaltige Altmunition, die sich selbst entzündet hatte, wurde als Ursache vermutet. Im Juli 2015 waren 130 Hektar Wald und Heide niedergebrannt. Im Juli 2010 wurden innerhalb von drei Wochen sogar 230 Hektar Opfer der Flammen. Auch im Juni 2008 brannte es auf mehr als 100 Hektar.

Brandschutzkonzept sieht Schneisen vor

Zum Schutz der Feuerwehrleute wurde 2012 ein Betretungsverbot von der Stadt Jüterbog erlassen. Seitdem wird zudem ein Brandschutzkonzept umgesetzt, das zentrale Einsatzpunkte, Löschwasserreservoire und Waldbrandschneisen vorsieht. Eigentümer des größten Teils der Flächen ist die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg.

22 Flächenbrand-Einsätze in diesem Jahr

Im Landkreis Teltow-Fläming gab es in diesem Jahr bereits 22 Einsätze wegen Bränden in Wäldern oder auf freien Flächen. Das geht aus einer Antwort des Landkreises an das Innenministerium auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum hervor. „Die Landesregierung darf die Kommunen und die Kameraden der Feuerwehr mit den Problemen nicht allein lassen“, fordert er. Die Gefahrenabwehr falle in die Zuständigkeit des Landes.

Kreis TF hat zwei Waldbrandeinheiten

Der Kreis hat nach Angaben des Kreisbrandmeisters zwei Waldbrandeinheiten, die jeweils sieben Tanklöschfahrzeuge und einen Abrollbehälter-Waldbrand mit Fachausrüstung haben. Für die Brandbekämpfung auf kampfmittelbelasteten Flächen gibt es eine Vereinbarung mit einer Privatfirma für Löschpanzer-Einsätze. Große Probleme bestehen mit den Altmunitionsflächen, speziell mit dem Mangel an Löschwasserstellen und einer schwachen Wege-Infrastruktur.

Von Uwe Klemens und Alexander Engels

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