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Jüterbog Flüchtlingshilfe sucht nach neuer Bleibe
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18:54 19.11.2019
Der „Treffpunkt Arche" ist ein Ort der Begegnung. Schon mehrfach setzten sich dort in der Vergangenheit Geflüchtete, ehrenamtliche Helfer und Gäste aus der Politik zum Gespräch an einen Tisch. Quelle: Isabelle Richter
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Jüterbog

Die Jüterboger Flüchtlingshilfe sucht nach einem neuen Domizil. Weil sie die Miete für das kommende Jahr nicht mehr auftreiben können, müssen die Helfer bis zum Ende des Jahres aus ihren Räumlichkeiten in der Großen Straße 58 ausziehen. Eine Übergangslösung gibt es bereits – die Katholische Kirchengemeinde Luckenwalde-Jüterbog möchte den Flüchtlingshelfern einen ihrer Räume in der Großen Straße 86 zur Verfügung stellen. Allerdings sei die Nutzungsdauer wegen geplanter Umbauarbeiten auf maximal ein Jahr begrenzt. Um den „Treffpunkt Arche“ weiterhin zu sichern, muss sich die Flüchtlingshilfe parallel nach einer dauerhaften Lösung umschauen.

Aus wirtschaftlichen Gründen: Vermieter braucht volle Miete

Hintergrund: Nach dem Anschlag auf die Jüterboger Turmstube im November 2015 hatte der Immobilienkaufmann Mario Felgentreu der Flüchtlingshilfe seine Unterstützung angeboten und ihnen die 172 Quadratmeter großen Räumlichkeiten in der Großen Straße 58 zur Verfügung gestellt. In den Jahren 2016 und 2017 verlangte er dafür lediglich eine Nebenkostenpauschale. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte die Sprecherin der Flüchtlingshilfe, Mechthild Falk, während der jüngsten Zusammenkunft am Montagabend. Das Verhältnis zum Vermieter sei nach wie vor gut. Die Flüchtlingshelfer haben Verständnis dafür, dass Mario Felgentreu aus wirtschaftlichen Gründen ab April 2018 die volle Miete inklusive Nebenkosten von rund 1000 Euro erheben musste.

Der „Treffpunkt Arche" in der Großen Straße 58 in Jüterbog. Quelle: Isabelle Richter

Durch private Spenden sowie einem großzügigen Scheck des Landes Brandenburg in Höhe von 13.920 Euro konnte die Flüchtlingshilfe ihren Standort in den vergangenen Monaten weiter sichern. Eine erneute Förderung sei jedoch nicht in Aussicht.

Bürgermeister lehnt Antrag der SPD-Fraktion ab

Bei der Suche nach alternativen Räumen fiel die Wahl zunächst auf den Stadtteiltreff in Jüterbog II. Eine Anfrage der SPD-Fraktion an die Stadt Jüterbog, ob die Flüchtlingshelfer die Räume in der Brückenstraße für ihre 14-tägigen Sitzungen am Montagabend und für die Teestube am Samstagnachmittag nutzen könne, wurde von Bürgermeister Arne Raue (WsJ) jedoch abgelehnt.

Wie die Stadtverordnete Gabriele Dehn (SPD) am Montag berichtete, habe das Stadtoberhaupt die Entscheidung damit begründet, dass der Stadtteiltreff in Jüterbog II Teil des vom Land geförderten Programms „Soziale Stadt“ sei und die Räumlichkeiten deshalb nur für eine bestimmte Nutzung vorgesehen sind – nämlich für Zusammenkünfte der Stadtteil-Bewohner. Darüber hinaus sei es nicht die Aufgabe der Stadt, Räume für die Veranstaltungen der Flüchtlingshilfe bereitzustellen, habe Raue gesagt.

Auf die Nachfrage der MAZ beim Bürgermeister, ob es in den Fördermittelunterlagen eine explizite Aussage dazu gebe, dass die Räume in Jüterbog II nur für die Zusammenkünfte der Stadtteil-Bewohner genutzt werden dürfen, ging Arne Raue nicht ein. Auf die Frage, ob es außer dem Stadtteiltreff noch andere Räume im Stadtgebiet gebe, die man der Flüchtlingshilfe zur Verfügung stellen könne, antwortete Raue am Dienstag: „Weitere Anfragen der Flüchtlingshilfe sind mir nicht bekannt.“

Jens Bieker und Alexandra Valentin vom Quatiersmanagement konnten auf MAZ-Nachfrage am Dienstag auch nicht sagen, ob die Begründung zutrifft. „Wir haben die Räume auch nur von der Stadt gemietet und sind nur Nutzer des Stadtteiltreffs“, so Bieker.

Flüchtlingshelfer zweifeln an Raues Begründung

Flüchtlingshelferin Nadine Fischer sagte: „Wir sollten uns nicht so schnell abwimmeln lassen.“ Da beispielsweise auch der Kreativabend im Stadtteiltreff von Frauen aus der gesamten Stadt Jüterbog sowie aus Luckenwalde besucht wird, habe sie an der von Gabriele Dehn berichteten Begründung des Bürgermeisters ihre Zweifel.

Flüchtlingshilfe lässt sich nicht entmutigen

Gabriele Dehn (SPD) schlug vor, sich noch einmal genauer über die Nutzungsbedingungen des Stadtteiltreffs zu erkundigen. Darüber hinaus waren sich die Flüchtlingshelfer einig, dass die Räume in Jüterbog II nicht die einzige Alternative seien. Mechthild Falk erklärte deshalb: „Wir sollten weiter an dem Ziel arbeiten, in kommunale Räume einzuziehen.“ Sie schlug vor, das persönliche Gespräch mit dem Bürgermeister zu suchen. Zudem erklärte sie entschlossen: „Die Flüchtlingshilfe muss umziehen, aber wir hören nicht auf und werden weitermachen.“

Von Isabelle Richter

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