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Jüterbog Freibad-Chef geht zum Rettungsdienst
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Freibad-Chef geht zum Rettungsdienst
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21:31 14.08.2018
Das Jüterboger Freibadteam und die Stadt verabschiedete am Dienstag ihren langjährigen Badleiter Lutz Müller (2. v. r.). Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

„Es gibt ganz viele schöne Erinnerungen. Wenn das Bad mit 1000 Gästen voll ist, ist das immer eine schöne Geschichte“, erklärt Lutz Müller rückblickend. 32 Jahre lang leitete der 54-Jährige das Jüterboger Freibad. Lutz Müller sorgte mit seinem unermüdlichen Einsatz nicht nur für den Erhalt des beliebten Badeortes, sondern brachte dort mehreren Jüterboger Generationen das Schwimmen bei. Am Dienstag trat er dort zu seinem letzten Arbeitstag an.

Beim Rettungsdienst Teltow-Fläming möchte er seine Arbeit künftig fortsetzen. Die Nachricht, dass Lutz Müller das Jüterboger Freibad verlassen wird, sorgte nicht nur bei seinen Kollegen, sondern auch bei Bürgermeister Arne Raue (parteilos) für Bedauern.

Mit einem Blumenstrauß und anerkennenden Worten verabschiedete Raue den 54-Jährigen am Dienstagvormittag. Hinter dem Badleiter liegen nun viele tolle Momente, aber auch Dinge, die er inzwischen kritisch betrachtet.

Keine zufriedenstellenden Arbeitsbedingungen

Trotz Abschiedsstimmung wirkte Lutz Müller am Dienstag gefasst – der Jüterboger hatte seine Entscheidung ganz bewusst getroffen. Für ihn gab es verschiedene Gründe, die dazu führten, seine Stelle im Freibad aufzugeben.

Unter anderem spielten für den 54-Jährigen die aktuellen Arbeitsbedingungen eine Rolle. Das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Lohn waren für ihn nicht mehr zufriedenstellend. In der Hochsaison, berichtet der Badleiter, sei er oft vor 22 Uhr nicht zu Hause. Die umfangreichen Vor- und Nachbereitungen außerhalb der Öffnungszeiten sorgten in der Vergangenheit dafür, dass Lutz Müller unzählige Überstunden ansammelte.

Auch bei der Vorbereitung von Veranstaltungen im Freibad sei er sich mit der Stadt nicht immer einig gewesen. Erst am 1. Juli jährte sich beispielsweise die Wiedereröffnung 1998 nach einem Umbau zum 20. Mal. Ein ausgiebiges Fest dazu war eigentlich geplant, konnte aber bisher nicht durchgeführt werden.

Wunsch nach mehr Wertschätzung und Unterstützung

Darüber hinaus kritisiert Lutz Müller die seitens der Stadt fehlende Wertschätzung gegenüber seinen Kollegen. Rettungsschwimmer und Sanitäter sind aus seiner Sicht, ebenso wie die Einsatzkräfte der Feuerwehr, ständig ehrenamtlich tätig – unter anderem auch im Katastrophenschutz oder zur Absicherung beim Waldbrand. „Wir sind bei allem dabei. Ich habe selbst schon im Feuer gestanden. Unsere Wasserrettungsgruppe bildet sogar Taucher für die Feuerwehr aus – doch die Wertschätzung ist relativ gering“, sagte der 54-Jährige.

Ohne den Einsatz der Feuerwehrmänner infrage zu stellen, wünschte sich Lutz Müller auch für die Rettungskräfte mehr Anerkennung und Unterstützung von der Kommune. „Wir leben von Spendengeldern und müssen uns selbst finanzieren“, berichtet er.

Hoffnung auf eine gute Zukunft

Völlig abschließen mit dem Jüterboger Freibad will Lutz Müller zur Freude seiner Kollegen aber nicht. „Ich verlasse sie nicht, ich bin nur nicht mehr der Leiter. Ich bleibe weiterhin bei der Wasserwacht und stehe für Fragen und bei Problemen immer zur Verfügung“, erklärt er.

Für die Zukunft des Jüterboger Freibades wünsche er sich, dass geplante Vorhaben wie eine Sanierung oder der Einbau einer Heizung irgendwann umgesetzt werden können. „Ich hoffe, dass man das Bad auch noch die nächsten 20 Jahre betreiben kann, denn es ist eines der schönsten Bäder im Land Brandenburg.“

Von Isabelle Richter

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