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Jüterbog Netto schließt Filiale in der Schloßstraße
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Netto schließt Filiale in der Schloßstraße
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16:52 16.01.2020
Netto in der Jüterboger Schloßstraße schließt am 18. Januar 2020. Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

„Alle warten darauf, dass endlich etwas passiert“, sagt Edith Trumpf. Die 79-Jährige spricht vom geplanten Supermarkt in den Jüterboger Fuchsbergen. Viele Bewohner der Neuen Wohnstadt im Norden Jüterbogs haben ein großes Interesse daran, eine fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeit zu bekommen. Zumal an diesem Sonnabend auch noch eine der beiden Netto-Filialen in Jüterbog das letzte Mal ihre Türen öffnet.

Auf mehreren Info-Schildern des Discounters in der Schloßstraße heißt es: „Diese Filiale schließt am 18.01.20 um 20 Uhr. Unsere nächste Filiale in Ihrer Nähe freut sich auf Ihren Besuch in der Zinnaer Vorstadt.“ Über einen neuen Standort in den Fuchsbergen gibt es jedoch keine Information. Die Gerüchteküche brodelt. Viele Bürger fragen sich: Kommt der Netto in den Fuchsbergen oder kommt er nicht?

Nach Netto-Bannern wurde es ruhig

Rückblick: Bürgermeister Arne Raue (WsJ) hatte im Mai 2019 bereits verkündet, dass zwei benachbarte Grundstücke in den Fuchsbergen an die Supermarktkette Edeka verkauft werden. Zuvor hatte es immer wieder Rückschläge gegeben. Zuletzt scheiterten die Verhandlungen an einem der beiden Grundstückseigentümer mit der Rewe-Gruppe, die dort seine Discounter-Kette „Penny“ unterbringen wollte.

Vor seiner Wiederwahl im September hatte Raue dann angekündigt, dass er in seiner zweiten Amtszeit einen neuen Stadtteil in den Fuchsbergen errichten und dort schon kurzfristig einen roten Netto hinbekommen will. Ein großes Werbebanner mit Netto-Logo wurde kurze Zeit später auf der betreffenden Fläche aufgestellt. Viele Jüterboger hatten die Hoffnung, dass die langersehnte Einkaufsmöglichkeit endlich Realität wird. Inzwischen ist das Banner wieder weg – weitere Informationen zum geplanten Supermarkt gab es bisher nicht. Dafür halten sich in der Stadt verschiedene Gerüchte.

Im August wurden bereits Netto-Banner an der Straße Fuchsberge aufgestellt. Quelle: Hartmut F. Reck

Auch Edith Trumpf hat bereits mehrere Versionen gehört. Auf der einen Seite, dass der neue Netto schon bald kommen soll – zum Anderen, dass die Pläne schon wieder auf Eis liegen. Die 79-Jährige und ihre Nachbarn wollen nun Gewissheit. Denn wie Edith Trumpf weiß, seien die Bewohner der Neuen Wohnstadt dringend auf die nahegelegene Einkaufsmöglichkeit angewiesen.

Fahrrad, Auto und Bus sind für viele keine Alternative

„Viele können nicht mehr mit den Füßen“, sagt Edith Trumpf. Auch auf das Fahrrad trauen sich nur noch wenige. Darüber hinaus berichtet die 79-Jährige, dass viele ihrer Nachbarinnen verwitwet seien und gar nicht Autofahren können, weil das bisher immer ihr Mann übernommen hatte. Lediglich der Bus bleibe vielen noch als Alternative. Die jeweils 1,40 Euro pro Hin- und Rückfahrt, seien den meisten auf Dauer aber zu teuer. Edith Trumpf sagt deshalb: „Es würde uns schon freuen, wenn wir hier irgendwann mal etwas hinkriegen.“

Bürgermeister: Keine verbindlichen Aussagen möglich

Laut MAZ-Informationen möchte sich Edeka in der Schloßstraße vergrößern und die Räumlichkeiten des Netto nebenan künftig mitnutzen. Auf Nachfrage bestätigt Edeka-Sprecherin Alexandra Antonatus: „Wir werden die Netto-Fläche für eine Vergrößerung des jetzigen Edeka-Marktes übernehmen und beide Gebäudeteile verbinden. Die Planungen für eine Modernisierung laufen gerade, die Bauarbeiten sollen am Dienstag nach Ostern starten, die Neueröffnung ist dann für den August 2020 geplant. Mit der zusätzlichen Fläche wird der selbstständige Einzelhändler mehr Platz für ein breiteres Sortiment haben, im Schwerpunkt sollen dort Getränke angeboten werden.“Ob Netto hingegen eine neue Filiale in den Fuchsbergen eröffnen wird, ist unklar. Der Discounter hält sich aktuell noch bedeckt. Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation, erklärt auf MAZ-Nachfrage: „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Informationen zu möglichen Aktivitäten an diesem Standort mitteilen können. Bitte kommen Sie bei Interesse in ein paar Wochen erneut auf uns zu.“

Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (WsJ) teilt auf Nachfrage ebenfalls mit: „Derzeit sind mir keine verbindlichen Aussagen möglich.“

Von Isabelle Richter

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