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Jüterbog Stadt setzt auf männliche Verstärkung
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01:15 29.11.2018
Dominik Lehmann hat seinen Traumjob in der Arbeit mit Kindern gefunden. Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

In der Stadt Jüterbog macht sich ein neuer Trend bemerkbar – immer mehr Bewerber für offene Erzieherstellen sind männlich. Aktuell sind in Jüterbog fünf Männer in den städtischen Einrichtungen beschäftigt. Dahinter steckt aber kein Zufall, sondern ein konkreter Plan. Denn die Stadt möchte für ihren Nachwuchs gezielt auch männliche Bezugspersonen in den Kita-Alltag integrieren.

Auch Dominik Lehmann aus Luckenwalde konnte beim Bewerbungsgespräch überzeugen und wurde als Erzieher in Jüterbog eingestellt. Seit drei Monaten unterstützt der 23-Jährige das Team der Kita „Struppi“ und sorgt damit bei seinen weiblichen Kollegen und den Kindern für viel Freude und Abwechslung. Doch wie kommt ein junger Mann dazu, einen Beruf zu wählen, der überwiegend von Frauen ausgeübt wird? Die MAZ hat am Montag bei Dominik Lehmann nachgefragt. Die Antwort: Für den 23-Jährigen zählen keine Klischees – der Luckenwalder hört lieber auf sein Bauchgefühl.

Über ein Praktikum zum Traumberuf 

Nachdem Dominik Lehmann sich dazu entschied, das Luckenwalder Friedrich-Gymnasium in der 11. Klasse zu verlassen, versuchte er sich neu zu orientieren. Ein Praktikum sollte ihm dabei helfen. „Ich habe mich damals einfach mal selbst ins kalte Wasser geworfen“, berichtet der 23-Jährige über seinen Start in der Luckenwalder Kita „Burg“. Ohne anfangs wirklich daran zu denken, dass dies später einmal sein Traumjob sein würde, gefiel ihm die Arbeit mit den Kindern immer besser. „Von da an wusste ich, ich bin auf dem richtigen Weg“, erzählt Lehmann rückblickend.

Im Anschluss machte der 23-Jährige sein Fachabitur. An den Praxistagen sammelte er weiter Erfahrung. Es folgte eine dreijährige Erzieherausbildung mit mehreren Praktika. Seine letzte Station war die Jüterboger Kita „Struppi“. Dort fühlte sich der junge Erzieher direkt wohl. „Ich bin hier sofort mit allen super gut klar gekommen“, so Lehmann. Auch seine Kolleginnen wollten ihn nicht mehr hergeben und ihn weiterhin in ihrem Team haben. Die Stadt zeigte sich ebenfalls angetan.

Kinder haben sich schnell an ihn gewöhnt

Inzwischen hat sich der 23-Jährige gut in der Jüterboger Kita eingelebt. Selbst die für ihn anfangs ungewohnten Aufgaben wie das Windelnwechseln sind für Dominik Lehmann mittlerweile Routine. Dass der Beruf als Erzieher noch immer von Frauen dominiert wird, sei aber auch ihm während seiner Ausbildung aufgefallen. Im Gegensatz zu den Frauen war die Anzahl an Männern dort eher gering.

Zahlen und Fakten

Insgesamt vier von acht Kitas in Jüterbog sind in städtischer Trägerschaft.

2011 und 2015 wurden die ersten positiven Erfahrungen mit männlichen Erziehern gemacht. 2016 setzte die Stadt den Trend gezielt fort und es kam ein weiterer Erzieher dazu.

2018 wurden zwei Männer eingestellt.

Im Gegensatz dazu sind in den städtischen Einrichtungen aktuell 76 weibliche Erzieherinnen tätig. Darunter vier Auszubildende.

Eine Zukunft für männliche Erzieher sieht Dominik Lehmann trotzdem. Er erklärt: „Es gibt viele Familien, in denen von Hause aus nur die Mutter da ist. Manchmal fehlt da der männliche Part.“ Auch die Kinder der Kita „Struppi“ hätten sich schnell daran gewöhnt, dass neben den 15 Frauen jetzt auch ein Mann für sie zuständig ist. „Der schönste Moment ist, wenn du morgens ankommst, die Kinder auf dich zu rennen und dich begrüßen“, berichtet Dominik Lehmann. Das positive Feedback der Kinder zeige ihm, dass er den richtigen Job für sich gefunden hat.

Neuer Mann im Haus kommt gut an

Aufgrund seiner Trainerausbildung bekam die Kita im September sogar ein Gütesiegel vom Landessportbund Brandenburg verliehen und ist seitdem als Bewegungskita ausgezeichnet. In seiner Freizeit trainiert Dominik Lehmann seit vier Jahren die Frauenmannschaft des Ludwigsfelder FC und auch beim Hertha-Camp in Jüterbog war er schon mehrfach als Trainer dabei. Für sportliche Fragen ist er inzwischen der Experte im Haus. Aber auch Aufgaben wie das gemeinsame Singen und Basteln übernimmt der 23-Jährige gerne.

Für Kita-Leiterin Undine Henze ist der neue Mann im Team deshalb ein Gewinn. „Dominik ist bei den Kindern heiß begehrt. Ich glaube, Männer bringen auch von Natur aus ein bisschen Gelassenheit mit, sodass hier wirklich die Vielfalt gelebt werden kann“, so Henze.

Von Isabelle Richter

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