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Jüterbog Entwurf für Sport- und Freizeit-Areal
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Entwurf für Sport- und Freizeit-Areal
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19:28 26.09.2019
Auch wenn eine Rasenmäher-Meisterschaft nicht geplant ist, soll die künftige Freizeit- und Sportanlage vielfältig nutzbar sein. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

„Wollen Sie wirklich 100.000 Euro aus dem Fenster rauswerfen?“, lautete am Mittwochabend die provokante Frage Ernst Troelenbergs in der Einwohnerfragestunde der Stadtverordneten-Versammlung. Der Auftakt ließ bereits vermuten, dass die Diskussion um die als Thema auf der Tagesordnung stehende Entwurfsplanung einer künftigen Sport- und Freizeitanlage noch lange nicht abgeschlossen ist.

Befürchtung, dass Normen geopfert werden

Troelenberg, Chef des Leichtathletik-Clubs Jüterbog (LC) und seit vielen Jahren engagiert beim Erhalt der Trainings- und Wettkampfanlagen des Rohrteich-Stadions, befürchtet, dass für Wettkämpfe geltende, bauliche Normen zugunsten des Freizeitsportes geopfert werden. Er fordert deshalb noch vor der öffentlichen Auslegung und Debatte eine Überarbeitung der Ideen-Planung.

Diskussionsbedarf sieht auch Bürgermeister Arne Raue (WsJ), dessen Verwaltung den seit 2017 in Arbeit befindlichen Entwurf genau deshalb nun endlich in die Öffentlichkeit tragen möchte. „Wahrscheinlich haben wir noch nicht in den Köpfen der Einwohner vorhandenen oder noch hinzukommenden Bedarf erfasst“, räumt Raue ein. Die Auslegung bietet die Chance, dass sich die künftigen Nutzer der sich von der Badeanstalt bis zum Rohrteich erstreckenden Anlage zu Wort melden und hinzukommenden Ideen oder Bedenken dann im Sportlerbeirat, sowie im Sozial- und im Bauausschuss diskutiert werden, bevor es an die Feinplanung geht.

Unterschiedliche Urteile in den Ausschüssen

Bereits im Vorfeld der Stadtverordneten-Versammlung hatten sich beide Ausschüsse mit dem Thema befasst, waren aber zu entgegengesetzten Urteilen gekommen. Deshalb machte der Abgeordnete Falk Kubitza (SPD) den Vorschlag, den Beschluss zur Auslegung der Planung zu vertagen, auch weil er für das Sport- und Freizeitareal keinen Zeitdruck sähe.

Das sieht Bauamts-Leiterin Kira Wenngatz differenzierter. „Zeitdruck haben wir nicht, aber es ist immer gut, wenn man ein Konzept hat, auf das man schnell zugreifen kann“, verteidigte die Bauamts-Chefin das forcierte Vorgehen. Sie nannte die Beantragung von Fördermitteln, die oft nur kurzfristig zur Verfügung stünden, als Beispiel.

Schlagabtausch während der Debatte

Mehrmals versuchte Troelenberg sich ohne Rede-Recht in die Debatte einzumischen und mäßigte sich auch nach Androhung eines Saal-Verweises nicht. Auch er hätte bislang genug Gelegenheit gehabt, seine Vorschläge einzubringen und können dies auch im Zuge der öffentlichen Auslegung weiterhin tun, konterte Wenngatz seine Einwürfe.

Kubitzas Vorschlag zur Verschiebung der Auslegung folgte die Mehrheit der Abgeordneten nicht. Ebenfalls mehrheitlich stimmten die Abgeordneten nach zahlreichen weiteren Wortmeldungen für die baldige, öffentliche Auslegung der Vorplanung.

„Herrn Troelenbergs Auftritt war extrem unrespektierlich und es ärgert mich stark, dass dabei so viele Halbwahrheiten im Spiel waren“, äußerte sich Jens Schandert nach der Debatte. Als ehemaliger Stadtverordneter habe er die Diskussionen verfolgt. „Definitiv alle Beteiligten hatten die Gelegenheit, sich einzubringen, weshalb ich die Aufregung jetzt nicht nachvollziehen kann“, so der Jüterboger.

Auch Erik Haase, Geschäftsführer der mit der Planung betrauten Idas-Planungsgesellschaft mbH Luckenwalde, versteht die Kontroverse nicht. „Sämtliche bisherigen Treffen, zu denen alle Beteiligten eingeladen waren, liefen sachlich ab und das vorliegende Ergebnis wurde vom Sportlerbeirat sogar gelobt“, sagt Haase. „Der Plan ist ein Angebotsplan und nicht in Stein gemeißelt, sondern besitzt ein hohes Maß an Flexibilität. Auch die Wettkampfanlage entspricht allen Leichtathletik-Normen. Wenn der Platz für zusätzliche Dinge, zum Beispiel die Steinstoß-Meisterschaft, nicht ausreicht, kann auf die Schotter-Rasen-Fläche ausgewichen werden, die aber eben auch für andere Zwecke nutzbar bleibt“, so der Planer.

Von Uwe Klemens

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