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Jüterbog Tetzeltour am Todestag durch Jüterbog
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Tetzeltour am Todestag durch Jüterbog
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18:15 30.07.2019
Bei der Tetzeltour mit Falk Kubitza wird auf dem Tastmodell der Stadt die Stationen Tetzels in Jüterbog gezeigt. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

Er hat die Reformation nicht lange überlebt. Dabei war es Johann Tetzel, der vor 502 Jahren ins damals wohlhabende Jüterbog kam, um dort seine Kampagne zu starten. Er verkaufte Ablassbriefe und versprach seinen „Kunden“ das Seelenheil und die Verschonung vom Fegefeuer oder zumindest eine Verkürzung ihrer Höllenqualen. Dies wurde den gutgläubigen und gottesfürchtigen Menschen schriftlich attestiert, wenn sie sich von ihren Sünden freigekauft hatten. Die Einnahmen kamen dem Bau des Petersdoms in Rom zugute.

Von diesem Gebaren erfuhr Martin Luther im nicht weit entfernten Wittenberg. Seine Empörung darüber gipfelte im Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg, also dem Beginn der Reformation.

Kulturerbesiegel dank Ablasshandel

Und was den Wittenbergern ihr Martin Luther, ist den Jüterbogern ihr Johann Tetzel. Auch wenn sie dem Reformator näher stehen, war es doch Tetzel, der Jüterbog zu einer der Stätten der Reformation machte und der Stadt das europäische Kulturerbesiegel bescherte.

Bereits in Vorbereitung des Lutherjahres 2017 fand 2016 in Jüterbog unter Schirmherrschaft des damaligen Außenministers und heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier eine internationale Fachtagung über Johann Tetzel statt. Daraus entstand ein Nachschlagewerk „Tetzel, Ablass, Fegefeuer“, dem die gleichnamige Ausstellung im Kulturquartier folgte.

Anlass zur Erinnerung

Nun sind nach dem Reformationsjubiläum zwei Jahre ins Land gegangen, da jährt sich bereits Tetzels Todestag zum 500. Mal. Er starb am 11. August 1519 im Alter von Mitte oder Ende 50 in Leipzig an der Pest. Diesen Jahrestag nimmt der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Jüterboger Land und ehrenamtliche Stadtführer Falk Kubiza zum Anlass, wieder eine Tetzeltour durch Jüterbog anzubieten. Dabei bildet er aus allen Teilnehmern einen Tetzeltross und teilt jedem eine Rolle zu. Die Hauptrolle spielt er selber als Johann Tetzel mit Priestergewand samt Kette und Kreuz.

Um Anmeldung zur Tour wird gebeten

Dazu hat er interessante Einzelheiten über das Wirken und Leben Tetzels zu erzählen, unter anderem, dass er sich mit Luther in Streitschriften argumentativ duellierte, auf seinem Sterbebett aber noch einen versöhnlichen Brief von ihm erhielt.

Die Tetzeltour findet am Sonntag, dem 11. August, statt und wird am Reformationstag, dem 31. Oktober, wiederholt. Der historische Streifzug beginnt um 11 Uhr und startet am Kulturquartier Mönchenkloster.

Anmeldungen werden erbeten unter Tel. 03372/463113.

Von Hartmut F. Reck

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