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Jüterbog Erntemarkt: Händler und Käufer kritisieren Organisation
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Erntemarkt: Händler und Käufer kritisieren Organisation
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19:01 09.07.2019
Jaqueline Neumann (l.) und Barbara Sakrejz kamen am vergangenen Samstag auf dem Jüterboger Marktplatz ins Gespräch. Quelle: Privat
Jüterbog

Vor gut einem Jahr – am 28. Juli 2018 – startete die Stadt Jüterbog auf dem Marktplatz ein neues Angebot. Das Interesse an regionalen Bio-Produkten und die Resonanz auf den ersten Erntemarkt war groß. Und auch die drei Folgeveranstaltungen lockten viele Händler und Käufer in die Jüterboger Altstadt. Doch in letzter Zeit schleift es mit der Organisation. Viele Händler und Käufer ärgern sich. Denn in den vergangenen zwei Wochen machten sie sich vergeblich auf den Weg zum Marktplatz.

Stadt stockt Anzahl der Termine auf

Hintergrund: Auf dem Jüterboger Erntemarkt können Hobbygärtner oder Anbieter von Bio-Produkten aus Jüterbog und der Region ihre selbstangebauten Produkte anbieten. Standgebühren werden nicht erhoben. Aufgrund der positiven Resonanz im vergangenen Jahr entschied sich die Stadtverwaltung dafür, den Erntemarkt in diesem Jahr als festen, monatlich wiederkehrenden Termin zu verankern. Nach dem Start im Mai soll der regionale Frischemarkt noch bis Ende Oktober an jedem ersten und dritten Sonnabend im Monat stattfinden. Für Rückfragen oder bei Interesse an einer Teilnahme wurden eine Telefonnummer sowie eine E-Mail-Adresse angegeben.

Am 29. Juni fiel der Erntemarkt jedoch ohne Information aus – am 6. Juli war lediglich Händlerin Barbara Sakrejz vor Ort. Auch die Vorsitzende des Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschusses und Bürgermeisterkandidatin, Jaqueline Neumann (BBJ), machte auf dem Marktplatz halt und kam dort mit der Händlerin und mehreren Besuchern ins Gespräch.

Reaktionen vor Ort und auf Facebook

„Am vergangenen Samstag waren zehn bis zwölf Leute dort, die ihren Unmut über die schlechte Organisation äußerten und wahrscheinlich auch nicht mehr kommen werden, obwohl sie die Idee des Erntemarktes sehr toll finden und im letzten Jahr auch begeistert waren“, berichtet Jaqueline Neumann (BBJ). Darunter eine Urlauberin, die sich wegen der guten Erfahrung im Vorjahr sehr auf den Tag gefreut hatte und ein Paar, das extra aus Kolzenburg angereist war.

Zudem gab es unter dem Ankündigungspost zum Erntemarkt auf der Facebook-Seite der Stadt mehrere unzufriedene Kommentare. Dort schreibt eine Nutzerin: „Hatte mich am Samstag auf den Weg zum leider leeren Markt gemacht. Bin echt enttäuscht.“ Ein anderer Nutzer bedauert: „Wir mussten auch Obst und Gemüse dann wieder im Supermarkt kaufen.“

Neumann will Thema im Ausschuss ansprechen

Aus Sicht von Jaqueline Neumann, die selbst ein Fan des Erntemarktes ist, sei das nicht förderlich für das Image der Stadt. Händlerin Barbara Sakrejz habe schon die Erfahrung gemacht, dass Anfragen an die auf dem Flyer angegebene E-Mail-Adresse unbeantwortet bleiben oder unter der angegebenen Telefonnummer niemand zu erreichen sei. Es gebe auch keine kurzfristige Info, ob der Erntemarkt stattfindet oder nicht. Neumann will das Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing ansprechen. „Es ist einfach eine schöne Idee und die sollten wir nicht so schnell aufgeben“, sagt Jaqueline Neumann.

Kostenlose Plattform

Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (WsJ) reagiert auf MAZ-Nachfrage mit dem Kommentar: „Von Anfang an hat die Stadt deutlich gesagt, dass sie keinen organisatorischen Aufwand leisten kann, aber den Markt als kostenlose Plattform stellen möchte.“ Aus seiner Sicht sei das Angebot noch in der Erprobungsphase. Raue ging außerdem davon aus, dass in den ersten Sommermonaten kaum Anbieter da sein werden. Er sagt: „Sie werden mir Recht geben: Obst und Gemüse kommt im heimischen Garten erst richtig in Schwung, so dass ich für die nächsten Monate gute Chancen sehe, dass sich auch wieder Anbieter finden, wie schon im letzten Jahr.“

Bürgermeister: Ressourcen im freiwilligen Bereich sind knapp

Darüber hinaus weist der Bürgermeister darauf hin, dass die Ressourcen gerade im freiwilligen Bereich äußerst knapp sind. Dadurch könne man „ehrlichen Herzens keine Versprechungen für ein zusätzliches Engagement der Stadt machen“. Raue sei deshalb dankbar über jedes freiwillige Engagement der Bürger. Für seine Gegenkandidatin gibt es von ihm außerdem noch einen kleinen Seitenhieb. „Wenn Frau Neumann die Organisation und Neugestaltung des von mir initiierten Frischemarktes übernehmen möchte: Meine Tür steht ihr dafür jederzeit offen.“

Von Isabelle Richter

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