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Jüterbog Tetzelstuben sind Denkmal des Monats
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00:22 01.05.2019
Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Bodo Broszinski (r.) überreicht Marc Oelker (l.) die Ehrenurkunde und die Plakette für das Denkmal. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Die, zumindest äußerlich, vor 22 Jahren nahezu originalgetreu wieder aufgebauten Tetzelstuben sind das 236. „Denkmal des Monats“. Seit 1999 würdigt die Brandenburgische Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen mit der Verleihung von Ehrenurkunde und -plakette besonders gelungenes Engagement zum Erhalt historischer Bausubstanz. Seit diesem Sonntag trägt das in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete, aus zwei Gebäuden bestehende Ensemble nun diesen Ehrentitel.

Moskauer Eis war nicht alles

„Aus meiner Kindheit war mir Jüterbog immer nur als Stadt in Erinnerung, in der es sowjetisches Eis zu kaufen gab“, gestand Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Bodo Broszinski, der im Namen der Arbeitsgemeinschaft die Würdigung vornahm. Erst in jüngerer Zeit und durch mehrmalige Besuche in der Stadt habe er diesen Eindruck angesichts der Menge an erhaltener Historie korrigiert. Die Tetzelstuben als 9. Jüterboger Bauwerk, seien sicherlich nicht das letzte auf diese Weise geehrte Baudenkmal in der Stadt. Er wisse nicht, wer von beiden sich eher im Grabe umdrehen würde, aber eine Tetzel-Stube unmittelbar neben einer Luther-Eiche sei schon etwas sehr Besonderes, so Broszinski.

Tetzel-Story und Kaiser-Besuch

Mitglieder des Heimatvereins Jüterboger Land verliehen dem förmlichen Akt weiteren Glanz und zelebrierten in historischer Gewandung eine Passage aus Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, in der der berühmte Ablasshändler Jüterbog erreicht. Clemens Neumann im kaiserlichen Gewand verlieh den Eigentümern des Hauses, Claudia und Peter Gust, feierlich den Ehrentitel als europäische Weltbürger. Die Würdigungen entgegen nahm deren Freund und Geschäftspartner Marc Oelker, da die Eigentümer selbst verhindert waren.

Auch Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (WsJ) würdigte das Engagement der beiden, die nicht nur die heutigen Tetzelstuben saniert und als Gaststätte zu einem Ort der Begegnung und der Geselligkeit werden ließen, sondern auch das Gelände der ehemaligen Großbäckerei daneben umfänglich saniert und zu einer attraktiven Wohnanlage umgestaltet haben. „Gusts haben in Jüterbog den einen oder anderen Pflock eingeschlagen, der sichtbar bleibt und die Stadt attraktiver macht“, so Raue.

Von Uwe Klemens

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