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Jüterbog Mit dem Nachtwächter auf Streifzug
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Mit dem Nachtwächter auf Streifzug
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12:25 28.03.2019
217 Stufen muss erklimmen, wer wie Nachtwächter Falk das abendliche Jüterbog vom Turm der Nikolaikirche betrachten will. Quelle: foto: Uwe Klemens
Jüterbog

Nachtwächter waren früher zwar wirklich ziemlich wichtig, gehörten aber trotzdem eher zu den geächteten Personen und rangierten bei den Berufsständen ganz unten“, sagt Falk Kubitza. Seit Jahren gehört der Jüterboger zum Kreis der ehrenamtlichen Stadtführer, die von April bis November nicht nur Touristen, sondern auch neugierig gebliebenen Jüterbogern die Historie ihrer Heimatstadt näherbringen. Das Spektrum der thematischen Sonderführungen wird dabei immer breiter. Die Nachtwächter-Führung, die sich Wolf-Dieter Boche und Kubitza, jeder nach eigenem Konzept, ausgedacht haben, gehört zu den Neuerungen. Mit der ersten Nachtwächterführung, zu der Kubitza am 6. April um 20 Uhr einlädt, wird zugleich die Stadtführungs-Saison 2019 eröffnet.

Jeder Berufsstand ein Thema für sich

„Mein ursprünglicher Gedanke war, den drei Berufsbildern Nachtwächter, Türmer und Scharfrichter eine gemeinsame Sonderführung zu widmen. Aber dann habe ich gemerkt, dass jeder Berufsstand ein Thema für sich ist“, sagt Kubitza, der monatelang die Jüterboger Stadtchroniken und das Internet nach Fakten und Geschichten durchstöberte. Das zusammengetragene Material vorzutragen, würde mit Sicherheit für eine ganze Nachtwächter-Schicht reichen. Um die Zuhörer vor allem körperlich nicht zu überfordern, soll die zusammengestellte Tour etwa 90 Minuten dauern. „Es wird mit Sicherheit keine ’normale’, nur in die Nacht verlagerte Stadtführung werden“, blickt Nachtwächter Falk voraus.

Mehr als 200 Jahre patrouillierten die Nachtwächter

Die erste, aktenkundliche Erwähnung eines Jüterboger Nachtwächters datiert aus dem Jahr 1713. Den Dienst versah der gute Mann vom Einbruch der Dunkelheit bis, je nach Jahreszeit, morgens um drei oder fünf Uhr. Als die Stadt größer wurde, wurden zwei Nachtwächter benötigt, die zeitgleich, aber jeder für sich, unterwegs waren. Ab 1865 patrouillierten gar drei nächtliche Kontrolleure durch die Stadt und achteten nicht nur auf zwielichtige Gestalten und die Einhaltung der Sperrstunde in den Schankstuben, sondern waren auch für das Wecken zuständig. 1929, ein Jahr nach der Elektrifizierung der Stadt, endete die Nachtwächter-Ära.

Wie viele Amtsinhaber es im Laufe der Jahre gab, ist ebenso wenig dokumentiert, wie ihre jeweiligen Lebensumstände. Erst zum Ende ihrer Ära besserte sich ihr Ruf ein wenig, so dass sie in den Rang von Hilfsbeamten erhoben wurden.

Tödlicher Sturz in die Tiefe

Eine der Lieblings-Stadtgeschichten von Falk Kubitza, die während der Führung zu hören sein werden, ist die des von der Nikolaikirche gestürzten und dabei ums Leben gekommenen Türmers Joseph Baal. Obwohl der nach 40 Berufsjahren als erfahren galt, stürzte er beim Hochziehen eines Wasserfasses auf das Plateau der Nikolaitürme in die Tiefe. Weiteren Anekdoten widmen sich dem spukenden Stadtschreiber und einem um sein Leben rennenden Sünder.

Die Nachtwächterführung beginnt um 20 Uhr vor dem Mönchenkloster und in der Stadtinformation und ist über die Webseite der Stadt buchbar.

Von Uwe Klemens

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