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Jüterbog Sanierung der Vorstadt Damm kommt in Fahrt
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18:19 08.05.2019
Bauamtsleiterin Kira Wenngatz (l.) berät sich mit den Stadtentwicklern Uwe und Anja Bruckbauer über den Siegerentwurf. Quelle: foto: Uwe Klemens
Jüterbog

 Jüterbogs ältester Stadtteil, die Vorstadt Damm soll attraktiver werden. Über das Wie macht man sich nicht nur in Stadtparlament und -verwaltung seit Jahren Gedanken, sondern auch in der Bürgerschaft. Mit der Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs und der Ermittlung eines Siegerentwurfs ist man nun einen großen Schritt weiter, das knapp elf Hektar große Areal südlich und nördlich der Schloßstraße in den nächsten zehn bis 20 Jahren weiterzuentwickeln.

Kleinteiligkeit macht’s kompliziert

„Das Hauptproblem der Vorstadt ist die Straßenrandbebauung“, sagt Bauamtsleiterin Kira Wenngatz. Die „Schloßbuden“ genannten, aus dem 18. Jahrhundert stammenden und überwiegend klein gehaltenen Gebäude verfallen zunehmend, so dass beidseitig nicht nur mehrere, abbruchreife Häuser stehen, sondern auch schon mehrere Baulücken entstanden sind. „Die kleinteilige Bebauung verkompliziert die Möglichkeit, die Gebäude zu nutzen“, erläutert Stadtplanerin Anja Bruckbauer vom Jüterboger Planungsbüro Bruckbauer & Hennen, weshalb der Verfall bislang nicht wirksam gestoppt werden konnte. Da das Gebiet unter Denkmalschutz steht und das Ziel aller Planungen der Erhalt des Erscheinungsbildes der Straße ist, blieb es bislang beim Verfall.

2017 inspizierte eine Expertengruppe von Denkmalschützern die Vorstadt und empfahl den Jüterbogern, einen städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb auszuloben um so die besten Ideen für die Bewahrung des Straßencharakters, die Nutzbarmachung der Gebäude für Wohn- und Gewerbezwecke und für den Erhalt der Grünflächen zu finden. Die ausgesprochene Empfehlung sicherte zudem die Möglichkeit, den Wettbewerb mit Geld aus dem Budget der Stadtentwicklung zu finanzieren, was sonst nicht erlaubt gewesen wäre.

Zehn Entwürfe standen zur Diskussion

Im Oktober vergangenen Jahres erfolgte die Ausschreibung, die über verschiedene Vergabe- und Wettbewerbsplattformen publiziert wurde. 15 Planungsbüros zeigten sich interessiert, zehn davon reichten bis zum Stichtag Ende März die geforderten Unterlagen ein. Am 25. April tagte im Kulturquartier die aus sieben Experten, Verwaltungsmitarbeitern und Stadtverordneten bestehende Jury. Die Denkmalschutzbehörde agierte als externer Berater ohne Stimmrecht. Nach zehn Stunden Beratung wurde der mit einem Preisgeld von 12 000 Euro ausgelobte erste Platz an den Gemeinschaftsentwurf der Kunst- und Herbert GmbH und das Studio urbane Landschaften, beide mit Sitz in Hamburg, vergeben. Mit 7000, 4500 und 1500 Euro wurden die Zweit- bis Viertplatzierten bedacht. 1500 Euro bekamen alle Wettbewerbsteilnehmer als Aufwandsentschädigung.

Masterplan wird im Detail noch nachgebessert

Der Siegerentwurf habe, trotz einiger Kritikpunkte, die gestellten Bedingungen am besten erfüllt, sagt Wenngatz. Großen Anklang fanden die Ideen, die Schloßbuden für wohnumfeld-verträgliches Kleingewerbe und Kreativwerkstätten umzubauen und dahinter in zweiter Reihe Neubauten für modernes Wohnen zu errichten. Kritikpunkte, die nun in diesem Master-Plan nach nachgebessert werden müssen, waren die zu große Höhe der Wohngebäude und der zu rigoros gedachte Rückbau des dort bereits stehenden Nebengelasses.

„Alles davon kann, nichts davon muss genau so umgesetzt werden, denn wir wollen den Bürgern und den Grundstückseigentümern nicht einfach unsere Ideen 1:1 überstülpen. Am Ende geht es nur mit den Bürgern“, sagt Wenngatz. „Bis das Projekt umgesetzt wird, wird es sicher noch zehn bis 20 Jahre dauern und bis dahin sicher auch für kritische Diskussionen sorgen“, ergänzt Bruckbauer.

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am 11. Mai im Jüterboger Kulturquartier. Aus Anlass des Tages der Städtebauförderung werden die Pläne der Öffentlichkeit präsentiert. Auch die Preisträger und die Juroren werden sich dann den Fragen und etwaiger Kritik stellen. Ausstellungseröffnung ist um 11 Uhr.

Von Uwe Klemens

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