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Jüterbog Kampf gegen marode Leitungen
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Kampf gegen marode Leitungen
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02:20 12.04.2018
Die bereits angebrachte Baumschutz in der Zinnaer Vorstadt kündet vom baldigen Beginn der Baumaßnahme.
Die bereits angebrachte Baumschutz in der Zinnaer Vorstadt kündet vom baldigen Beginn der Baumaßnahme. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog/Rohrbeck

Der Plan, das Kanalsystem in Jüterbogs Zinnaer Vorstadt teilweise zu erneuern, hat schon lange vor allem bei Autofahrern für Diskussionsstoff gesorgt. Seit Mitte vergangenen Jahres liefen hierfür die Planungen und die Absprachen zwischen Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZ), Stadt und Landesbetrieb Straßenwesen. Ab dem 9. April bis Ende Oktober müssen Straßennutzer und Anlieger nun mit teilweise erheblichen Beeinträchtigen leben.

Abwasserrohre aus Kaisers Zeiten

Wie schlecht der Zustand des vor 104 Jahren verlegten, aus 350-Millimeter-Steingutröhren bestehenden Abwasserkanals tatsächlich ist, ergab die Auswertung einer im Herbst erfolgten Kamera-Befahrung, nach der die Baumaßnahme in die Dringlichkeitsstufe „sofort“ erhoben wurde.

„Fast die gesamte Leitung im 182 Meter langen Abschnitt zwischen Trift- und Schollstraße weist umfangreiche Schäden in Form von Rissen, Einbrüchen und Inkrustationen, also verfestigten Ablagerungen auf“, erläutert WAZ-Verbandsvorsteherin Jana Schuhmacher die Sachlage. Die Gefahr eines Rohrbruchs mit folgendem Straßeneinbruch schnellstmöglich zu bannen und das weitere Einsickern von Schmutzwasser und Fäkalien ins Erdreich zu verhindern, war spätestens seitdem das erklärte Ziel.

Archäologen begleiten Bauarbeiten

Die Kosten für die an die Herzberger Meli-Bau vergebene Maßnahme inklusive der Einbindung von 30 Hausanschlüssen betragen 723 000 Euro. Statt der 350er- kommt nun ein 400er Rohr bis zu 4,50 Meter tief in die Erde. Ähnlich wie in der Großen Straße werden auch dort Bodenarchäologen die Maßnahme begleiten.

Die größten Beeinträchtigungen gibt es im Zuge der Arbeiten in beiden Kreuzungsbereichen. Während die Straße zumeist nur halbseitig gesperrt sein wird, ist für die Zeit vom 5. Juli bis zum 15. August, also in der Schulbus-freien Zeit den Sommerferien, laut Plan eine Vollsperrung der Zinnaer Vorstadt vorgesehen. Nach den Ferien bis Ende August geht es unter halbseitiger Sperrung weiter.

Stadt verzichtet auf Straßensanierung

Parallel zur Erneuerung des Schmutzwasserkanals nutzt die Stadt die Gelegenheit, den Regenwasserkanal zu erneuern. Er besteht aus Beton und soll auf einer Strecke von 207 Metern, also bis etwa in Höhe der Musikschule saniert werden. Der Zustand des Straßenkörpers wird hinterher nur unwesentlich besser sein, als derzeit. Da die Stadt kein Geld hat, wird nur dort die Straßendecke neu gemacht, wo die Baugrube war.

Ebenfalls ab kommendem Montag beginnt der WAZ im Niedergörsdorfer Ortsteil Rohrbeck mit einer ähnlichen Maßnahme. Auch dort werden in Kooperation mit der Kommune auf 270 Metern zwischen dem Kreuzungsbereich Dennewitzer Straße und Ortsausgang in Richtung Jüterbog Schmutzwasserkanal, Schmutzwasserdruckleitung und Trinkwasserleitung, die vor 50 Jahren aus Asbestzement errichtet wurden, sowie das offene Straßenentwässerungssystem erneuert.

Rohrbeck: Umfahrung über die Nachbarorte

Ab dem 9. April bis zum 1. Juli, sowie vom 5. September bis Ende Oktober ist die Straße deshalb vollgesperrt. In der Zeit dazwischen, also vom 2. Juli bis zum 4. September, wird unter halbseitiger Straßensperrung gebaut, da in dieser Zeit auf der B102 zwischen Altes Lager und Jüterbog die Deckschicht erneuert wird und der Verkehr über Niedergörsdorf, Gölsdorf, Dennewitz und Rohrbeck umgeleitet werden muss.

Die vom WAZ getragenen Kosten für den Kanal- und Leitungsneubau betragen 513 000 Euro. Regenwasserkanal und Seitenbereiche werden durch die Kommune finanziert. Die Kosten für die Erneuerung der Straße trägt der Landesbetrieb Straßenwesen.

Von Uwe Klemens