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Jüterbog Die Geheimnisse des Klemmkuchen backens
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17:47 03.02.2019
Neulinge am Klemmeisen bekommen von der Jury, Andreas Dehn (l.) und Wolf-Dieter Boche nützliche Ratschläge, wie das Gebäck perfekt wird. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

„Wenn es zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“, heißt es in einem Sprichwort. Schlecht genug war das Wetter in und um Jüterbog am Wochenende tatsächlich. Von einem Besuch beim traditionellen Klemmkuchenfest ließen sich dennoch viele Einwohner und Gäste nicht abhalten.

Immer am Sonntag nach Lichtmess findet die Veranstaltung statt. Der katholische Feiertag stellte vor vielen Jahren das Ende der Weihnachtszeit dar – höchste Zeit also für neues Gebäck und der perfekte Anlass für das Klemmkuchenfest.

Nicht zu viel Teig, ab und zu wenden und die richtige Portion an Geduld: Wer sich beim Klemmkuchen backen erfolgreich ausprobieren möchte, braucht Erfahrung. Für alle Neulinge gab es in Jüterbog Ratschläge vom Heimatverein.

Fünf Jahre ist es her, dass in der Gaststätte „Damm 119“ in Jüterbog zum ersten Mal öffentlich Klemmkuchen gebacken wurden – und das auch noch um die Wette. Der Heimatverein Jüterboger Land und Gastwirtin Betti Krähe hatten sich den Spaß gemeinsam einfallen lassen. „Inzwischen haben wir viele Wiederholungstäter dabei“, berichtet Vereinsmitglied Andreas Dehn, der nicht selbst mitbacken darf, obwohl er es besonders gut kann. Dehn bildet gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Wolf-Dieter Boche die Jury.

Oberste Regel: Der Klemmkuchen muss schön braun sein

Denn dem Fläming-Volk ist das Klemmkuchenbacken so heilig, dass es für den Wettbewerb strenge Regeln gibt. „Wir haben einen Muster-Klemmkuchen gebacken, der genau den richtigen Bräunungsgrad hat“, erklärt Boche, „wer sie zu hell backt, bekommt Strafsekunden.“

So soll er aussehen: Jury-Mitglied und Heimatfreund Wolf-Dieter Boche präsentierten den Wettbewerbsteilnehmern den Muster-Klemmkuchen. Quelle: Victoria Barnack

Trotz strenger Regeln: Die Idee der Jüterboger war ein Volltreffer. Gut ein Dutzend Teams beteiligen sich alljährlich am Klemmkuchen-Wettbewerb. Musiker, Beamte, Handwerker und Hausfrauen, sogar ein echtes Prinzenpaar hat sein Können am Klemmeisen bereits bewiesen. 14 Pärchen traten in diesem Jahr an. „Dass sich so viele Leute auch spontan beteiligen, freut uns“, berichtet Heimatvereinsmitglied Falk Kubitza, „in diesem Jahr gab es sogar eine Warteliste vor dem Backzelt.“

Gasherd sorgt für Hitze und faire Bedingungen

Sein Kollege aus der Klemmkuchen-Jury verrät, dass das sogar ein Vorteil für alle ist. „So bleibt das Eisen immer schön warm“, sagt Andreas Dehn. Immerhin sollen faire Bedingungen herrschen. Dafür hat der Heimatverein sogar einen Gaskocher angeschafft. „Bei schlechtem Wetter, so wie in diesem Jahr, bringt das Feuer einfach nicht genug Hitze“, erklärt er.

Ein Gasherd gewährleistet, dass alle Teilnehmer gleich gute Bedingungen beim Backen haben. Quelle: Victoria Barnack

Viel mehr Tipps und Tricks will er den Teilnehmer allerdings nicht verraten. Wie lange das geschlossene Klemmeisen über der Flamme liegen muss, damit das Gebäck die richtige Farbe hat? „Das müssen die Bäcker selber herausfinden“, sagt Dehn mit einem Augenzwinkern. Großmutter konnte das immerhin auch ohne Stoppuhr.

„Ich backe sonst nur elektrisch“

Neulinge tun sich deshalb immer ein wenig schwer am Klemmeisen. Denn beim ständigen Auf- und Zuklappen, um nach dem Gebäck zu schauen, geht die wichtige Wärme verloren.

Das musste beim inzwischen sechsten Klemmkuchenfest auch Gastgeberin Betti Krähe feststellen. Zum ersten Mal traute sie sich, mitzumachen. „Ich backe doch sonst nur elektrisch“, sagt sie, „aber das hier ist gar nicht so einfach.“ Spaß macht es trotzdem und schmeckt am Ende mindestens genauso wie mit Hitze aus der Steckdose.

Die richtige Menge Teig für das hauchdünne Gebäck ist gar nicht so leicht abzuschätzen. Quelle: Victoria Barnack

Trotz olympischen Gedankens: Den meisten Spaß hatten wohl auch in diesem Jahr Irina Schneider und Dominik Dietzel. Die beiden Vorjahressieger konnten den Titel und damit auch den Wanderpokal verteidigen.

Erfahrung ist also doch ein Vorteil am Klemmeisen über offener Flamme. „Drei Klemmkuchen in zwei Minuten und 44 Sekunden, das ist eine echte Spitzenzeit“, gratulierte Heimatfreund Kubitza zum Sieg.

Von Victoria Barnack

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