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Jüterbog Letztes Heimatfest unter alter Regie
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Letztes Heimatfest unter alter Regie
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01:15 19.06.2019
Die Vorschulkinder der Kita „Pittiplatsch“ zeigten Initiative und kamen mit ihrer selbstgebastelten Seifenkiste. Quelle: Isabelle Richter
Kloster Zinna

„Es ist schon irgendwie ein komisches Gefühl“, sagte Gabriele Schröder ein wenig nachdenklich während des Heimatfestes in Kloster Zinna am Samstagnachmittag. Zum ersten Mal seit 15 Jahren eröffnete nicht sie die Feierlichkeiten, sondern ihr langjähriger Kompagnon im Ortsbeirat, Hanno Schneider.

Der Grund für den Rollentausch: Gabriele Schröder hatte nach den Kommunalwahlen am 26. Mai bekanntgegeben, dass sie ihre Wahl in den Ortsbeirat von Kloster Zinna nicht annehmen wird. Die Klosteraner sollen ihr Schicksal künftig selbst in die Hand nehmen.

Klarer Cut: Rückzug aus allen Aktivitäten

Nachdem Schröder sich 15 Jahre lang als Ortsvorsteherin und zehn Jahre als Fraktionsmitglied der SPD in der Jüterboger Stadverordnetenversammlung für die Entwicklung Kloster Zinnas einsetzte, soll nun Schluss sein – und zwar mit all ihren Aktivitäten. Dazu gehöre auch die jährliche Organisation des beliebten Heimatfestes auf der Festwiese vor dem Klostermuseum. Gabriele Schröder wird sich künftig aus dem Festkomitee zurückziehen. Auf die Frage, ob ihr das nach all den Jahren auch wirklich gelingen wird, antwortete die 57-Jährige mit einem entschlossenen „Ja“. Schröder sei mit ihrem Latein am Ende – aus ihrer Sicht müsse in Kloster Zinna dringend eine Veränderung her.

Kirchenälteste glaubt noch an Zusammenhalt

Ob diese positiv oder negativ für den Ort ausfällt, müssten die Bürger laut der Ex-Ortsvorsteherin selbst entscheiden. Insgeheim hofft Gabriele Schröder aber darauf, dass sich in Zukunft wieder ein wenig mehr Klosteraner für die Dorfgemeinschaft engagieren und das diesjährige Heimatfest nicht das letzte gewesen sein wird.

Die Dennewitzer Flämingtrachten zählen mit ihren Auftritten seit Jahren zum festen Bestandteil des Heimatfestes in Kloster Zinna. Quelle: Isabelle Richter

Auch Ingrid Rosenzweig bedauert Gabriele Schröders Entscheidung. „Es ist schade, denn sie hat viel Erfahrung und auch Spaß dabei“, so die Kirchenälteste. Dass das Heimatfest in den kommenden Jahren ausbleibt, sehe sie aber noch nicht. Rosenzweig erklärte: „Wir haben so viel Potenzial – wenn wir alle zusammenhalten, dann stemmen wir auch die Zukunft.“ Immerhin gebe es ja auch noch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr oder die Mitglieder des Fördervereins, die ebenfalls ein großes Interesse an einer funktionierenden Dorfgemeinschaft hätten.

Kaum Resonanz auf Seifenkisten-Idee  

Trotzdem: Wie träge das Engagement aktuell im Ort ist, zeichnete sich auch am Sonnabend ein wenig während der Seifenkisten-Show ab. Gabriele Schröder hatte sie als neuen Programmpunkt eingebracht und auch hier im Vorfeld eifrig versucht, ihre Mitbürger zum Mitmachen zu bewegen. Immerhin winkten für die drei schönsten Seifenkisten auch ein paar attraktive Gutscheine im Wert von 25, 50 und 75 Euro. Doch auch das konnte die meisten Einwohner nicht hinter dem Ofen hervorlocken.

Dirk Bergmann aus Grüna (schwarzes T-shirt) unterstützte die Seifenkisten-Aktion ebenfalls mit zwei selbstgebauten Modellen. Quelle: Isabelle Richter

Drei Seifenkisten rollten dann zum Glück noch an. Die Vorschulkinder der örtlichen Kita „Pittiplatsch“ hatten mit Hilfe eines netten Großvaters ein klassisches Modell gebaut und sich darauf mit ihren Handabdrücken und einem bunten Schriftzug verewigt.

Unterstützung aus dem Nachbarort

Darüber hinaus hatte Dirk Bergmann aus Grüna zwei besonders individuelle Seifenkisten mitgebracht. Der Familienvater hatte mehrere Tage daran gebastelt. Er erklärte am Samstag: „Ich wollte die Initiatoren damit einfach ein bisschen unterstützen. Ich meine, da versuchen welche, etwas auf die Beine zu stellen.“

Der Grünaer findet die Idee super und kündigte deshalb schon gleich die Fortführung an. „Wir versuchen, nächstes Jahr mal ein richtiges Rennen zu machen“, so Bergmann. Vielleicht schafft es der engagierte Grünaer ja bis dahin, auch den ein oder anderen Klosteraner mit in den Bann zu ziehen.

Von Isabelle Richter

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