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Jüterbog Stadtpolitiker wollen Lösung im Boxer-Streit
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Stadtpolitiker wollen Lösung im Boxer-Streit
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08:06 27.10.2018
Das Gebäude im Grünaer Weg dient den Boxern als Trainingsort. Es ist stark sanierungsbedürftig. Quelle: Victoria Barnack
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Jüterbog

Der Streit zwischen den Boxern des ESV Lokomotive Jüterbog und der Stadtverwaltung sorgt auch unter den Lokalpolitikern für Diskussionen. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung forderten Vertreter verschiedener Parteien eine Lösung. „Vor dem Umzug der Boxer in dieses Gebäude haben wir Stunden damit zugebracht, eine geeignete Unterbringung zu suchen“, erklärte Maritta Böttcher (Die Linke). Damit die Bemühungen nun nicht umsonst sind, sprach sie sich für eine Lösung im Sinne aller Beteiligten aus. „Dafür sollte die Stadt alles tun, was möglich ist“, so Böttcher.

SPD-Politiker Erik Stohn schloss sich der Forderung an. Er schlug vor, dass die Boxer mit Mitteln aus dem Verfügungsfond der Stadt unterstützt werden könnten.

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Streit um Ablesevorrichtungen für Wasser, Strom und Co.

Knackpunkt in dem Streit sind die Finanzen. Bürgermeister Arne Raue (parteilos) wirft dem Verein vor, Abschläge für die Nebenkosten nicht wie vereinbart zu zahlen. Der Vereinsvorsitzende Helmut Meck bestreitet das und verweist auf eine laut seinen Aussagen unrechtmäßige Abrechnung der Nebenkosten

Das Gebäude ist vor allem aus energetischen Aspekten sanierungsbedürftig. Die Betriebskosten sind deshalb hoch. Quelle: Victoria Barnack

Im Fokus stehen dabei offenbar die Ablesevorrichtungen in dem Gebäude, das aus DDR-Zeiten stammt und stark sanierungsbedürftig ist. Die Geräte mit denen unter anderen Strom- und Wasserverbrauch abgelesen werden, sollten laut der Sozialausschussvorsitzenden Böttcher als Voraussetzung für eine Abschlagszahlung in angemessener Höhe erneuert werden. „Das ist aber offenbar erst in diesem Jahr passiert“, erklärte sie den Ursprung der Streitigkeiten.

„Können dafür keinen Schulumbau ausfallen lassen“

Auch im Bauausschuss war das alte Gebäude im Grünaer Weg bereits Thema. Der Ausschussvorsitzende Eberhard Mertens (Vereinigte Fraktion) hatte sich gegen eine Sanierung durch die Kommune, die Eigentümer des Gebäudes ist, ausgesprochen. Die Kosten sollen sich nach Informationen der Stadt auf circa 500.000 Euro belaufen. „Wir können keinen Schulumbau ausfallen lassen für Dinge, die nicht so dringend sind“, erklärte Mertens. Dass die Erneuerung eines so alten Gebäudes kostspielig werde, sei klar.

Der ESV-Vorsitzende Meck berichtet derweil von positiven Reaktionen. „Seit der Veröffentlichung haben sich viele Menschen aus der Stadt bei uns gemeldet“, erklärt er. Einige von ihnen hätten auch Lösungsvorschläge gebracht, beispielsweise zu alternativen Trainingsstätten für die Boxer.

Von Victoria Barnack