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Jüterbog Mieterverein befürchtet Mieterhöhungen
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Mieterverein befürchtet Mieterhöhungen
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18:46 27.03.2019
Die Brachfläche des ehemaligen Kasernengeländes Fuchsberge soll auch für Wohnbauzwecke genutzt werden. Quelle: foto: Uwe Klemens
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Jüterbog

Der Mieterverein ist besorgt, wie er in einer Pressemitteilung schreibt. Er beobachte, wie die Grundstücke knapper werden und die Mieten steigen. „Wir haben in Jüterbog momentan eine Beratung nach der anderen wegen Mieterhöhungsverlangen der Vermieter“, sagt Claus Schulze, langjähriger Vorsitzender und jetziger Schatzmeister des Vereins.

Es sei zwar schön, dass neue Bürger nach Jüterbog ziehen, meint der Mietervereinsvorsitzende Clemens Neumann, „aber die Stadt muss darauf achten, dass das nicht zu Lasten der hier Wohnenden geht“. Er habe Angst, dass sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Jüterbog (WBJ) mit dem Kauf des ehemaligen Kasernengeländes zwischen Fuchsberge, Millionenbrücke und Bahnanlage übernimmt.

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Zweifel an angemessenem Kaufpreis

Wie MAZ berichtete, hat die WBJ dieses Gelände für eine höhere sechsstellige Summe vom Land gekauft. Neumann stellt die Frage, ob der Kaufpreis angemessen war, befürchtet Bodenkontamination und fragt: „Wieso hat die Stadt kein Geld, aber die WBJ kauft Grundstücke? Muss die Stadt anschließend Grundstücke verkaufen, um die WBJ zu unterstützen?“ Neumann warnt davor, dass die Mieten in Jüterbog weiter steigen, wenn sich die WBJ im Auftrag der Stadt verkalkuliert haben sollte.

WBJ: Wohnungsbedarf bedienen

WBJ-Geschäftsführer Dierk Giese widerspricht diesen Befürchtungen auf MAZ-Nachfrage: „Als Wohnungsbaugesellschaft müssen wir auch bauen dürfen. Dazu brauchen wir Vorratsgrundstücke wie die Fuchsberge, um hier Wohnungen zu sozialverträglichen Mietpreisen bauen zu können.“ So sei es das Ziel der WBJ, den wachsenden Wohnungsbedarf mit moderner Wohnqualität bedienen zu können. Um sicher zu gehen, habe man ein aktuelles Bodengutachten erstellen lassen, sagt Giese zum Thema Kontamination.

Maßvolle Mieterhöhung

„Wir müssen aufgrund dieses Kaufs keine Mieten erhöhen“, betont der WBJ-Geschäftsführer. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun. Diejenigen Mieterhöhungen, die derzeit durchgeführt würden, geschehen nach dem Vergleichsmietverfahren. Immerhin hätte man viele Jahre keine Mieterhöhungen mehr vorgenommen und die jetzigen seien „maßvoll“.

Zufällig zur Wahlkampfzeit

Auch dem Eindruck Neumanns, dass dieser Kauf „politisch genutzt werden soll“, widerspricht Giese: „Es ist mehr als zufällig, dass der Kauf in die Wahlkampfzeit fällt.“ Dem sei ein mehrjähriger Prozess mit vielen Genehmigungsschritten des Landes vorausgegangen.

Von Hartmut F. Reck