Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Jüterbog Kanzelstreit wie vor 500 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Kanzelstreit wie vor 500 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:43 31.10.2019
Während Dappen und Müntzer nacheinander sprechen, zeigen sich die übrigen Mönche entsetzt über Müntzers Worte, die ihre Existenz gefährden. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Der Kanzelstreit zu Jüterbog, ausgefochten zwischen dem Franziskaner-Mönch Bernhard Dappen und dem Lutheraner Thomas Müntzer, gilt in der Geschichte der Aufspaltung der christlichen Kirche als fast ebenso bedeutend wie das Anschlagen der 95 Lutherischen Thesen am Wittenberger Kirchenportal knapp zwei Jahre zuvor. Genau 500 und ein halbes Jahr später gab es am Reformationstag in der Jüterboger Mönchenkirche als einem der Originalschauplätze die Nachstellung des historischen Schlagabtauschs zu erleben.

Historischer Kanzelstreit zu Jüterbog Quelle: Uwe Klemens

Streitgespräch nachempfunden

Anhand von zwei Originalbriefen, mit denen sich der Franziskaner Dappen einst voller Empörung mit der Forderung an den Vatikan wandte, gegen die „Wanderprediger aus Wittenberg“, wie er die Kirchenreformer abschätzig nannte, vorzugehen, hat Ortschronist Hendrik Schulze mehrere der damaligen Zeit nachempfundene Monologe entworfen. Diese mögen zu Ostern 1519 innerhalb weniger Tage abwechselnd auf den Kanzeln der Mönchen-, sowie der benachbarten Nikolaikirche zu hören gewesen sein.

Dabei beziehen sich die Kontrahenten jeweils auf das vom Glaubensgegner zuvor Gesagte. Denn das Mitschreiben von Predigten, um dem Feind daraus einen Strick zu drehen, war auch vor einem halben Jahrtausend schon beliebt. Dank Dappens detaillierter Aufzeichnungen blieben die Thesen und Antithesen im Glaubenskrieg um die Kanzel- Hoheit fast wortgetreu erhalten.

Falk Kubitza als Thomas Müntzer Quelle: Uwe Klemens

Selbst in die Rolle geschlüpft

Während Schulze selbst in die Rolle des Mönches schlüpfte, übernahm Stadtverordneter und Fremdenführer Falk Kubitza den Part Müntzers. Zusammen mit Jens Katterwe als Gitarre spielendem Erzähler und zwei weiteren, empört dreinschauenden Mönchs-Darstellern, erlebte die Kanzelstreit-Nachstellung bereits vor einem Jahr ihre Premiere, blieb mit knapp 30 Zuhörern aber relativ unbeachtet. Mehr als 80 Gäste, darunter sogar aus dem Luther-Refugium Wittenberg, waren diesmal gekommen um, teils von der Schärfe der Anschuldigungen überrascht, teils amüsiert, dem Kanzelstreit zu Jüterbog zu lauschen. „Wenn Leuten dieser Teil der Geschichte so nahe gebracht wird, ist das eine wirklich tolle Sache“, schwärmte Dagmar Henkel, die nach der Vorstellung die Darsteller aufsuchte, um sich zu bedanken. Trotz der 500 Jahre dazwischen sind ihrer Meinung nach die Bezüge zur heutigen Zeit nicht zu übersehen, weshalb es die Aufführung in spätestens fünf Jahren erneut geben solle.

Von Uwe Klemens

Die Bahn baut weiterhin in der Region Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Auf diesen Linien kommt es zum Ausfall von Zügen.

31.10.2019

Die Bahn baut weiterhin in der Region Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Auf diesen Linien kommt es zum Ausfall von Zügen.

31.10.2019

Am Dienstagabend liefen Twitter, Facebook und Co. heiß: Die Reaktionen auf die Sendung „Hartz und herzlich“ reichten von sarkastischen Kommentaren bis hin zu virtuellen Wutausbrüchen. Niedergörsdorfs Bürgermeisterin bleibt bei ihrer harschen Kritik an dem RTL 2-Format.

31.10.2019