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Jüterbog Bündnis benennt Bürgermeisterkandidaten
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01:16 29.04.2019
Clemens Neumann (SPD) will Bürgermeister von Jüterbog werden. Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

Der Wettstreit um den Chefsessel im Jüterboger Rathaus ist eröffnet. Nach dem Tauziehen um den Wunsch des Amtsinhabers Arne Raue (parteilos), den Termin vorzulegen, wurde der Wahltermin seitens der Landrätin auf den 1. September 2019 festgesetzt. Mit Clemens Neumann, der zwar SPD-Mitglied ist, aber ausdrücklich nicht als SPD-Kandidat antritt, sondern ein Bürgerbündnis aus Mitgliedern verschiedener Parteien und Gruppierungen hinter sich weiß, gibt es nun einen ersten Gegenkandidaten zum Amtsinhaber, der ebenfalls antritt.

Einen statt spalten

Die Idee und das erste Arbeitstreffen, um einen gemeinsamen, parteiübergreifend agierenden Kandidaten zu nominieren, gab es bereits im Herbst. Neben politisch interessierten Bürgern ohne Parteibuch nahmen daran auch SPD-, Linken-, und CDU-Mitglieder sowie Vertreter des Gemeindekirchenrates (GKR) der evangelischen St.-Nikolai-Gemeinde teil, dessen Mitglied auch Clemens Neumann ist.

Eine offizielle Unterstützung der CDU wird es jedoch nicht geben. CDU-Kreischef Danny Eichelbaum wie der Ortsvorsitzende Raban von Studnitz teilten mit, dass sie die Kandidatur Neumanns ablehnen. „Die CDU wird keinen linken SPD- Bürgermeisterkandidaten in Jüterbog unterstützen“, teilte Eichelbaum mit.

„Der wichtigste Gedanke ist: Wir brauchen an der Spitze der Stadt jemanden, der eint, statt zu spalten, jemanden der es schafft, eine sachliche Diskussion zu führen, die im Konsens zu vernünftigen Entscheidungen zum Wohle der Stadt führen“, sagt Erik Stohn, der für die SPD sowohl im Stadtparlament als auch im Landtag sitzt und zudem Brandenburgs Generalsekretär seiner Partei ist. Neben ihm gehören auch die Stadtverordneten Falk Kubitza (SPD) und Anton Gorisek (Die Linke) sowie die GKR-Vorsitzende Martina Richter zu Neumanns Wahlkampfteam.

Zuhören und Konsens finden

Weitere inhaltliche Schwerpunkte sieht das Bürgerbündnis in einer Verbesserung der Zusammenarbeit von Stadtparlament und Verwaltung sowie zwischen den Verwaltungen und Bürgermeistern der Region und mit der Kreisverwaltung, wo es statt Konfrontation mehr Erfahrungsaustausch und Konsens geben müsse.

„Gerade auf kommunaler Ebene, wo die Leute viel dichter aneinander dran sind, ist parteiübergreifendes Miteinander viel leichter zu machen als zum Beispiel auf der Ebene der Landes- oder Bundespolitik, auch wenn es dort theoretisch machbar wäre“, sagt Neumann. Eine ausgiebige Liste mit den Arbeitspunkten, die er als Bürgermeister als Erstes angehen würde, hat er bisher noch nicht ausgearbeitet. Mit Absicht. „Ich bin jemand, der sich mit Leidenschaft den Problemen stellt, die anliegen, und sich dabei die Leute anhört, um dann zu einer möglichst gemeinsamen Lösung zu kommen“, sagt der 46-Jährige.

Volljurist mit politischer Erfahrung

Der gebürtige Berliner, der zusammen mit Ehefrau und vier Kindern vor acht Jahren nach Jüterbog zog, studierte an der FU Jura und arbeitete 14 Jahre als Anwalt für Familien-, Miet-, Sozial-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht, bevor er als wissenschaftlicher Berater eines SPD-Bundestagsabgeordneten unter anderem auch für die Arbeit im Sport-, Europa- und Menschenrechte-Ausschuss zuständig war. Danach wechselte er in die Verwaltung der Rheinland-Pfälzischen Landesvertretung in Berlin und arbeitet derzeit als Justiziar im Bundesrat.

Aus Anlass des 495. Jahrestages der Verleihung des Stadtrechts an Jüterbog lädt Neumann am Montag ab 18 Uhr alle Interessierten zu einem Glas Sekt in die Werbeagentur Gorisek auf dem Markt ein und will sich dort zum ersten Mal auch als Bürgermeister-Kandidat präsentieren.

Anm. d. Red.: Der CDU-Kreisvorsitzende Danny Eichelbaum hat nach der ersten Veröffentlichung des Textes klar gestellt, dass die CDU den Kandidaten Clemens Neumann nicht unterstützt. Dies wurde ergänzt.

Von Uwe Klemens

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