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Jüterbog Politiker streiten über Munition auf Ex-Militärfläche
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Politiker streiten über Munition auf Ex-Militärfläche
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18:11 28.06.2019
Immer wieder geht bei Bränden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz alte Munition in die Luft. Quelle: Bundespolizei Flugdienst
Jüterbog

Das Feuer ist gelöscht, doch der Streit geht weiter: Wie gefährlich sind Einsätze auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog wirklich? Bürgermeister Arne Raue (WsJ) hatte seine Feuerwehr während des großen Waldbrandes Anfang Juni vom Einsatz abgezogen. Er fürchtet chemische Kampfmittel auf dem ehemaligen Militärgelände und hat damit eine Grundsatz-Diskussion auf politischer Ebene eröffnet.

Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ist gelöscht. Nur vereinzelt steigt noch Rauch auf. Bei der Übergabe der Zuständigkeit vom Landkreis Teltow-Fläming an die Ortswehren von Jüterbog und Nuthe-Urstromtal sowie an die Stiftung Naturlandschaften als Eigentümer wurden weitere vorkehrende Maßnahmen erörtert.

Ob sich tatsächlich chemische oder gar radioaktive Stoffe in der Luft befanden, während die Feuerwehrleute den Brand bekämpften, sollten spezielle Messgeräte vor Ort klären.

AfD will Einsicht in Messergebnisse vor Gericht durchsetzen

Die Ergebnisse sind nun zum Politikum mutiert. Denn nicht nur Raue interessierte sich für die Luftanalyse. Auch die AfD wollte wissen, ob die Gesundheit von Einsatzkräften und Bürgern in der Umgebung tatsächlich bedroht war und ist. Zweimal will die Kreis- und Landtagsabgeordnete Birgit Bessin bereits Einsicht in die Ergebnisse der Luftuntersuchung erbeten und bis heute nicht erhalten haben.

„Warum werden die Ergebnisse der Untersuchungen nicht öffentlich gemacht“, fragt Bessin und kündigt nun an: „Mein Recht auf Einsicht in alle Unterlagen werde ich notfalls auch gerichtlich durchsetzen.“

Trotz des vielen Regens gibt es keine Entwarnung: Vereinzelte Feuer brennen noch immer. Die Bundespolizei hat Luftaufnahmen der Waldbrände aufgenommen.

Den harschen Vorwurf der Geheimhaltung hat die Kreisverwaltung am Freitag zurückgewiesen. „Abgeordnete der AfD haben beim Landkreis den Einsatzbericht der Analytischen Task Force angefordert“, bestätigt die Leiterin des Katastrophenschutzstabes, Silke Neuling, „diesem Anliegen wurde umgehend entsprochen. Der Bericht wurde am 13. Juni 2019 per E-Mail übermittelt.“

Silke Neuling ist Leiterin des Katastrophenschutzstabes des Landkreises Teltow-Fläming. Quelle: Hartmut F. Reck

Das Fazit darin: Weder aus den Messdaten des Erkundungswagens noch aus der Fernerkundung der Analytischen Task Force ergaben sich Hinweise auf Gefahrstoffe oder freigesetzte Radioaktivität.

AfD fordert Einsicht in die komplette Akte

Doch der AfD genügt das nicht. Sie will nicht nur den Ergebnisbericht lesen sondern fordert die komplette Akteneinsicht in die Messvorgänge auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog.

Während des Großbrandes war nicht nur der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes vor Ort. Die Analytische Task Force des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe war mit einem Messwagen präsent. Dank Fernerkennungssystems kann dieser über große Entfernungen hinweg chemische Gefahren ausmachen.

Die Rauchwolke über dem Truppenübungsplatz war mehrere Kilometer weit zu sehen. Quelle: Feuerwehr Jüterbog

„Derartige Untersuchungsergebnisse und vor allem die wissenschaftlich fundierte Auswertung gibt stets nur die beauftragte Untersuchungsstelle heraus“, erklärt Silke Neuling nun.

Bevor der Landkreis der AfD also Akteneinsicht gewähren darf, muss dieser erst die Zustimmung vom Bundesamt einholen. „Das ist gesetzlich so geregelt und in Bearbeitung“, sagt Neuling.

Raue verbietet Jüterboger Feuerwehr Zutritt zum TÜP

Auch Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue zweifelt die Aussagekraft der Ergebnisse an. Statt Akteneinsicht anzufordern, hat er allerdings andere Schlüsse gezogen. Für die Feuerwehr der Stadt Jüterbog gilt seit mehreren Tagen ein Betretungs- und Befahrungsverbot für den ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog-West.

„Diese Festlegung ist erforderlich, da diese Flächen mit Kampfmitteln chemischer Art sowie Explosivstoffen belastet sind und beim Betreten oder Befahren eine potentielle nicht einschätzbare Gefahr für die Kameraden der Feuerwehr ausgeht“, erklärt Raue seine Anordnung.

Von Victoria Barnack

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