Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Jüterbog Der Parkplatz als Schrottplatz
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Der Parkplatz als Schrottplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:39 25.03.2019
Nur demoliert oder schon Schrott? Dieser Mercedes mit polnischem Kennzeichen steht schon seit drei Jahren auf dem Parkplatz in Kloster Zinna. Quelle: Hartmut F. Reck
Kloster Zinna

Auf den ersten Blick stehen sie ganz unauffällig da. Der schwarze Mercedes-Kombi E-Klasse und der grün-metallic-farbene Mini-Van von Opel sehen aus, als ob sie auf dem Parkplatz hinter der ehemaligen alten Stadtmühle am Übergang von der Klosterstraße in die Bahnhofstraße nur kurz mal abgestellt worden sind und am Abend wieder abgeholt werden. Doch der Mercedes, so meint Mischa Jurtzik, der in der Alten Stadtmühle wohnt, stehe schon mindestens seit drei Jahren dort, der Opel seit etwa einem Jahr.

Kein Parkverbot für ausländische Autos

Es sind nicht die einzigen Autos mit polnischen Kennzeichen, die auf diesem Parkplatz stehen. Doch die anderen werden wenigstens hin und wieder mal bewegt, sind dann mal weg, kommen wieder, oder es stehen andere polnische Autos auf dem Parkplatz. Dies sei auch nicht verboten, hatte Joachim Wasmansdorff, Ordnungsamtsleiter der Stadt Jüterbog, im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing betont (MAZ berichtete). So dürften auf öffentlichen Parkplätzen alle Fahrzeuge, die ordnungsgemäß angemeldet sind, stehen.

Dazu sind Parkplätze ja auch da, aber nicht, um als Schrottplätze zweckentfremdet zu werden. Doch schon bei der Definition von Schrott gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Was ist Schrott?

„Es ist nicht verboten, auch demolierte Autos abzustellen“, sagt Joachim Wasmansdorff, denn auch in diesem Zustand könnten sie noch fahrbereit sein. Wenn sie aber wirklich nach „Schrott“ aussehen, die Reifen platt sind und vor allem keine gültige Straßenverkehrszulassung oder eine abgelaufene TÜV-Marke auf dem Nummernschild klebt, dann bringt das Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde einen runden roten Aufkleber am Auto an, in dem der Halter des Fahrzeugs aufgefordert wird, das Fahrzeug zu entfernen.

Ordnungsamt klebt rote Punkte auf

„Wir sind nicht die Entsorgungsbehörde“, so Gabriela Kaiser vom Jüterboger Ordnungsamt, „sondern die Ermittlungsbehörde.“ Doch schon allein die Fahrzeughalter der polnischen Autos zu ermitteln, ist so gut wie unmöglich. „Wir kriegen von Polen keine Halterermittlungen“, weiß sie. Auf jeden Fall will sie nun noch einmal die Situation vor Ort überprüfen und die roten Punkte aufkleben lassen.

Letztlich muss die Abfallbehörde entsorgen

Wenn nach vier Wochen nichts geschieht, wird die Angelegenheit dem Landkreis übergeben, denn dessen Umweltamt ist die zuständige Abfallbehörde. Doch auch dort reißt man sich nicht um die Entsorgung, wenn man nicht weiß, wem man dies in Rechnung stellen kann.

In den Fensterritzen des Opel-Vans wächst schon das Moos. Quelle: Hartmut F. Reck

Dass die Autos aber „Schrott“ sind und dass sie lange nicht bewegt wurden, zeigt nicht nur der blühende Rost, sondern auch die Tatsache, dass in den Fensterritzen des Opels schon das Moos wächst.

Von Hartmut F. Reck

Die Schüler des Abitur-Abschlussjahrgangs am Jüterboger Gymnasium haben für ihren Gala-Abend ein eigenes Stück inszeniert. Das Gemeinschaftsprojekt spielte auch mit Lehrerklischees.

25.03.2019

Trotz der angespannten Haushaltssituation leistet sich Jüterbog 665 000 Euro an freiwilligen Leistungen. Diese beziehen sich unter anderem auf den Bildungs-, Jugend- und Sportbereich.

22.03.2019

Die Arbeit der vor wenigen Monaten gegründeten AG Barrierefreiheit trägt erste Früchte. Das Ärgernis des zugeparkten des Gehweges vor dem Ärztehaus ist nun Geschichte. Eine Info-Broschüre kommt bald.

22.03.2019