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Jüterbog LCKW-Anlage reinigt seit 2004 Grundwasser
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog LCKW-Anlage reinigt seit 2004 Grundwasser
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01:15 15.06.2019
Andreas Isenberg von der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG) erläutert die Schautafeln der Sonderausstellung. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog

Die Russen waren schon zehn Jahre weg aus Deutschland, aus Jüterbog, aus Neues Lager, da konnte endlich eine Anlage in Neues Lager errichtet werden, die dafür sorgt, dass Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) aus dem Grundwasser gefiltert werden.

Seit 15 Jahren rund um die Uhr im Betrieb

Seit 15 Jahren ist diese Anlage nun rund um die Uhr in Betrieb. Notwendig wurde dieses Konversionsprojekt, weil sich hier seit 1936 eine chemische Reinigung befand, die dieses Mittel massenhaft einsetzte. Das setzte sich mit der Übernahme des militärischen Objekts durch die sowjetischen Streitkräfte 1945 fort. Sie betrieben die Liegenschaft Neues Lager als Ausbildungslager und nutzten sie für Wartungs- und Dienstleistungszwecke. 1986 errichteten sie in Neues Lager sogar noch eine neue Wäscherei.

Die LCKW-Anlage in Neues Lager. Quelle: privat

Von Lösemitteln verunreinigt

Hier sind der Boden und das Grundwasser vor allem durch Lösemittel (Trichlorethen) verunreinigt. Aufgrund von Untersuchungen von 2001 wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet. Seit Ende 2014 ist die Anlage in Betrieb, anfangs samt Bodenluftabsauganlage, die inzwischen aber stillgelegt werden konnte. Dafür muss seit 2011 das Grundwasser nicht nur aus dem oberen, sondern auch aus dem unteren Grundwasserleiter gehoben und in der Sanierungsanlage gereinigt werden.

Karte von Jüterbog zwischen dem Truppenübungsplatz („Schießplatz“) Jüterbog-West im Nordwesten und dem Truppenübungsplatz Heidehof (Jüterbog-Ost) im Osten. Die blauen Flächen sind ehemalige militärische Einrichtungen. Quelle: Hartmut F. Reck

„Die Sanierungsbrunnen schaffen derzeit 44 Kubikmeter in der Stunde, 1056 am Tag“, erläuterte Andreas Isenberg von der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG) am Mittwoch bei der Eröffnung einer Sonderausstellung im Kulturquartier Jüterbog. Insgesamt seien es bisher 41 Tonnen LCKW, die man dadurch „gewonnen“ habe.

Größter Konversionsstandort Deutschlands

„Ein sehr spezielles Thema“, räumte der Jüterboger Regionalplaner und Mitinitiator des seit 22 Jahren erfolgreichen Konversionssommers, Markus Hennen, ein. Aber Jüterbog sei nun mal der größte Konversionsstandorts Deutschlands, weshalb man gerade hier eine entsprechende Aufmerksamkeit gerade auch solchen Themen widmen sollte. Die ist gewissermaßen garantiert, zumal auch der Geschäftsführer der BBG, Thomas Protz, zur Ausstellungseröffnung kam.

Schockierender Umgang mit der Umwelt

„Ich war schockiert“, meinte Bürgermeister Arne Raue (WsJ) bei der Eröffnung, „als ich erstmals erfuhr, wie hier Menschen mit der Umwelt umgegangen sind – und das vor unserer Haustür!“ Abgesehen von der Bodensanierung müsse man auch mal darüber nachdenken, so Raue, was später mal aus der Fläche werden soll.

Die Ausstellung ist bis zum 15. September im Kulturquartier zu sehen.

Von Hartmut F. Reck

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