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Jüterbog 169 Hochzeiten im Jahr 2019
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog 169 Hochzeiten im Jahr 2019
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06:41 10.01.2020
Eleonora Fedoseeva und Marco Sommer sind eines von 87 Paaren, das 2019 in Jüterbog heiratete. Quelle: Privat
Jüterbog/Niedergörsdorf/Dahme

Wer denkt, Heiraten sei heutzutage altmodisch, liegt falsch. Denn zumindest in der Region wollen viele Paare ihre bestehende Partnerschaft noch immer gern mit dem Ja-Wort krönen. Das beweisen die aktuellen Zahlen der Standesämter der Stadt Jüterbog, der Gemeinde Niedergörsdorf und des Amtes Dahme. Insgesamt 169 Paare gaben sich im vergangenen Jahr das Eheversprechen.

Viele Paare kamen auch von Außerhalb

Die meisten Ehen wurden in Jüterbog geschlossen. Dort gab es sogar so viele Trauungen, wie noch nie. „Insgesamt wurden 87 Eheschließungen beurkundet. Dies ist ein neuer Rekord“, so Standesbeamtin Angela Schulze. Fünf Jüterboger Paare heirateten im Ausland – 40 Paare kamen aus der gesamten Bundesrepublik, um sich in Jüterbog trauen zu lassen.

Auch in Niedergörsdorf gab es eine kleine Steigerung. 44 Ehen wurden in 2019 geschlossen. Das sind immerhin acht mehr als im Vorjahr. Die Paare stammten zur Hälfte aus der Gemeinde – die übrigen 22 kamen von außerhalb.

Sommermonate waren am begehrtesten

Das Amt Dahme zählte im vergangenen Jahr 38 Trauungen – davon 12 Paare von außerhalb. Laut Standesbeamtin Heike Kensy feierten die meisten ihren großen Tag im August, dicht gefolgt vom Monat Juli. Auch am Valentinstag gab es eine Eheschließung.

In Jüterbog ließen sich sechs Paare noch im Dezember trauen. Die Sommermonate waren dort aber ebenfalls am beliebtesten. In Niedergörsdorf gab es kein herausstechendes Datum. Allerdings verrät Standesbeamtin Anja Schmolke, dass einige Paare für ihren Wunschtermin aus bis zu 600 Kilometer Entfernung angereist kamen.

Gleichgeschlechtliche Ehen nur vereinzelt

Seit dem 1. Oktober 2017 haben auch gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland das Recht auf Eheschließung. In Jüterbog ließ sich im Jahr 2019 jedoch kein homosexuelles Paar trauen. Im Amt Dahme waren es immerhin zwei. Auch in Niedergörsdorf entschied sich ein gleichgeschlechtliches Paar dafür, in den Hafen der Ehe zu segeln. Zudem wurde eine seit drei Jahren bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt.

Dieser Tag ist der Niedergörsdorfer Standesbeamtin ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Wie Anja Schmolke berichtet, haben die beiden Frauen inzwischen einen Sohn. Er war als Trauzeuge beim Ja-Wort seiner Mütter dabei.

Für Anja Schmolke war diese Hochzeit nicht nur schön, sondern auch ein wichtiges Statement: „Es hat mich ganz besonders gefreut, das Paar über die Jahre begleiten zu dürfen, weil dieser Fall den gesellschaftlichen und rechtlichen Wandel, der sich vollzogen hat, greifbar mit Leben erfüllt und zeigt, dass Liebe, Familie und Verantwortung füreinander keine Frage des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung sind.“

Mann rührt künftige Ehefrau zu Tränen

Auch die Jüterboger Standesbeamtin Angela Schulze erinnert sich an eine rührende Geschichte. Dabei konnte sich ein Paar zunächst nicht darauf einigen, welchen Nachnamen es künftig tragen will. Bei den letzten Absprachen zur Eheschließung fragte die Standesbeamtin beide noch einmal: „Wie wollen Sie denn nun heißen?“ Es folgte eine emotionale Antwort.

Wie Angela Schulze berichtet, zog der Mann plötzlich ein Schild mit dem Familiennamen seiner Frau aus der Tasche und sagte: „Das ist unser neues Türschild.“ Die Geste rührte die Frau anschließend zu Tränen. „Es sind diese Momente wo ich immer Gänsehaut bekomme und denke: Was für ein toller Beruf“, so Angela Schulze rückblickend.

Trend in Jüterbog: Intime Hochzeit im Trauzimmer

Bei der Wahl der Räumlichkeiten fiel die Entscheidung in Jüterbog ganze 42 Mal auf das kleine Trauzimmer. Laut Angela Schulze gab es dort „sehr viele, ganz intime Eheschließungen.“ Oft waren die Paare schon jahrelang zusammen und wollten das Ereignis allein oder im engsten Familienkreis feiern. Der Wilhelm-Kempff-Saal im Kulturquartier Mönchenkloster war mit 22 Buchungen ebenfalls beliebt. Dort feierten die Paare in größerem Kreise.

In Niedergörsdorf ließen sich 23 Paare in der Hochzeitsmühle in Dennewitz trauen. Zwölf Ehen wurden im Büro von Anja Schmolke geschlossen. Neun Paare entschieden sich für eine Hochzeit im Roten Salon des Kulturzentrums „Das Haus“. Der Oberlaubenstall in Lichterfelde war von den fünf Räumlichkeiten im Amt Dahme am gefragtesten.

77-Jähriger sagte in Niedergörsdorf „Ja“

Wie Heike Kensy berichtet, waren im Jahr 2019 aber durchweg alle möglichen Varianten von Hochzeiten dabei. „Es gab Hochzeiten im kleinen Kreis und nur zu zweit. Ebenso aber auch große Trauungen mit vielen Gästen und dabei etlichen Überraschungen vom Brautpaar für die Gäste oder umgedreht.“

Laut Kensy waren die meisten Paare zwischen 30 und 40 Jahren alt. Ähnlich sah es in Jüterbog aus. Gefolgt von Paaren bis 49 Jahre. „Der größte Altersunterschied betrug 22 Jahre. Das jüngste Paar war 23 und 19 Jahre jung“, ergänzt die Standesbeamtin. In Niedergörsdorf war der älteste Bräutigam dagegen schon 77 Jahre alt.

Von Isabelle Richter

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