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Jüterbog Veranstalter Krähe fordert mehr Unterstützung
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09:15 04.10.2018
Eröffnung Waldweihnachtsmarkt Jüterbog Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Der Veranstalter des Jüterboger Schlossparkfestes und des Waldweihnachtsmarktes am Wasserturm, Stefan Krähe, übt harsche Kritik an der Stadtverwaltung. „In Jüterbog wird es Veranstaltern unnötig schwer gemacht“, beklagte der frühere Sänger der Band Six im jüngsten Ausschuss für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. „Die Stadt sollte froh sein, dass es Menschen gibt, die hier Dinge auf die Beine stellen, wenn sie es selbst nicht mehr auf die Reihe kriegt.“

Anlass für seine Kritik war der Ausfall des Schlossparkfestes, das traditionell am letzten Augustwochenende stattfindet. Weil es sich in diesem Jahr mit dem Erntefest auf dem Neumarkt überschnitt, hatte Krähe das mehrtägige Fest im Schlosspark abgesagt. „Jüterbog reicht nicht aus für zwei solche großen Veranstaltungen“, so Krähe.

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Kritikpunkt: Fehlende Information

Er bemängelte, dass das Ordnungsamt beide Feste ohne Information an die Veranstalter genehmigt hatte. Künftig sollte es keine weitere Erlaubnis geben, wenn bereits ein traditionelles Stadtfest am selben Tag stattfindet, so sein Vorschlag. „Auch eine grundsätzliche Information darüber, ob an dem Wochenende schon eine große Veranstaltung angemeldet ist, würde helfen.“

Krähe kündigte dennoch an, das Schlossparkfest im Sommer 2019 wieder durchführen zu wollen. „Die Künstler, die eigentlich in diesem Jahr dabei sein sollten, kommen dann noch einmal“, erklärte er. Viele hätten ihre Gagen bereits im Vorfeld gezahlt bekommen und behalten sie bis zum nächsten Jahr ein. Unter anderen wegen der zeitlichen Nähe zum Neumarktfest erwägt er nun allerdings den Termin zu verschieben. 2019 findet das Schlossparkfest demnach wahrscheinlich am letzten Wochenende im Juni statt.

Zustimmung aus dem Ausschuss

Zuspruch erhielt Stefan Krähe zumindest teilweise von den Mitgliedern des Stadtmarketingsausschusses. Sie bemängelten, dass der Veranstaltungskalender auf der Internetseite der Stadt nicht ausreichend gepflegt werde. Der traditionelle Handwerkermarkt am Webhaus in Kloster Zinna sei beispielsweise nicht aufgelistet gewesen, berichtete Ortsvorsteherin Gabriele Schröder. Andere Veranstaltungen seien fehlerhaft eingepflegt worden. Verwaltungsmitarbeiter Christian Seiler verwies darauf, dass Feste auf der Internetseite auch selbstständig eingetragen werden könnten.

Stefan Krähe kündigte in der Ausschusssitzung auch an, dass es den Waldweihnachtsmarkt am Wasserturm in diesem Jahr wieder geben wird. 2017 hatte er die Veranstaltung abgesagt – schon damals mit harscher Kritik an der Stadtverwaltung. „Für den Platz, an dem es weder Strom noch Wasser gibt, musste ich mehrere hundert Euro Miete zahlen“, sagte er, „und tausende Euro, um die Infrastruktur selbst zu organisieren.“

Krähe forderte Unterstützung von der Stadt, beispielsweise durch die Bereitstellung von Strom oder Bauhofleistungen, bei der Entsorgung des Altöls oder durch die Hilfe bei der Sponsorensuche. „Von solchen Events partizipiert die Stadt sehr“, erklärte er. Die Veranstaltungen sollten deshalb weniger aus wirtschaftlicher sondern eher aus Sicht des Stadtmarketings betrachtet werden.

Vielen Veranstaltungen fehlt es an Unterstützung

Egal ob Fläming Art, Almabtrieb oder Seifenkistenrennen: Aufgrund der fehlenden Unterstützung seien schon in der Vergangenheit viele gute Veranstaltungen gestorben. „Hier läuft irgendetwas falsch“, sagte Krähe, „wenn die Stadt qualitativ hochwertige Veranstaltungen will, muss sie auch etwas dafür tun.“

Jüterbogs Wirtschaftsförderer Christian Seiler begrüßte das Engagement Krähes. Er gab aber zu bedenken, dass die Umsetzung von dessen Forderungen schwierig sei. Aufgrund der schlechten finanziellen Lage der Stadt seien die freiwilligen Leistungen in den vergangenen Jahren stark reduziert worden.

Von Victoria Barnack

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