Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Jüterbog Streit um Einzelhandelsgebiet Große Straße
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Streit um Einzelhandelsgebiet Große Straße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:39 11.04.2019
Abschied von Eberhard Mertens (BV/rechts). Hendrik Papenroth (FJB) dankte dem langjährigen Ausschussvorsitzenden. Quelle: foto: Hartmut F. Reck
Jüterbog

Es war die 60. und letzte Sitzung des Bau- und Sanierungsausschusses der Jüterboger Stadtverordnetenversammlung (SVV), die Eberhard Mertens (BV) seit 2011 als Vorsitzender geleitet hat. Bürgermeister Arne Raue (WsJ) hatte sich von seinem Bauamt Zahlen, Daten, Fakten zuarbeiten lassen und würdigte zu Beginn der Sitzung die Verdienste des scheidenden Ausschussvorsitzenden, vor allem, was unter seiner Ägide alles an Beschlüssen und somit an Hoch- und Tiefbaumaßnahmen durchgesetzt wurde.

In drei Jahren nichts zustande gekommen

Nicht durchsetzen und schon gar nicht zu Ende bringen ließ sich am Mittwochabend die Kündigung des städtebaulichen Vertrags beziehungsweise das Projekt Erneuerung und Erweiterung des Einzelhandelsgebiets Große Straße. Das Bauamt der Stadtverwaltung möchte den Vertrag mit dem Investor Mario Felgentreu kündigen, weil in mehr als drei Jahren kein Bebauungsplan für das innerstädtische Gelände zustande gekommen ist.

Investor bittet um Aufschub

Felgentreu wollte und will immer noch das bestehende Einkaufszentrum mit Rewe, Rossmann und Kik erweitern. Nach seinen ursprünglichen Vorstellungen sollte Rewe einen größeren Neubau kriegen und Rossmann und Kik dann in die umgebaute Rewe-Filiale ziehen. „Wir haben uns 2015 überzeugen lassen, dass – wenn Investoren da sind – auch sie die Bebauungspläne machen lassen können, weil wir dachten, dass das schneller geht und billiger wird“, erinnerte sich Mertens. Und Felgentreu erinnerte daran, dass er den von der Stadt geforderten Ideenwettbewerb finanziert hat, ohne selbst in der Jury zu sitzen, dass der erste Siegerentwurf nicht umsetzbar war und schließlich die Verhandlungen mit Rewe scheiterten. Jetzt habe er aber einen finanzstarken Partner, mit dem er das Projekt fortsetzen und durchziehen wolle. Deshalb bitte er um einen Aufschub bis Ende 2020.

Keine Fortschritte im Verfahren

Den Aufschub von 14 Tagen, den er bei der März-Sitzung des Ausschusses schon bekommen hatte, reichte offenbar nicht aus, die bestehenden Unklarheiten zu beseitigen. Seit einem letzten Abstimmungsgespräch im März vergangenen Jahres seien keine Fortschritte im Verfahren zu verzeichnen, betonte Bauamtsleiterin Kira Wenngatz. Auch Bürgermeister Arne Raue war unzufrieden: „Wir sind mit Ihnen kein Stück weitergekommen. Aus Ihren Unterlagen geht nicht hervor, wie es weitergehen soll“, sagte er zu Felgentreu.

Ganzheitliche Betrachtung

Da das Bauamt „erhebliche Zweifel an der zügigen Fortführung der Bauleitplanungsverfahren“ hat, empfahl es, den Vertrag zu kündigen und nicht bis Ende 2020 zu verlängern. Dies hätte den Vorteil, dass die benachbarten B-Plan-Gebiete „Einzelhandelsgebiet Große Straße“ und Südliches Altstadtquartier“ ganzheitlich betrachtet und gelöst werden könnten.

Bei einer Ja-, einer Nein-Stimme und fünf Enthaltungen konnten sich die Ausschussmitglieder zu keiner Empfehlung für die SVV durchringen. Die muss nun am 24. April darüber entscheiden.

Von Hartmut F. Reck

Der unter der Bundesstraße 102 entdeckte Bohlendamm in Jüterbog sorgte für Aufregung. Ein winziger Rest wurde bewahrt und wird nun Teil eines Dioramas, dass den mittelalterlichen Weg dreidimensional ergänzen soll.

10.04.2019

Im Jahr 2018 krachte es in Jüterbog laut Polizeistatistik 295-mal. Am häufigsten wurden die Beamten danach zum Supermarkt oder zum Bahnhof gerufen.

10.04.2019

Für die Stadtverordnetenversammlung sind nur 22 Mandate zu vergeben. Darum reißen sich 118 Kandidaten von neun Listen. Das ist eine 5,36-fache „Überzeichnung“.

12.04.2019