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Jüterbog Nach Großbrand: „Es fehlt jetzt an allem“
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Nach Großbrand: „Es fehlt jetzt an allem“
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00:27 17.11.2018
Bis tief in die Nacht kämpfen etwa 50 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

Auf einmal war alles weg: Dokumente, Kleidung, Spielzeug, Möbel. Für die Mieter in der Jüterboger Schloßstraße 67 wird der 13. November 2018 als einer der schlimmsten Tage in Erinnerung bleiben. Am frühen Dienstagabend war ein Gewitter über der Kleinstadt aufgezogen, untypisch für den November mit Blitz und Donner. Nach einer halben Stunde war das Unwetter vorbei. Doch ein Blitz war offenbar in die Spitze des sanierten Altbaus eingeschlagen, der direkt an einer der Hauptverkehrsstraßen Jüterbogs liegt.

Binnen weniger Minuten stand der Dachstuhl in Flammen. Knapp 50 Feuerwehrleute aus Jüterbog, Niedergörsdorf und Luckenwalde kämpften bis tief in die Nacht gegen Qualm und Flammen an.

Einsatz für die Feuerwehren aus dem Landkreis Teltow-Fläming. Am 13. November hat der Dachstuhl eines Haus in der Jüterboger Schloßstraße gebrannt.

Wegen des schweren Brandes im Dachstuhl und den Tausenden Litern Löschwasser sind die Wohnungen in dem Gebäude für unbestimmte Zeit nicht mehr bewohnbar. „Für die Mieter ist es tragisch, alles zu verlieren“, sagt Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos). Verletzt wurde durch den Blitzeinschlag und den anschließenden Vollbrand niemand, obwohl sich mehrere Mieter zu dieser Zeit noch im Haus befanden.

Die Stadtverwaltung bot noch am Dienstagabend ihre Unterstützung an. Die wenige Meter entfernte Kita „Spiel mit“ wurde für die Erstversorgung bereit gestellt. Notfalls würden Zimmer in einer Pension für die Betroffenen angemietet, hatte Raue noch während des Einsatzes erklärt.

„Es fehlt jetzt an allem“

Die Nacht zum Mittwoch konnten alle Anwohner zwar bei ihren Familien oder Bekannten verbringen. Doch ihr Hab und Gut werden sie wohl nicht unversehrt zurückbekommen. „Es fehlt es jetzt an allem“, sagt Danny Lutter, dessen Kinder und Ex-Frau seit vielen Jahren in dem Altbau wohnen. „Was noch im Haus drin ist, hat entweder das Feuer oder später das Löschwasser zerstört.“

Nicht alle der sechs Kinder konnten in der Wohnung von Danny Lutter unterkommen, der ebenfalls in Jüterbog lebt. Einige von ihnen wurden gemeinsam mit der Mutter bei Bekannten in Herzberg untergebracht. „Meine Ex-Frau ist nach dem Feuer noch ganz durch den Wind“, erzählt der Jüterboger.

Doch tatenlos herumsitzen wolle er nicht. „Ich musste etwas tun“, sagt der Familienvater und startete am Mittwochmorgen einen Spendenaufruf via Facebook. „Erst einmal suchen wir händeringend nach Kleidung für die Kinder und ihre Mutter“, sagt Danny Lutter. Auch über Spielzeug würde sich die Familie freuen. „Als Ablenkung für die Kleinen wäre das momentan toll.“ Der jüngste Sohn ist erst zwei Jahre alt, der älteste bereit volljährig, auch eine 15-jährige Tochter gehört zur Familie.

Anwohner im Schockzustand

Vor dem Nichts steht seit dem Dienstagabend auch Familie Dümichen. Das Paar lebte mit ihrem kleinen Sohn auf der mittleren Etage des mehrgeschossigen Altbaus. Auch in ihrer Wohnung hat das Löschwasser fast alles zerstört. „Der Schock sitzt tief“, sagt Loreen Massing, die Schwester der Anwohnerin. Als sie in der Schloßstraße eintraf, waren ihre Verwandten bereits in Sicherheit gebracht worden. „Meine Schwester stand vor dem brennenden Haus und hat gesagt: ,Ich will nicht woanders schlafen’“, erzählt sie.

Auch den Dümichens stehen schwere Zeiten bevor, obwohl sie zunächst eine Unterkunft innerhalb der Familie gefunden haben. „Die kleine Familie lebte schon viele Jahre in der Wohnung“, erzählt Loreen Massing. Der Eigentümer hatte den Altbau aufwendig saniert. „Meine Schwester und ihre Familie haben sich die Wohnung liebevoll hergerichtet, die alten Dielen poliert und jetzt ist alles weg.“

Hilfe für die Betroffenen

Wenn Sie die vom Feuer betroffenen Familien in Jüterbog unterstützen wollen, können Sie das mit einer Spende tun. Die Stadt Jüterbog und die MAZ rufen zu Spenden auf das MAZ-Sterntaler-Konto beim DRK auf.

Kontoinhaber: DRK-Kreisverband Fläming- Spreewald e. V.

IBAN: DE30 1605 0000 3633 0275 39

Verwendungszweck: Sterntaler

Spenden sollen helfen, den Familien, deren bisherige Wohnungen auf unbestimmte Zeit unbewohnbar bleiben, den Neustart zu erleichtern.

Von Victoria Barnack

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