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Jüterbog Duell an den Kochtöpfen
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Duell an den Kochtöpfen
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00:20 13.03.2019
Diese Männer kochen für Frauen zum Frauentag: Tileman Wiarda, Eik Weiske, Clemens Neumann und Hendrik Papenroth (v.r.). Profikoch Daniel Glinga-Gutwald (2.v.l.) und Fläming-Königin Gabriele Hasenpusch gaben Tipps. Quelle: Victoria Barnack
Werder

Ein ungewohntes Bild bietet sich am Frauentag im Landgasthof Jüterbog in Werder: Hektik an Schneidebrettern und Kochtöpfen. Doch nicht der Profi schwang am Freitag den Kochlöffel, sondern vier Amateure: Pfarrer Tileman Wiarda, Jugendclubmitarbeiter Eik Weiske, Baumarktinhaber und Stadtverordneter Hendrik Papenroth sowie Mietervereinschef und Ideengeber der Aktion Clemens Neumann.

Ihre Aufgabe klingt simpel: Sie sollen für 15 Frauen kochen. Was nicht so simpel ist: Den Warenkorb kennen vorher nur Landgasthof-Chef Daniel Glinga-Gutwald und die Juryvorsitzende Inga Ganzer.

Die vier Männer Eik Weiske, Tileman Wiarda, Clemens Neumann und Hendrik Papenroth stellten sich zum Frauentag der Herausforderung: Sie bekochten eine Frauenjury. Was am Ende herauskam, zeigt die Galerie.

Doch die Männer einigen sich schnell, wer Fisch und wer Fleisch, wer Reis und wer Kartoffeln kocht.

„Das Schwierigste ist die Koordination“, sagt Hendrik Papenroth, der sich den Grill als Arbeitsplatz ausgesucht hat. Schließlich kocht man nicht alle Tage für 15 Frauen auf einmal.

Nur 90 Minuten Zeit für zwei Gänge

Erschwerend kommt hinzu: Die Männer haben nur 90 Minuten Zeit für einen Hauptgang und entweder Vor- oder Nachspeise. Papenroth entscheidet sich für ein leichtes Tomatensüppchen, denn das kann eine Stunde lang allein vor sich hinköcheln.

Profikoch Daniel Glinga-Gutwald (l.) unterstützte die Hobbyköche mit Ratschlägen. Quelle: Victoria Barnack

Während der Lokalpolitiker sich um seinen Hauptgang (Lachs mit Kartoffeln) kümmert, wird an den Kochtöpfen nebenan geschwitzt.

„Zu Hause koche ich oft für meine Frau, aber das hier ist ganz was anderes“, sagt Sozialarbeiter Eik Weiske. Er serviert eine Kichererbsenspeise zu Hähnchen mit würziger Marinade und als Nachtisch frischen Obstsalat mit griechischem Joghurt.

Kam gut an: Mit seinem orientalischen Hauptgang erkämpfte sich Eik Weiske den Sieg und die Gunst der Frauen. Quelle: Victoria Barnack

So viel sei verraten: Seine Auswahl überzeugt am Ende vor allem Dank der gut gewählten Gewürze. „Eik Weiske hat die Wahl unserer Frauenjury mit großem Abstand für sich entschieden“, berichtet Inga Ganzer.

Hintergrund: Nachdenken über stereotype Rollen zwischen Mann und Frau

Die Wirtschaftsjuniorin durfte wie jede der 15 Frauen von allen Gerichten probieren – aber vor allem genießen. Beim Getränk vor dem ersten Gang kommen die Damen ins Gespräch.

Denn die Aktion zum Frauentag, die sich Clemens Neumann ausgedacht und organisiert hat, soll zum Nachdenken über stereotype Rollenverteilungen anregen.

Clemens Neumann hatte die Idee für die Aktion und ließ es sich nicht nehmen, selbst mitzukochen. Quelle: Victoria Barnack

„Bei uns kocht immer der Mann, weil ich das nicht kann“, sagt Xuefang Leis. Die Frau aus der Jury ist umso glücklicher, dass sie am Frauentag gleich von vier Männern bekocht wird.

„Das können wir im nächsten Jahr gern wieder machen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern in Richtung der Köche.

Flambiertes Schwein vom Pfarrer

Denn, dass die Männer nicht zum ersten Mal am Herd stehen, merkt man. Pfarrer Wiarda wünscht sich für sein argentinisches Schweinefilet zum Beispiel Whiskey, denn das Fleisch soll flambiert werden. Bei der Vorspeise (Linsensuppe) bedient er sich süßen Senfs als besonderen Geschmacksgeber.

Eik Weiske und Tileman Wiarda in ihrem Element: Der eine kocht orientalisch, der andere amerikanisch. Quelle: Victoria Barnack

Auch Clemens Neumann hat Spaß an seiner in die Tat umgesetzten Idee. Während seine Hauptspeise (Fenchel-Weißwein-Risotto) eine sichere Bank ist, weil er dafür nur einen Topf braucht, ist die Nachspeise ein mutiger Versuch: Honig-Bananen-Schweinefleisch.

Initiator wird Letzter und nimmt es gelassen

„Meine Familie leidet gelegentlich unter meinen Kochexperimenten“, erzählt er, „sie sind immer noch verstört von der Curry-Bananen-Pizza, die es zu Silvester gab.“

Auch bei der Frauenjury misslingt sein tapferer Versuch: Der Ideengeber wird am Ende Letzter. Im nächsten Jahr will er die Aktion dennoch wiederholen. „Spaß gemacht hat es allemal.“

Von Victoria Barnack

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