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Jüterbog Jubiläumsfest rund ums Wasser
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Jubiläumsfest rund ums Wasser
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16:06 07.07.2019
Der interaktive Wasserspielplatz kam vor allem bei den jungen Besuchern gut an. Quelle: Isabelle Richter
Jüterbog

Vor 25 Jahren wurde er am 1. Juli 1994 von den Kommunen Jüterbog, Niedergörsdorf, Niederer Fläming und Treuenbrietzen gegründet – der Wasser- und Abwasserzweckverband Jüterbog-Fläming feierte am Sonnabend auf dem Gelände des Jüterboger Wasserwerkes in der Weinberge das große Jubiläum. An acht verschiedenen Stationen erläuterten die Mitarbeiter die verschiedenen Schritte, welche das Wasser durchlaufen muss, um am Ende sauber und klar aus den Wasserhähnen der Kunden zu fließen. Darüber hinaus nutzen viele Besucher die Chance, einmal einen Blick in den sonst verschlossenen und Anfang der 90er Jahre außer Betrieb genommenen Wasserturm zu werfen.

An acht verschiedenen Stationen konnten sich die Gäste während der 25-Jahr Feier des WAZ in Jüterbog über die verschiedenen Schritte zur Erzeugung von Trinkwasser informieren. Quelle: Isabelle Richter

„Das ist schon erstaunlich – damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Lothar Krüger ganz überrascht vom großen Besucherandrang. Der Maschinist kennt den WAZ seit seiner Gründung und hat alle Höhen und Tiefen miterlebt. Vor allem das Thema Altanschließerbeiträge sorgte in der Verbandsgeschichte rückblickend für viel Diskussionsstoff. Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt.

Was viele Besucher aber aktuell und während der Jubiläumsfeier am Sonnabend beschäftigte war das Thema Starkregen. In den vergangenen Wochen hatten viele Einwohner der Stadt aufgrund heftiger Regengüsse immer wieder mit überfluteten Kellern zu kämpfen.

Bei 96 Litern pro Quadratmeter innerhalb von nur fünf Stunden kämen selbst die Kanäle nicht mehr hinterher, berichtete Stefan Liese. Der Abwassermeister erklärte den Gästen, dass sie sich jedoch mit dem Einbau einer Rückstauklappe vor Wasser im Haus schützen können. „Viele haben diese noch nicht“, so Liese. Wie der Experte am Sonnabend erläuterte, werde die Klappe zwischen Hauptleitung und Hausanschluss angebracht. Im Fall von Starkregen lässt sie zwar das Wasser vom Haus in Richtung Kanal fließen, aber nicht anders herum wieder hinein.

Hausbesitzer verantwortlich für Rückstausicherung

Was viele aber übrigens auch nicht wissen: Laut der entsprechenden Verbandssatzung ist nicht der WAZ, sondern der Hauseigentümer beziehungsweise die Wohnungsgesellschaft dafür verantwortlich, solch eine Rückstausicherung einzubauen. Demnach haftet der Zweckverband nicht für Schäden, die durch höhere Gewalt hervorgerufen werden oder dadurch entstehen, dass Rückstausicherungen nicht vorhanden sind oder nicht ordnungsgemäß funktionieren. „Hier müssen wir momentan noch viel Aufklärungsarbeit leisten“, so Stefan Liese.

Entsorgung im Abfluss: Rohre sind keine Mülleimer

Aufklärungsbedarf gibt es außerdem in Sachen Entsorgung über den Abfluss. An der Station von Michael Bünting wurde beispielsweise demonstriert, welche Gegenstände die WAZ-Mitarbeiter unter anderem beim Säubern der Abwasserrohre finden. Darunter ein Haufen Besteck oder ein alter Rasierer – aber auch ein Gebiss, Geld und eine Gesundheitskarte waren schon dabei. Dass sie versehentlich in den Abfluss gelangen, könne passieren. Unverständlich sei es jedoch, wie Lappen oder ganze Handtücher dort hineinkommen.

Der WAZ zeigte beim Jubiläumsfest unter anderem, wie eine Abwasserpumpe von Innen aussieht. Quelle: Isabelle Richter

Auch, dass benutzte Binden, Tampons oder Feuchttücher nicht in die Toilette gehören, sollte allgemein bekannt sein. Wie Michael Bünting berichtet, geschehe das aber noch viel zu oft. Im schlimmsten Fall kann dabei das Abwasserpumpwerk beschädigt werden. Die Folge: Es muss zum Beispiel eine neue Pumpe angeschafft werden. „Die kostet so um die fünf- bis sechstausend Euro“, sagte Michael Bünting. Diese zusätzlichen Ausgaben holt der WAZ am Ende mit einer Gebührenerhöhung bei seinen Kunden wieder rein.

Ausbildungsstelle zum Abwassertechniker unbesetzt

Bünting und seine Kollegen nutzten mithilfe der spektakulären Technik außerdem die Chance, ordentlich Werbung für ihren Beruf zu machen. Abwassermeister Stefan Liese berichtet: „Wir hatten dieses Jahr mehrere Lehrstellen zu vergeben – davon wurden aber nur die beiden im Bereich Elektro und Trinkwasser besetzt.“ Für den Bereich Abwasser habe es keine Interessenten gegeben. Laut Liese hätten immer noch viele ein komplett veraltetes Bild von dem Beruf. Dabei kommt es heutzutage kaum noch zu Berührungen mit dem Abwasser. „Inzwischen ist alles sehr stark automatisiert“, sagt der Abwassermeister. Auch Michael Bünting bestätigt, dass er seine Arbeitshose durchaus eine ganze Woche tragen kann und sie nicht jeden Tag wechseln muss.

Von Isabelle Richter

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