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Jüterbog Schüler machen ihren Klassenraum freundlich
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Schüler machen ihren Klassenraum freundlich
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08:23 09.07.2019
July Rittmann (l.) und Lisa Jakob sind die Initiatorinnen des einwöchigen Arbeitseinsatzes im neuen Klassenraum. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

„Schön geworden“ sind sich Lisa Jakob und July Rittmann einig und beäugen aus etwas Abstand die erste, von ihnen gerade frisch übermalte Wand. Die beiden 15-jährigen, frischgebackenen Zehntklässlerinnen der Wiesenoberschule sind die Initiatorinnen eines einwöchigen Arbeitseinsatzes. Eine Woche vor Ferienbeginn besichtigte die Klasse zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Birgit Ratzlaff das Ausweichquartier. Denn die Wiesenschule ist nun für mindestens zwei Schuljahre in die leerstehende Pestalozzi-Schule umgezogen, damit das Schulhaus umfangreich saniert werden kann. Ihr letztes Schuljahr nicht in einem wenig einladenden Klassenraum zu verbringen, ist der erklärte Willen der Schülerinnen.

Hoffnung auf weitere Mitstreiter

„Ich bin überrascht, aber freue mich natürlich auch riesig über den Enthusiasmus der Schüler“, sagt Ratzlaff, die die Klasse seit drei Jahren begleitet und ihnen zuliebe nun auch eine Ferienwoche opfert. Ihre Enttäuschung, dass am gestrigen, ersten Tag des Arbeitseinsatzes lediglich Mitschüler Julian Donath ihrem Aufruf gefolgt ist, kann Lisa und July nicht in ihrem Tatendrang zügeln. Zum Mitmachen gewinnen konnten sie dafür Nils Lukait aus der Neunten und seinen Bruder André, der selbst einmal Wiesenschüler war und gerade seinen Lehrvertrag in der Tasche hat. „Und vielleicht kommen im Laufe der Woche ja noch andere hinzu“, zeigt sich July optimistisch.

Demokratisch abgestimmt haben die Schüler gemeinsam in der Zeugniswoche über die Farbgebung und über die Anordnung der Arbeitstische. „Die reinste Zirkelei“, wie sie schildern. Denn statt bislang 60, bietet das Ausweichquartier den 25 Schülern nur 53 Quadratmetern Platz, so dass sie lieber auf einige Schränke und Regale verzichteten, als sich wie die Ölsardinen dazwischen zu quetschen. Das längst verblichene Hellblau des Raumes wird bis zum Schulstart am 5. August hinter makellosem Weiß und freundlichem Lindgrün verschwunden sein. Die Materialkosten für die Farbe trägt der Schulförderverein.

Schöner Ansporn

Für Schulleiter Ralf Mund ist die Initiative der Zehntklässler ein schöner Ansporn, denn auch er und einige anderen Lehrer nutzen die Ferien, um ihre Räume bis zum Schulstart auf Vordermann zu bringen. Dass alle offenen Fragen bis Anfang August geklärt sind, sieht Mund jedoch nicht. Das Anbringen der Schultafeln soll erst in der letzten Ferienwoche erfolgen, genau dann also, wenn das Kollegium sich eigentlich auf andere Dinge konzentrieren soll. Und wann der versprochene Sanitär-Container kommt, ohne den er die Schule nicht mal öffnen dürfte, da die vorhanden Toiletten nicht ausreichen, hat ihm noch niemand verraten.

Wichtige Probleme noch nicht geklärt

Das mit Abstand größte Problem des Schulleiters ist jedoch das der Verkehrssicherheit. Denn der vorhandene Schulhof ist zu klein. Die Grünfläche neben der Turnhalle könnte zwar theoretisch genutzt werden, ist derzeit aber verwahrlost und ohne gesicherten Überweg. „Angedacht ist, dass die Straße Hinter der Mauer, die die Schüler überqueren müssen, zur verkehrsberuhigten Zone deklariert wird, aber dafür ist die Zustimmung der Stadtverordneten notwendig, die erst dann tagen, wenn das Schuljahr schon lange begonnen hat“, so Mund. Eine Sondersitzung einzuberufen wäre aus seiner Sicht der einzige Weg, das Risiko aus der Welt zu schaffen.

Von Uwe Klemens

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