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Teltow-Fläming Jugendarbeitslosigkeit rekordverdächtig niedrig
Lokales Teltow-Fläming Jugendarbeitslosigkeit rekordverdächtig niedrig
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00:20 19.08.2017
Zwei Auszubildende im Werk von Mercedes-Benz in Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit
Dahmeland-Fläming

Im Vergleich mit anderen EU-Ländern bleiben in Deutschland wenige Jugendliche ohne Job. Im Jahr 2016 waren bundesweit 5,3 Prozent der Jugendlichen unter 25 Jahre arbeitslos – und auch die Region Dahmeland-Fläming bewegt sich in dieser Größenordnung, wenngleich es regional Schwankungen gibt.

Altkreis Luckau mit Rekordniveau

Der Landkreis Dahme-Spreewald etwa gehört mit einer durchschnittlichen Jugendarbeitslosigkeit von 3,1 Prozent im vergangenen Jahr zu den Top 100 der deutschen Landkreise. Die aktuellen Zahlen liegen sogar noch einmal deutlich darunter. Im Juli waren in Dahme-Spreewald 2,8 Prozent der Jugendlichen arbeitslos gemeldet, im Altkreis Luckau lag die Quote im Mai sogar schon einmal bei 1,2 Prozent. Das ist weniger, als der bundesweit führende Landkreis Neumarkt in Bayern.

Speziell in Dahme-Spreewald darf man deshalb wohl gebietsweise von einer Vollbeschäftigung bei Jugendlichen sprechen, zumal es auch immer noch zahlreiche offene Ausbildungsstellen gibt und Unternehmen weiterhin branchenübergreifend Absolventen, Gesellen, Fach- und Hilfskräfte suchen.

Arbeitsmarkt bietet viele freie Ausbildungsplätze

„Der Arbeitsmarkt würde es hergeben, dass alle Jugendlichen arbeiten“, sagt die Sprecherin der Arbeitsagentur Cottbus, Anja Wierik. Aber häufig seien persönliche Gründe ausschlaggebend dafür, dass Ausbildungen abgebrochen werden oder die Jugendlichen sich gar nicht erst auf Stellen oder Ausbildungen bewerben. Manchmal stecken gesundheitliche Gründe dahinter, psychische Erkrankungen etwa, sagt Anja Wierik: „Zunehmend haben wir es mit Folgeerkrankungen von Drogenkonsum zu tun.“ Manchmal fehle es auch schlicht an der Motivation. Diese Jugendlichen in Arbeit zu bringen, sei kompliziert. Berater sprechen sie zwar an und laden sie zu Terminen ein. „Aber da entziehen sich dann junge Leute auch und erscheinen nicht zu Beratungsgesprächen.“

Hinzu kommt: Ein knappes Drittel der nicht versorgten Jugendlichen im Agenturbezirk Cottbus sind Flüchtlinge. Die Agentur bemüht sich zwar seit zwei Jahren, diese fit für den Arbeitsmarkt zu machen, und die Vermittlungszahlen steigen auch – aber bisher immer noch nicht im erhofften Maß.

Logistik und Baubranche suchen Lehrlinge

In Teltow-Fläming liegt die Jugendarbeitslosigkeit etwas höher: Der Regionalatlas des Statistischen Bundesamtes weist eine Quote von 6,9 Prozent für 2016 aus, aktuell liegt sie bei 6,1 Prozent und damit zwar leicht über dem Bundes-, aber immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Und auch dort sei das Suchen und Finden von Arbeit eigentlich kein Problem, sagt die zuständige Geschäftsstellenleiterin der Agentur in Luckenwalde, Sandra Leffler.

509 Ausbildungsstellen gibt es im Landkreis noch, viele im Bereich Lager und Logistik, viele auch in der Produktion. Auch die Baubranche hat noch einiges zu vergeben, dort waren im Verlauf des Jahres 111 Ausbildungsstellen gemeldet, nur 58 Jugendliche hatten sich überhaupt dafür interessiert. Das ist auch eines der Probleme. „Die Interessen und Vorstellungen der Jugendlichen decken sich oft nicht mit den Angeboten, manchmal stimmen auch die schulischen Voraussetzungen nicht“, sagt Sandra Leffler.

Ohne Ausbildung schlechte Chancen

Gut zwei Drittel der arbeitslosen Jugendlichen in Teltow-Fläming sind beim Jobcenter gemeldet. Das kann vieles bedeuten. Entweder handelt es sich um anerkannte Flüchtlinge, um Langzeitarbeitslose, um Jugendliche, die aus einem Hartz-IV-Haushalt stammen und noch bei ihren Eltern gemeldet sind, oder um solche Jugendlichen, die noch nie etwas gemacht haben. „Und wer keine Berufsausbildung hat, der hat es auf dem Arbeitsmarkt deutlich schwerer“, erläutert Sandra Leffler. Deshalb bemühen sich die Vermittler auch nach dem Beginn des Ausbildungsjahres weiter um die unversorgten Bewerber. Bis Herbst gebe es in der Regel noch zahlreiche Nachvermittlungsaktionen, anschließend berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Langzeitpraktika und andere unterstützende Maßnahmen. Trotzdem werde es nie zu 100 Prozent aufgehen, sagt Sandra Leffler.

Im größeren Vergleich ist dies aber Jammern auf hohem Niveau. Die Uckermark etwa muss sich mit einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 15 Prozent auseinandersetzen. In vielen europäischen Ländern sieht es noch viel düsterer aus. Laut dem europäischen Statistikdienst Eurostat waren in Europa Mitte 2016 rund 17,3 Prozent junge Menschen weder in Arbeit noch in Ausbildung. Besonders hohe Jugendarbeitslosenquoten wurden unter anderem für Spanien (41,5 Prozent), Italien (35,2 Prozent) und Frankreich (23 Prozent) registriert.

Beliebt: Kfz-Mechatroniker und Bürokaufmann

Mit dem Start ins neue Ausbildungsjahr, werden alljährlich die Rufe nach fehlenden Azubis laut. In Dahme-Spreewald fehlt es vor allem in den Bereichen Gastronomie, Hotel und Tourismus sowie im Einzelhandel an Interessenten. Auch junge Industriemechaniker und Elektroniker werden gesucht.

Die beliebtesten Berufe bei den Bewerbern sind nach wie vor Kfz-Mechatroniker, Einzelhandelskaufmann und Bürokaufmann. Aber auch der Tischlerberuf ist weit vorn.

Von Oliver Fischer und Susanne Herrmann

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