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Teltow-Fläming Katastrophenfall: So werden die Bürger gewarnt
Lokales Teltow-Fläming Katastrophenfall: So werden die Bürger gewarnt
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16:30 23.01.2020
Ein Beispiel: Katastrophenfall Waldbrand – auch hier können Sirenen die Bevölkerung warnen, vor Rauch oder Evakuierungen. Quelle: Margrit Hahn
Dahme-Spreewald/Teltow-Fläming

Ein ohrenbetäubender Lärm geht los. Die Sirene im Ort schlägt Alarm: Dreimal ein 15 Sekunden langer Dauerton. In einigen Orten in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming wird so die Feuerwehr alarmiert. Doch die Sirenen können noch mehr, nämlich im Ernstfall die Bevölkerung vor Gefahren warnen. Sie sind Teil eines großen Netzwerks in ganz Deutschland, das im Katastrophenfall in Gang kommt.

Sirenen nicht mehr überall

Seit fast 30 Jahren werden die Feuerwehren in Brandenburg vorwiegend digital mit sogenannten Meldeempfängern, also ohne Sirenen, alarmiert. Trotzdem gibt es sie noch – entweder als zusätzlichen Alarm oder, um die Bevölkerung vor Gefahren zu warnen. Dafür gibt es verschiedene Alarmmuster, die über solche Anlagen, die meist in Ortsmitte auf einem Dach positioniert sind, erzeugt werden können.

Ertönt eine Minute lang ein auf- und abschwellender Ton, dann besteht Gefahr. Alle Einwohner sollten Rundfunk und Fernsehen einschalten und auf weitere Durchsagen achten, so das Prinzip dahinter. Doch nicht mehr überall gibt es die Sirenen, die schon zu Kriegszeiten vor drohenden Bombenangriffen warnten – so zum Beispiel in der Gemeinde Rangsdorf. „Auch die Dichte des Sirenennetzes variiert sehr stark“, sagt Tino Gausche, Kreisbrandmeister in Teltow-Fläming.

„Katastrophenschutz-Leuchttürme“ sind geplant

Mit Ende des Kalten Krieges wurden in großen Teilen des Landkreises vorhandene Sirenen zurückgebaut. Viele kleinere Orte würden inzwischen wieder auf die Alarmierung über funkgesteuerte Sirenen setzen. „Perspektivisch sollen sie auch wieder ins System eingebunden werden können“, so Gausche. Dabei sollen die Sirenen jedoch eher einen „Weckeffekt“ erzielen, die Warnmeldungen genau zu verfolgen.

Spezielle Pläne für mögliche Warnlagen seien in Arbeit. „Hier beabsichtigt der Landkreis Teltow-Fläming dem Land Berlin zu folgen und sogenannte ,Katastrophenschutz-Leuchttürme’ als Anlaufstellen für die Bürger einzurichten“, berichtet der Kreisbrandmeister. Probleme sind bisher häufig die Zuständigkeiten. Denn für die Errichtung und den Betrieb der Sirenen sind die einzelnen Kommunen zuständig, erklärt Michael Janek vom Landkreis Dahme-Spreewald. Angesteuert werden sie von der Leitstelle. Im Ernstfall können sie auch im Auftrag des Landkreises, des Innenministeriums oder dem Bund ausgelöst werden. Dazu zählen auch viele andere Kanäle, wie zum Beispiel die Apps Nina und Katwarn, worüber die Bevölkerung gewarnt werden kann.

Dahme-Spreewald: Warnungen über Katwarn

Ob ein Alarm von den zuständigen Stellen ausgelöst wird, hängt vom jeweiligen Ereignis ab und wird spontan nach bestimmten Regeln entschieden. „Das ist in internen Verwaltungsabläufen geregelt“, erklärt Michael Janek. Der Landkreis Dahme-Spreewald habe sich bereits im Jahr 2013 für die Nutzung des Systems Katwarn entschieden und informiere die Bevölkerung darüber orts- sowie themen- und anlassbezogen.

Ein Beispiel: Katastrophenfall Waldbrand – auch hier können Sirenen die Bevölkerung warnen, vor Rauch oder Evakuierungen. Quelle: Margrit Hahn

Anders als Meldungen über öffentliche Medien könne mittels Katwarn eine Nachricht mit regionalem Bezug erstellt und veröffentlicht werden. Die Warnung kann für den gesamten Landkreis oder nur einen bestimmten Postleitzahlenbereich gelten. Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es dafür laut Janek einen Bereitschaftsdienst, der Tag und Nach solch einen Alarm ausgeben könnte.

Landrat ruft Katastrophenfall aus

Stehen die Mobilfunknetze nicht mehr zur Verfügung, ist auch das System nur noch eingeschrägt erreichbar. Dann würde es Anlaufstellen – wie die Feuerwehr oder das Rathaus – geben. Die entsprechenden Infos darüber erhalten die Bürger dann über Aushänge oder Lautsprecherdurchsagen. Das Ausrufen einer Großschadenslage beziehungsweise eines Katastrophenfalls obliegt hierbei – sowohl in Dahme-Spreewald, als auch in Teltow-Fläming – jedoch weiterhin dem Landrat.

Von Marcus J. Pfeiffer

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