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Teltow-Fläming Gut angekommen in der Dorf-Gemeinschaft
Lokales Teltow-Fläming Gut angekommen in der Dorf-Gemeinschaft
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19:09 28.12.2019
Katja und Michael Stahl in ihrem neuen Zuhause, dass ursprünglich nur als Wochenendgrundstück gedacht war Quelle: Uwe Klemens
Ihlow

Der Zufall führte Katja Stahl und ihren Ehemann Michael vor fünf Jahren ins beschauliche Ihlow. Als Fahrradtouristen erkundeten die beiden das Umland Berlins, wohin sie fünf Jahre zuvor von Darmstadt aus gezogen waren. „Schön“, befanden beide, als sie das vor dem Dahmer Stadttor gelegene Dörflein samt seiner markanten, doppelspitzigen Kirche entdeckten. Der ursprünglich als Wochenendgrundstück gedachte, von ihnen erworbene Bauernhof wurde immer mehr ihr Zuhause. „2015 haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und sind ganz hierher gezogen, nicht nur wegen der Schönheit des Ortes und der Landschaft, sondern auch, weil wir mit den Menschen hier so gut klarkamen“, sagt Michael Stahl.

Bekenntnis zur neuen Heimat

Sich in die Gemeinschaft einzubringen mit dem, was ihnen liegt und was sie am besten können, lag den beiden inzwischen 70-Jährigen von Anfang an am Herzen. Ihre Trauung in der Ihlower Kirche war nicht nur ein Bekenntnis zueinander, sondern auch zu ihrer neuen Heimat. Dank Pfarrer Wolfgang Scholz konnten der bekennende Katholik und die getaufte Protestantin gemeinsam und unter Anteilnahme ihrer neuen Nachbarn vor den Altar treten. Dafür sind der studierte Historiker und Germanist und die gelernte Arzthelferin noch immer dankbar.

Die zweitausend Euro, die das frischvermählte Paar statt Hochzeitsgeschenken von seinen Gästen für die Elektrifizierung der Kirchenglocken bekommen hatte, waren ihr Dank für die freundliche Aufnahme.

Eine Chance, nicht nur für die Orgel

Dass die Kirchenorgel seit Jahrzehnten verstummt war, erfüllte viele Ihlower mit Kummer. Dass die Kirchgemeinde zwar Geld für die Restaurierung habe, sich dies aber nur lohne, wenn es jemanden gäbe, der sie regelmäßig spielt, sah Katja Stahl als Möglichkeit, sich einzubringen. Parallel zur Orgelrestaurierung polierte sie ihr leicht verstaubtes Klavierspiel wieder auf. Beim Krippenspiel am Heiligen Abend erklang auch die frisch restaurierte Orgel unter ihren Händen zum ersten Mal.

Am Silvestertag treten die beiden Neu-Ihlower nun erneut gemeinsam vor den Altar, um, wie bereits in den beiden Vorjahren, zum Jahresausklang eine musikalisch-besinnliche Andacht zu gestalten. „Das Thema diesmal wird wohl der 30. Jahrestag des Mauerfalls sein“, sagt Michael Stahl. Er sieht sich dabei nicht nur als Historiker, sondern als jemand, der die menschlichen Dinge beim Zusammenwachsen von Ost und West im Blick hat. „Hier in Ihlow habe ich gelernt, dass es viel mehr Gemeinsames als Trennendes gibt und dass es sich lohnt, den Menschen zuzuhören“, sagt Stahl.

Raum für Austausch und Gespräch

Dass gegenseitiger Austausch das Beste ist, wissen und leben die Eheleute schon lange. Bereits in ihrer Berliner Zeit haben sie musikalisch-literarische Salon- und Gesprächsabende zu philosophischen und gesellschaftlichen Themen organisiert. Vor drei Jahren riefen sie den „Wiepersdorfer Wortwechsel“ ins Leben, der einmal im Jahr stattfindet. Die Themen hier reichten bislang von der Bedeutung der Romantik für die heutige Zeit und über die Veränderungen des Lebens auf dem Lande bis zur Analyse unserer heutigen Gesellschaft.

„Man muss nicht immer nur klagen, sondern kann auch selbst etwas auf die Beine stellen“, blickt Michael Stahl auf das Thema des kommenden Jahres voraus, bei dem das bürgerschaftliche Engagement im Mittelpunkt stehen soll.

Von Uwe Klemens

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