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Teltow-Fläming Keine Chemikalien nötig
Lokales Teltow-Fläming Keine Chemikalien nötig
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00:21 08.05.2018
Die Forleulenfalter legten weniger Eier auf den Kiefernnadeln ab als erwartet. Quelle: Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde
Jüterbog

Noch vor wenigen Wochen schienen die Kiefern in den Waldbereichen der Oberförsterei Jüterbog bedroht. Bei einer routinemäßigen Winterbodensuche Ende vergangenen Jahres wurde ein vermehrtes Vorkommen der Forleule in den Waldgebieten der Gemeinden Niedergörsdorf, Niederer Fläming, Ihlow, Dahmetal sowie der Stadt Dahme entdeckt.

Ein Insektizideinsatz zur Bekämpfung des Kiefernschädlings wurde bereits vorbereitet. Für den Hubschraubereinsatz hätten die Waldeigentümer selbst aufkommen müssen.

Weniger Eier durch Temperaturanstieg

Der Jüterboger Förster Stephan Thrun gibt jetzt jedoch Entwarnung – der Einsatz ist nun nicht mehr nötig. Das ergaben aktuelle Untersuchungen der Forstmitarbeiter.

Hierbei wurde an verschiedenen Stellen mit Hilfe von Probefällungen die Vermehrung der Forleule genauestens unter die Lupe genommen. „Wir haben uns jeden Zweig angeguckt und nach Eiern abgesucht“, erläutert Thrun das Verfahren.

Die aktuellen Auswertungen der Probefällungen zeigen, dass das Vorkommen der Forleule „in vielen Bereichen völlig unkritisch ist“, so Thrun.

Die Gefährdungsziffer 1, welche den Kahlfraß bedeute, wurde nicht überschritten. Grund dafür waren die im April deutlich wärmeren Temperaturen, durch die sich die Eier im Leib der Forleulen-Weibchen nicht optimal entwickeln konnten.

Waldbesitzer sollen weiter beobachten

Eine komplette Entwarnung gibt es deshalb aber nicht, denn in zwei Waldgebieten nahe Welsickendorf und in einem Gebiet in Niendorf liegt die Gefährdungsziffer nur ganz knapp unter 1.

Deshalb empfiehlt Stephan Thrun den Waldbesitzern aller untersuchten Flächen auch weiterhin wachsam zu sein und die Entwicklung ihrer Kiefern genauestens zu beobachten.

Sollten in den Waldgebieten die Kiefernnadeln abfallen und lichte Stellen auftreten, könnte dies ein Anzeichen für das Absterben des Baumes sein.

Beratung mit dem Fachmann

Grund dafür unruhig zu werden sei das jedoch noch nicht. „Die Kiefer hat ein recht gutes Regenerationsvermögen“, erklärt Thrun. Der Jüterboger Förster rät Waldeigentümern deshalb bei auffälligen Veränderungen zunächst einen Fachmann zu informieren.

Zusammen mit dem zuständigen Revierförster könne dann beraten werden, ob ein Baumfällung nötig ist. Falls dies der Fall sein sollte, stünden jedoch Fördermittel für Neupflanzungen bereit.

Natürliche Bekämpfung ohne Chemie

Allerdings werden die abgestorbenen Kiefern dann durch Laub- und Mischbäume ersetzt. Denn eine gesunde Durchmischung der Wälder sorge dafür, dass die Vermehrung der Schädlinge durch entsprechende Gegenspieler ganz natürlich gestoppt wird.

Zudem empfiehlt Stephan Thrun den Waldbesitzern, sich intensiver mit den Jägern abzusprechen. Denn durch das vermehrte Wild würde der natürliche Wuchs von Eichen, Birken oder Eschen verhindert. Sie zählen nämlich zu den liebsten Nahrungsmitteln der freilebenden Säugetiere.

Von Isabelle Richter

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