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Teltow-Fläming Keine Filmfestspiele ohne die Region
Lokales Teltow-Fläming Keine Filmfestspiele ohne die Region
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19:22 06.02.2019
Burghart Klaußner ist Brecht in dem Dokudrama von Heinrich Breloer. Der interviewte dafür die am Mellensee lebende Vera Tenschert. Quelle: Konietzny/WDR
Dahmeland-Fläming

Ob Bertolt Brecht wohl auch mal am Mellensee gewesen ist? Auf jeden Fall verschlug es das Team um Filmregisseur Heinrich Breloer dorthin, um mehr über Brechts Leben zu erfahren. Denn Vera Tenschert lebt dort, und sie hat den großen Autor noch persönlich erlebt, wurde 1954 als blutjunge Fotografin von ihm am Berliner Ensemble angestellt. Für Breloers Dokudrama „Brecht“ hat sie davon erzählt. Am Samstag wird der Film seine Uraufführung während der Berlinale haben. Im Haus der Berliner Festspiele wird die mit fiktiven Spielszenen angereicherte Brecht-Dokumentation ab 15 Uhr zu sehen sein.

Die frühere Fotografin des Berliner Ensembles wurde von Heinrich Breloer für dessen Brecht-Dokudrama interviewt. Hier ist sie auf ihrem Grundstück am Mellensee zu sehen. Quelle: Karen Grunow

Vera Tenschert ist ganz gespannt, sie hat selbst noch nicht gesehen, was aus Breloers jahrelanger Beschäftigung mit Brecht geworden ist. „Ich finde, es ist eine interessante Besetzung“, sagt sie über Hauptdarsteller Burghart Klaußner als der berühmte Dramatiker und Adele Neuhauser als seine Frau Helene Weigel. Auf die beiden sei sie sehr neugierig, erzählt sie. Im März wird der Film als Mehrteiler im Fernsehen ausgestrahlt.

Breloer selbst betont zu seinem Dokudrama: „Es ist in jedem Fall wichtig, dem viel zitierten Brecht auch auf der Bühne seines alltäglichen Lebens zu begegnen. Brecht hat einen Vorhang über sein persönliches Leben gesenkt. Aus den frühen Tagebüchern wurden Arbeitsberichte.“ Brecht habe den Blick auf sich selber als Privatperson für überflüssig und uninteressant gehalten, so Breloer, der während der Internationalen Berliner Filmfestspiele und dann im TV eben auch ein sehr persönliches Bild des bedeutenden Mannes vorstellen wird.

Erinnerung an den in Ludwigsfelde geborenen Baumann

Gleich mit zwei Berlinale-Filmvorführungen wird übrigens an den 1939 in Ludwigsfelde geborenen und im vergangenen Jahr verstorbenen Schauspieler Hilmar Baumann erinnert. Unter anderem am 13. Februar um 19.30 Uhr im Cinemaxx am Potsdamer Platz wird der 1982 entstandene Defa-Film „Das Fahrrad“ gezeigt. Bereits übermorgen ist „Die Taube auf dem Dach“ von 1973 zu sehen, ebenfalls eine herausragende DDR-Produktion.

In und rund um Berlin wurde bereits 2017 intensiv gedreht für die Serie „8 Tage“, die im Rahmen der Reihe „Berlinale Special“ im Berliner Zoo-Palast vorgestellt wird. Auch in Teltow-Fläming entstanden für das Weltuntergangsszenario einige Szenen. Ein Asteroid rast auf die Erde zu, droht, mitten in Deutschland einzuschlagen. Acht Tage bleiben den Menschen noch, um dem Unheil zu entkommen, Chaos bricht aus. Zu den Stars der Serie, die ab März auf dem Bezahlsender Sky laufen wird, gehören der Berliner Tatort-Kommissar Mark Waschke, die bereits mit einem Emmy Award prämierte Christiane Paul, Henry Hübchen, Devid Striesow und Fabian Hinrichs. Premiere der ersten beiden Episoden ist am 13. Februar um 16.45 Uhr im Zoo-Palast.

Auch für das Fernsehen wird oft in der Region gedreht

Christiane Paul übrigens stand erst im Sommer mit Ronald Zehrfeld vor der Kamera für „Was gewesen wäre“, gedreht wurde für diese Romanverfilmung unter anderem in Teupitz. Die Hauptstadt-Region und insbesondere Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming sind seit Langem etabliert als Drehziele. Insbesondere für das Fernsehen wurde im vergangenen Jahr so einiges gedreht in der Region. Das malerische Schloss Stülpe wurde im Sommer Handlungsort des ARD-Märchenfilms „Die Galoschen des Glücks“. In Horstwalde entstanden im Herbst Szenen für den Kinofilm „Adventure of a Mathematician“.

Während der Berlinale selbst werden übrigens auch noch mal zahlreiche der Filme vorgestellt, die nun in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis Lola gelandet sind. Mit dabei ist das Roadmovie „25 km/h“ , für das Lars Eidinger und Bjarne Mädel unter anderem in Zossen drehten. Und „Das schönste Mädchen der Welt“ entstand zum Teil in Schönefeld. Teltow-Fläming wurde außerdem für „Atlas“ Kulisse. Kleine Einschränkung gilt für diese Auswahl: Während Filmfans für alle anderen Filme der Berlinale Karten erwerben können, sind die Lola-Kandidaten nur akkreditierten Festivalbesuchern zugänglich.

Der in Niendorf lebende Regisseur Rudolf Thome erhält den Ehrenpreis des Verbands der Deutschen Filmkritik. Serpil Turhan (r.) hält die Laudatio. Quelle: Karen Grunow

Generell aber gilt bei der Berlinale: Karten gibt es immer ab drei Tage vor der jeweiligen Vorstellung, online ist stets ein kleines Ticket-Kontingent verfügbar. Über eine besondere Auszeichnung kann sich der in Niendorf lebende Regisseur Rudolf Thome freuen. Er erhält am 11. Februar den Ehrenpreis des Verbands der Deutschen Filmkritik (VDFK). „Thome ehren wir als Porträtist von Liebesbeziehungen und Beziehungsproblemen sowie als Regisseur der Frauen“, heißt es dazu vom VDFK. „An dieses ebenso einfache wie radikale Kino zu erinnern, ist heute mehr denn je angesagt“, heißt es weiter. Seine Tochter Joya übrigens ist von den VDFK-Mitgliedern in der Kategorie Bester Kinderfilm nominiert worden für „Die Königin von Niendorf“, gedreht am Wohnort ihres Vaters und bereits vielfach ausgezeichnet.

Eine Erinnerung an ein berühmtes Autorenpaar, das lange in Siethen lebte, wird die Berlinale-Filmvorführung zum diesjährigen Heiner-Carow-Preis am 14. Februar um 17 Uhr im Berliner Kino International. „Sie nannten ihn Amigo“ entstand 1959, Heiner Carow war der Regisseur, gemeinsam mit Wera und Klaus Küchenmeister arbeitete er am Drehbuch. Mehr als 30 Jahre lang hatte das Paar am Siethener See gelebt. Zuletzt wohnte Wera Küchenmeister in einer Seniorenwohngemeinschaft Blankensee, wo sie im Jahr 2013 starb.

www.berlinale.de

Von Karen Grunow

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