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Teltow-Fläming Zu wenige Kita-Plätze in Teltow-Fläming
Lokales Teltow-Fläming Zu wenige Kita-Plätze in Teltow-Fläming
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16:20 01.02.2019
Derzeit entsteht an der Luckenwalder Kita Rundbau ein Anbau. Damit werden 40 zusätzliche Plätze geschaffen.
Derzeit entsteht an der Luckenwalder Kita Rundbau ein Anbau. Damit werden 40 zusätzliche Plätze geschaffen. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Insgesamt 14.612 Plätze zur Kindertagesbetreuung standen im vergangenen Jahr im Landkreis Teltow-Fläming zur Verfügung, davon 13.715 in Kitas. In diesem Jahr werden es insgesamt 15.191 Plätze sein. Laut Kita-Bedarfsplanung des Landkreises, die jetzt bis zum Jahr 2020 fortgeschrieben wird, werden für das nächste Jahr insgesamt 15.424 Plätze prognostiziert, davon 14.519 in Kindertagesstätten, 409 in der Kindertagespflege und 496 in alternativen Angeboten. Darüber informierte Annette Gussow, Jugendhilfeplanerin beim Landkreis, den Jugendhilfeausschuss des Kreistages.

Die höheren Platzkapazitäten werden vor allem durch Neu- und Erweiterungsbauten, Kita-Container als Übergangslösungen, bauliche Veränderungen und befristete Ausnahmeregelungen, zum Beispiel für alternative Angebote, erreicht.

An der Luckenwalder Kita „Sunshine“ ist ein Erweiterungsbau geplant. Quelle: Elinor Wenke

Der Bedarf an Plätzen wird sich in den einzelnen Kommunen sehr unterschiedlich entwickeln und trotz aller neu geschaffenen Kapazitäten auch im Jahr 2020 nicht gänzlich gedeckt werden können. Laut Annette Gussow fehlten im vergangenen Jahr in Teltow-Fläming bei den Kindern bis zum Schuleintritt 456 Plätze. In diesem Jahr werden es 330 fehlende Plätze sein und im Jahr 2020 immer noch 317. Im Hortbereich lag das Defizit im vergangenen Jahr bei 76 Plätzen, in diesem Jahr sind es 100 und im kommenden Jahr mehr als 100.

Klare Defizite in Luckenwalde

Während in der Gemeinde Niedergörsdorf der Bedarf bis zum Jahr 2020 gedeckt werden kann, gibt es beispielsweise in Jüterbog, Baruth, der Gemeinde Am Mellensee, der Gemeinde Niederer Fläming und im Amt Dahme eine eingeschränkte Versorgung. Klare Defizite sind weiterhin in der Stadt Luckenwalde und dem gesamten Norden des Landkreises zu erwarten. In der Gemeinde Nuthe-Urstromtal ist eine gute Versorgung möglich. „Mit den Ausnahmeregelungen werden wir mittelfristig weiter leben müssen“, kündigte Annette Gussow eine Konsequenz aus der Bedarfsplanung an. „Auch sind die Kindertagespflegestellen weiterhin erforderlich“, berichtete die Jugendhilfeplanerin. Langfristiges Ziel des Kreises ist es, neue Tagespflegepersonen zu gewinnen und die bestehenden Stellen durch eine bessere finanzielle Förderung zu halten.

Alternative Angebote

Auch alternative Angebote sollen laut Gussow weiterentwickelt werden, um Versorgungslücken zu schließen. Die Trägervielfalt ist gesetzlich verankert und soll laut Bedarfsplanung erhalten werden. Nicht berücksichtigt sind laut Annette Gussow gesetzliche Änderungen zur Personalstruktur. Auch diesbezüglich erwartet die Kreisverwaltung zeitweilige Defizite.

Als Kriterien zur Aufnahme in den Kita-Bedarfsplan wird neben dem quantitativen Bedarf, einem geeigneten pädagogischen Konzept und der Erreichbarkeit unter anderem auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Beispiel hinsichtlich der Öffnungszeiten, genannt. Der Kita-Bedarfsplan soll in diesem Jahr aktualisiert und nach dem Jahr 2020 fortgeschrieben werden.

Von Elinor Wenke