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Teltow-Fläming Jazzfestival „umrangiert“ geht in die zweite Runde
Lokales Teltow-Fläming Jazzfestival „umrangiert“ geht in die zweite Runde
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11:13 10.07.2019
Saxofonist Walter Gauchel und Pianist Ekkehard Wölk treten am 1. August beim Festival „umrangiert“ auf. Quelle: Frank Wiemers/PR
Klasdorf

„Eigentlich ist fast alles eingetütet“, sagt Petra Liesenfeld über das bevorstehende Jazzfestival „umrangiert“, das vom 31. Juli bis zum 4. August in Klasdorf stattfinden wird. Zum bereits zweiten Mal, denn 2018 trauten sich die Akteure vom Verein „Jazz und Mehr“, ihr bis dato auf der Insel Hiddensee fest etabliertes und erfolgreiches Festival mitten in die Mark Brandenburg und in den Bahnhof Klasdorf zu verlegen. Es wurde quasi „umrangiert“, so lautet passenderweise eben auch der Titel. Und dort wurde es ebenfalls ein Erfolg, lockte viele Jazzfans in den Bahnhof. „Die meisten Besucher kamen aus der Umgebung“, schätzt Petra Liesenfeld.

Klaus Axenkopf und Petra Liesenfeld gehören zu den Organisatoren des Festivals. Quelle: Karen Grunow

Zwei Veranstaltungen pro Festivaltag im Bahnhof

Zum Konzept gehört, dass es an jedem der Tage nicht nur zwei Veranstaltungen im Bahnhof gibt, sondern überdies Workshops im Kulturhof Klasdorf. Den betreibt Petra Liesenfeld gemeinsam mit Klaus Axenkopf, die beiden Musiker werden das Festival am 31. Juli auch eröffnen. Sängerin Liesenfeld und Kontrabassist Axenkopf nennen sich als Duo Lizz, werden diesmal zusätzlich noch Schlagzeuger Tom Dayan dabei haben. Am selben Abend wird dann noch das Uri Gincel Trio erwartet. Den Pianisten und Bassist Andreas Lang sowie Schlagzeuger Moritz Baumgärtner gewonnen zu haben für „umrangiert“, freut Petra Liesenfeld und Klaus Axenkopf sehr. Wie sie überhaupt mit großer Vorfreude den fünf Festivaltagen entgegenblicken.

Am 1. August kommen mit Saxofonist Walter Gauchel und Pianist Ekkehard Wölk zwei der renommiertesten Jazzmusiker nach Klasdorf. Außerdem Kerstin Brokate und Peter Kuhz, die mit Querflöte und klassischer Gitarre Kompositionen von Jürg Kindle vortragen werden. In dessen Stücke fließen Jazz, Klassik, Rock oder Tango ein. Die beiden gehören übrigens auch zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Jazz und Mehr“. Peter Kuhz wird auch selbst einen Workshop anbieten.

Fee Stracke (vorn) kommt mit ihrem Quartett am 4. August zur mittäglichen Matinee nach Klasdorf. Quelle: Dovile Sermokas

Mongolischer Obertongesang zum Abschluss

Insgesamt neun gibt es an den Festivaltagen; weniger als im vergangenen Jahr, denn der Zuspruch war nicht so gut wie erhofft. „Vielleicht dachten die Leute, das sei nur für Profis“, überlegt Petra Liesenfeld. Und betont: „Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Einfach mutig sein!“ Die Gelegenheit jedenfalls ist eine Besondere; denn mehrere der bei „umrangiert“ auftretenden Musiker werden diese Workshops durchführen, es gibt einen zu den Grundlagen des Blues, Tangokurse, einen für Salsa – sowohl zum Tanzen als auch zum Musizieren –, Songwriting, Gitarre oder Improvisation.

Ein sehr ungewöhnliches Angebot beschließt das Festival am Sonntagnachmittag, 4. August. Mongolischer Obertongesang kann erlernt werden. An jenem Tag wird die in der Mongolei sehr bekannte Band Börte erwartet. Das passt sehr gut zum Ort, denn Klasdorf ist ein Ortsteil Baruths, und die Stadt unterhält eine sehr intensive Partnerschaft mit der mongolischen Stadt Murun. „Da mache ich mit“, ist Petra Liesenfeld jedenfalls selbst schon sehr neugierig auf den Workshop nach dem Konzert.

Flunker Produktionen aus Wahlsdorf treten mit Theater für Erwachsene auf. Quelle: VRENI ARBESVRENI ARBES

Die Berliner Pianistin Fee Stracke wird mit ihrem Quartett ebenfalls am letzten Festivaltag auftreten. Möbel der klassischen Moderne – etwa von Ludwig Mies van der Rohe oder Kaffeehaus-Stühle von Thonet – inspirierten sie zu ihren Kompositionen. „Meine Stücke sollen wie Stühle und Möbel sein, die wir ja auch individuell nutzen und bespielen“, sagte sie mal über das Zusammenspiel mit ihren drei Kollegen.

Bekannte und neue Musiker sind dabei

Schon im vergangenen Jahr waren die Wahlsdorfer Theaterleute von Flunker Produktionen dabei. „A, weil wir die lieben, und B, weil es super besucht war“, erklärt Liesenfeld die neuerliche Einladung. Diesmal gibt es „Das Bestiarium der Emotionen“, „eine gratwandernde musikalische Show zwischen merkwürdig, lustig und abgrundtief“ heißt es dazu. Das ist dann am 3. August. Dann kommt auch Beat Freisens Spelunkenorchester. Dahinter stecken ein klassisches Streichquartett und ein Jazztrio, die seit 2006 als Spelunkenorchester erfolgreich sind. Schon im „umrangiert“-Vorgänger auf Hiddensee begeisterte die Truppe um Schlagzeuger und Komponist Beat Freisens mehrfach.

Am 2. August werden Good Vibes im oder am Bahnhof auftreten, das fünfköpfige Ensemble bewegt sich zwischen Chansons, Popsongs und Vocal-Jazz. Bevor jedoch der Abend beginnt, gibt es erst einmal Tango-Kurse, damit die Besucher beim zweiten Act Cantango Nuevo auch mittanzen können. Hier ist wieder Klaus Axenkopf mit dabei.

Musiker wohnen auf dem Kulturhof

Mit ihm und Petra Liesenfeld werden während des Festivals die meisten der anreisenden Musiker auf dem Kulturhof wohnen. „Teilweise mit Zelt und Wohnwagen“, erinnern sie sich an das vergangene Jahr. Andere Akteure des Vereins kümmern sich dann um die Versorgung der vielen Übernachtungsgäste, die das entspannte Miteinander auf dem gemütlichen Hof schätzen.

Wieder andere betreuen bei den Konzerten den Einlass. „Es ist wie Familie“, sagt Petra Liesenfeld über das Team, das über die Jahre auf Hiddensee zusammengewachsen ist. „Viele derjenigen, die sich engagieren, haben vorher gar nichts mit Jazz zu tun gehabt“, verrät sie. Aber die Begeisterung für die Energie dieser Musik, die lockt sie nun eben auch nach Klasdorf. Und viele andere dann ab Ende Juli sicherlich ebenfalls.

Hier gibt es weitere Informationen.

Von Karen Grunow

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