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Teltow-Fläming Naturpark wirbt für mehr Blüten auf Äckern und Wiesen
Lokales Teltow-Fläming Naturpark wirbt für mehr Blüten auf Äckern und Wiesen
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06:18 19.07.2018
Setzen auf Blühangebote: Ariane Hofman (l.) und Kordula Isermann Quelle: Gudrun Ott
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Kleinbeuthen

Für mehr Blüten an Ackerstreifen will sich die Leiterin des Naturparks Nuthe-Nieplitz, Kordula Isermann, einsetzen. Vor allem Bauern will sie davon überzeugen, auf sogenannte Blühstreifen zu achten und die Wiesenmahd zu reduzieren. Dreh- und Angelpunkt sei die Motivation der Agrarbetriebe – nur mit ihnen zusammen und auf einer tragbaren wirtschaftlichen Grundlage könne es Veränderungen geben, sagt Isermann: „Die ökologische Betriebsberatung steckt im Land Brandenburg noch in den Kinderschuhen. Eine wichtige Funktion, die in kleinem Rahmen von Naturparken und Biosphärenreservaten ausgefüllt wird.“

Wenig Raum für Insekten

Landwirte der Region wirtschaften unter schwierigen Bedingungen; 75 Prozent der Böden gelten als ertragsschwach. Und in einem extrem trockenen Jahr wie diesem, wird jedes Stückchen Wiese gemäht, weil Futter für die Nutztiere gebraucht wird. Da bleibt wenig Raum für Insekten. Zwar wurden mancherorts Blühstreifen angelegt, zum Beispiel vom Ahrensdorfer Öko-Landwirt Erhard Thäle, aber die sind wegen des ausbleibenden Niederschlags längst nicht alle aufgegangen.

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Naturgarten in Kleinbeuthen zeigt reichhaltiges Blütenangebot

Wie ein reichhaltiges Blütenangebot für Insekten aussehen kann, zeigt Ariane Hofmann in ihrem „Hortus Terrigenus“ in Kleinbeuthen, wo sie sich kürzlich mit Isermann beriet. Blüten seien nicht nur Nahrung, sondern auch Rendezvousplatz für viele Insekten, so Hofmann: „Natürlich ist es nötig, Wiesen zu mähen, aber es ist wichtig, dass Teile von der Mahd ausgenommen werden.“ Wildbienen etwa können nur kurze Flugstrecken zurücklegen. In aller Regel nicht mehr als 200 Meter. Wiesensalbei, Flockenblumen oder der Gewöhnliche Natternkopf gelten als hochwertige Pollen- und Nektarlieferanten, die auch von Schmetterlingen wie Dickkopffalter, Distelfalter, Großer Kohlweißling oder Schwalbenschwanz besucht werden.

Ökosystem vor dem Kollaps

Hofmann beruft sich unter anderem auf den amerikanischen Biologen Edward O. Wilson, der gesagt hat: „Es sind die Kleinsten, die unsere Welt am Laufen halten.“ Inzwischen hat der Bestand der Wildbienen dramatisch abgenommen. „Nur wenn wir im Garten und in der Landwirtschaft darauf achten, dass immer ein reiches Blühangebot vorhanden ist, können wir verhindern, dass unser Ökosystem kollabiert“, warnt Hofmann. Sie ist Mitglied der Potsdamer Entomologen (Insektenkundler) und leitet den Verein Naturgarten Berlin/Brandenburg. Ariane Hofman und Ehemann Mario erhielten beim Gartenwettbewerb 2017 eine Anerkennung für die Schaffung eines Landschaftsgartens auf renaturierten Flächen.

Figurentheater zu Gast

Am 22. Juli um 13 Uhr gastiert bei ihnen im „Hortus Terrigenus“ das Havelländische Figurentheater mit dem Stück „Die gestohlene Krone“. Es richtet sich an Kinder ab drei Jahre und erzählt von einer wunderschönen Blumenwiese.

Von Gudrun Ott