Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Trotz Arbeit reicht das Geld für diese sechsköpfige Familie kaum zum Leben
Lokales Teltow-Fläming Trotz Arbeit reicht das Geld für diese sechsköpfige Familie kaum zum Leben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 22.12.2019
Familie Misch vor Hertha-Fahnen im Wohnzimmer: Die Eltern Nick und Christine Misch mit ihren Kindern Jazmin Pauline, Julina Denise, Gianluca und Xaiver Roland (v.l.). Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Die siebenjährige Jazmin Pauline stürmt gleich auf den Besucher zu. „Hallo, wer bist du?“, fragt sie und guckt strahlend nach oben. Auch ihr acht Jahre alter Bruder Xaiver Roland kommt angerannt. Und Julina Denise, 16, sowie Gianluca, 13, begrüßen den Gast ebenfalls gleich im Flur. Umringt von der fröhlichen Schar geht es schnurstracks ins Wohnzimmer.

Von Zossen nach Königs Wusterhausen

Die Eltern Christine und Nick Misch verfolgen gelassen den Trubel. Sie haben ihn schließlich jeden Tag. Die sechsköpfige Familie zog vor sechs Jahren von Zossen nach Königs Wusterhausen. Mischs haben sich längst gut eingelebt. Sie fühlen sich wohl. Vater Nick bekam Arbeit bei einem Umzugsunternehmen. Manchmal ist der 34-Jährige erst spätabends wieder daheim. Es kommt auch vor, dass er einige Tage unterwegs ist. Das hängt von dem Auftrag ab, der zu erledigen ist. „Man weiß nie, wie lange ein Umzug dauert. Aber ich habe mir den Job ja ausgesucht, das ist normal für mich“, sagt er.

Spenden für MAZ-Sterntaler

Seit 2013 organisiert der MAZ-Regionalverlag Dahmeland-Fläming zusammen mit dem DRK-Kreisverband Spreewald-Fläming die Weihnachtsaktion Sterntaler. Leser helfen mit Spenden Familien in schwierigen Situationen und ermöglichen ihnen so ein besonderes Weihnachtsfest.

Das Spendenkonto wird vom DRK verwaltet, das auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Die Kontodaten lauten:

DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e.V., Mittelbrandenburgische Sparkasse, IBAN: DE30 1605 0000 3633 0275 39, BIC: WELADED1PMB. Stichwort: Sterntaler.

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt, kann seine Adresse im Verwendungszweck angeben. Die Namen der Spender werden veröffentlicht. Wer das nicht möchte, kann dies ebenfalls im Verwendungszweck vermerken.

Vater ist der Hauptverdiener

Vom schwer erarbeiteten Geld, das er nach Hause bringt, lebt die Familie hauptsächlich. Mama Christine steuert ein bisschen bei. Die 37-Jährige arbeitet einige Stunden in der Woche für eine Reinigungsfirma, muss morgens um vier aus dem Haus. Zusammen verdienen die Eltern gerade so viel, dass sie staatliche Hilfen nicht beanspruchen können. Trotzdem reicht es kaum zum Leben.

Blick voraus

Beide beklagen sich nicht darüber. Sie schauen voraus. Christine Misch, die eine Kauffrau-Lehre abgebrochen hat, würde gerne bald auch ganztags als Putzfrau arbeiten. Wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten ihres Mannes ist das im Moment schwierig. Es müsste daher etwas in der Nähe sein, damit sie für die Kinder pünktlich zu Hause ist, sagt sie.

Nicht das Geld zählt

Gianluca und Julina Denise haben sich mit ins Wohnzimmer gesetzt, die beiden Kleinen spielen im Kinderzimmer. Christine Misch redet offen über die finanzielle Situation der Familie. „Wir haben den Kindern von Anfang an erklärt, dass es nicht aufs Geld ankommt, sondern dass man füreinander da ist“, sagt sie. „Sie wissen, dass wir nicht alle Wünsche erfüllen können, aber das wir unser Bestes geben.“

Unterstützung von Familie

Viele Wünsche können oft nur mit Hilfe anderer Menschen erfüllt werden. Und das geschieht auch. „Wir haben eine super Familie, die uns unterstützt“, sagt Christine Misch. So hat eine Tante den jüngsten Ausflug in den Berliner Tierpark bezahlt. Die Kinder wollten unbedingt einmal die Eisbärin Hertha sehen.

Eingefleischte Hertha-Fans

Der Name hat für Mischs einen besonderen Klang. Denn sie sind eingefleischte Fans des Hauptstadtclubs Hertha BSC, allen voran Vater Nick. „Hertha ist mein zweites Leben“, sagt er. In der Wohnung ist das unübersehbar. Blauweiß dominiert. Vor einem Fenster hängen zwei große Fahnen, über der Wohnzimmertür prangt eine ganze Sammlung von Schals. Der Fußball ist der einzige Luxus, den sich die Familie leistet. Der Papa bekommt jedes Jahr eine Dauerkarte für die Hertha-Heimspiele. Alle Kinder waren auch schon im Stadion, immer wieder mal darf einer von den Vieren mit. Der Hertha-Gemeinschaft verdankt Christine Misch ihren Job. Ein Fan gab ihr den Tipp, es bei der Reinigungsfirma zu versuchen.

Wunschzettel zu Weihnachten

Weihnachten feiert die Familie zu Hause. Für die Sterntaler-Aktion der MAZ haben die Kinder gesagt, was sie sich wünschen. Bei Manga-Fan Julina Denise steht die Tokyopop-Figur Nami ganz oben auf der Liste. Ihre Geschwister müssen ebenfalls nicht lange überlegen: Toniebox, Nintendo Switch und PS 4 stehen auf ihren Wunschzetteln. Der Papa braucht ein neues Fahrrad für die tägliche Fahrt zur Arbeit, sein altes fällt auseinander. Die Kinder blicken fragend ihre Mutter an. „Ich wünsche mir eigentlich nichts“, sagt sie. Dann fällt ihr ein, dass die Trommel des Wäschetrockners kaputt ist. „Ein Ersatz wäre schön.“

Von Frank Pawlowski

Die Abteilung für Umlandarbeit unterstützt Veranstaltungen, Vereine und Einrichtungen in der Flughafenregion mit Spenden, Sponsoring und ehrenamtlichen Einsätzen. Im frisch jüngst erschienenen Jahresbericht wird Bilanz gezogen.

12.12.2019

Ein Entwurf zum dritten Bauabschnitt soll vorgelegt und anschließend in den Ausschüssen und unter den Gemeindevertretern besprochen werden.

11.12.2019

Am BER sollen Lärmentgelte erstmals individuell berechnet werden. In der Branche regt sich bei einigen Fluggesellschaften Protest gegen die Pläne der Flughafengesellschaft.

11.12.2019