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Teltow-Fläming Kommunen sind findig bei der Suche nach Erziehern
Lokales Teltow-Fläming Kommunen sind findig bei der Suche nach Erziehern
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17:10 16.07.2019
Die neue Mega-Kita in Schönefeld bietet Platz für knapp 530 Kita- und Hortkinder. 60 Erzieher sollen dort arbeiten. Quelle: Josefine Sack
Dahmeland-Fläming

Als Udo Haase, Bürgermeister von Schönefeld, im vorigen Jahr seinen Personalbedarf für die örtlichen Kitas zusammenrechnete, schwante ihm, dass seine Gemeinde vor einem Problem steht.

Die Schönefelder entwickeln derzeit einen komplett neuen Stadtteil, der seit einem Jahr rasant Form annimmt. Große Baufirmen ziehen dort einen Block nach dem anderen hoch, und in die Wohnungen ziehen vor allem Familien. Sie bringen Kinder mit. Mutmaßlich viele.

Für die Kommune ist das nicht nur ein Platzproblem. Kita-Erzieher gehören seit Jahren zu den Fachkräften, an denen es in der Region am meisten mangelt. Diese Erfahrung machen derzeit praktisch alle Kommunen im Berliner Umland. Es gab zeitweilig sogar Kommunen, die keine Kinder mehr in ihren Einrichtungen aufnahmen, weil Erzieher fehlten. Und mit den inzwischen geplanten Kitabauten wächst der Bedarf überall weiter.

Kita der Superlative entsteht

Schönefeld baut derzeit eine neue Kita der Superlative. Sie wird zweistöckig sein, 524 Plätze haben – eine größere Kita gab es in Brandenburg noch nirgends. Allein dafür braucht die Gemeinde 60 Erzieher. Aber auch in anderen Ortsteilen nehme die Kinderzahl zu, sagt Haase. Außerdem gehen Erzieher in Rente, die ersetzt werden müssen. Der gesamte Personalbedarf beläuft sich laut Udo Haase auf 100 Kita-Erzieher allein in diesem Jahr.

In der Kartei der Arbeitsagentur sind derzeit im gesamten Landkreis Teltow-Fläming 30 arbeitslose Kitaerzieher eingetragen. Freie Erzieherstellen gab es 41. In Dahme-Spreewald ist das Verhältnis noch deutlich ungünstiger. Dort sind 70 freie Stellen gemeldet. Arbeitslose Bewerber gibt es weniger als 20. Einige davon seien gesundheitlich eingeschränkt, heißt es bei der Arbeitsagentur. Das bedeutet: Wer derzeit als Erzieher arbeitslos und einsatzfähig ist, wird sich vor Angeboten am Arbeitsmarkt kaum retten können. Wer aber auf der anderen Seite der Betreuungskette sitzt und eine freie Erzieherstelle besetzen muss, der hat ein Problem. Oder, wie in Schönefeld, 100.

Unterstützung vom Landkreis

Udo Haase ließ deshalb am Terminal des Flughafens ein riesiges Werbeplakat mit Stellenanzeigen aufstellen. Im Rathaus wurde jede Erzieherin angesprochen, die neu in die Gemeinde zog. Die Bilanz nach einem knappen Jahr intensiven Werbens: gut 40 Verträge sind unterschrieben. Damit stehe man schon relativ gut da, sagt Udo Haase. „Aber die 100 werden wir nicht zusammenbekommen. Vielleicht können wir die eine oder andere überreden, dass sie noch nicht in Rente geht, sondern länger bleibt“, so Haase.

Unterstützung bekommen die Kommunen inzwischen vom Landkreis. Als das Schönefelder Dilemma bekannt wurde, beschloss der Kreistag im vorigen Jahr kurzerhand, dass ein eigenes Ausbildungsprogramm für Erzieher am Oberstufenzentrum in Königs Wusterhausen eingerichtet wird. Das Programm beginnt im September. Die 50 Plätze seien inzwischen alle belegt, heißt es beim Kreis. An Interessenten für den Beruf scheint es zumindest nicht zu mangeln.

Von Oliver Fischer

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