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Teltow-Fläming SBAZV-Müllwerker auf Wachstumskurs
Lokales Teltow-Fläming SBAZV-Müllwerker auf Wachstumskurs
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11:03 27.12.2018
Hinweisschild auf dem Recyclinghof in Ludwigsfelde. Quelle: fotos: Pechhold (2)
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Ludwigsfelde

Wachstum, konstante Gebühren für private Haushalte, steigende Entgelte auf Recylinghöfen. Das kommt 2019 auf Kunden und Mitarbeiter des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbandes (SBAZV) zu.

„Alle Gebühren bleiben auf dem gleichen Niveau“, so Verbandsvorsteher Holger Riesner. Die Abholung von Hausmüll und Papier wird also nicht teurer. „Erstmals erfüllen unsere 160 Mitarbeiter nächstes Jahr für mehr als 300.000 Einwohner im Landkreis Teltow-Fläming und im Altkreis Königs Wusterhausen ihren Versorgungsauftrag.“ Alle Orte im so genannten Speckgürtel seien rasant gewachsen. „Das bereitet uns sowohl logistische als auch personelle Probleme.“ So hänge man bei der Anpassung der Tourenpläne an das gewachsene Abhol-Aufkommen hinterher. „Deshalb müssen die Müllwerker deutlich mehr Tonnen pro Tour leeren.“

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„Entsorgungskosten Tribut zollen“

Aktuell zählt die Fuhrpark-Flotte mehr als 50 Lkw. „Mit diesen Fahrzeugen haben wir 2010 begonnen, den Abfall selbst zu entsorgen“. Vorher fuhren private Entsorger im Auftrag des SBAZV den Müll ab. Riesner zufolge seien bald alle Lkw abgeschrieben. Deshalb müssten neue beschafft werden. „Dafür geben wir innerhalb von zwei Jahren mehrere Millionen Euro aus.“

Auf den Recyclinghöfen in Luckenwalde, Ludwigsfelde und Niederlehme steigen einige Entgelte für Reststoffe. „Da müssen wir den aktuellen Entsorgungskosten Tribut zollen“, so der SBAZV-Chef. Eine Tonne Bauschutt kostet künftig 53 statt bisher 47 Euro. Das ist Riesner zufolge eine moderate Erhöhung im Vergleich zur Kostenexplosion bei Dachpappe. Ursache ist eine bereits seit 2018 gültige Vorschrift. „Gutachter müssen jeden Container voller bei uns abgegebener Dachpappe auf Schadstoffe untersuchen“, so Riesner. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, entscheidet sich, ob der SBAZV für die Entsorgung 300, 750 oder 1800 Euro pro Tonne bezahlen muss. Wenn in dem Container Dachpappe mit viel Asbest oder Teer ist, wandert alles in eine Untertage-Deponie. „Diese Art der Entsorgung kostet pro Tonne 1800 Euro.“ Immer wieder seien Dachpappe-Container positiv auf Asbest getestet worden. „Glücklicherweise liegt das Verhältnis im Moment bei 4:1.“ Auf vier unbelastete Container kommt einer mit Asbest. Die Folge sind erhebliche Mehrkosten. Bisher gab der Verband diese Kosten nicht an die Bürger weiter. Das ändert sich ab Januar. Dann werden 769 Euro statt bisher knapp 300 oder 400 Euro pro Tonne Dachpappe fällig.

Annahmestopp für bestimmte Abfälle

Außerhalb des Verbandsgebietes angefallene Abfälle werden künftig auf den Recylinghöfen nicht mehr angenommen. Ausgangspunkt für diese Entscheidung sei eine erschreckende Entwicklung auf den Recyclinghöfen in Ludwigsfelde und Niederlehme gewesen, so Holger Riesner. „Wegen der deutlich günstigeren Entgelte haben wir uns zu einem interessanten Abfall-Anlieferort für Bürger aus Berlin und dem Brandenburger Umland entwickelt.“ Vor allem in Niederlehme bildeten sich oft lange Autoschlangen. „Da besteht zeitweise Gefahr für Leib und Leben, weil sich einige Kunden auf der Rampe fast über den Haufen fahren.“

Von Frank Pechhold