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Teltow-Fläming Krankenstand in der Region steigt
Lokales Teltow-Fläming Krankenstand in der Region steigt
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00:17 28.11.2013
Die Krankheitstage in der Region werden mehr. Dahmeland-Fläming liegt sogar über dem Landesschnitt. Quelle: dpa

Laut Bericht hat der Krankenstand in Dahmeland-Fläming im Jahr 2012 zugenommen. In Teltow-Fläming stieg die Zahl der Krankheitstage nach DAK-Informationen um 0,1 Punkte auf fünf Prozent, in Dahme-Spreewald sogar um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Damit liegt der Krankenstand in beiden Kreisen über dem Brandenburgischen Landesdurchschnitt – der liegt bei 4,9 Prozent.

Das heißt, in der Region waren von 1000 DAK-Versicherten an jedem Tag des Jahres 50 (Teltow-Fläming) beziehungsweise 52 (Dahme-Spreewald) Arbeitnehmer krank zu Hause. Knapp 30.000 Menschen sind in beiden Landkreisen bei der DAK versichert.

„Der steigende Krankenstand in der Region ist ein negatives Signal“, sagt Lutz Schäfer von der DAK. „Damit sich die Entwicklung positiv umkehrt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Zu einem gesunden Leben gehört auch der wichtige Bereich der Arbeit“, sagt der Krankenkassen-Sprecher weiter. Ein wichtiges Instrument, um den Krankenstand einer Belegschaft zu senken sei ein gezieltes Gesundheitsmanagement.

Häufigster Grund für den Arbeitsausfall sind nach Statistik der Krankenversicherung Muskel- und Skelett-Erkrankungen. Die Fälle nahmen in Dahmeland-Fläming um mehr als 13 Prozent zu. In Teltow-Fläming sind Verletzungen und Vergiftungen zweithäufigste Diagnose auf dem Krankenschein, in Dahme-Spreewald sind es Atemwegsbeschwerden wie Erkältungen oder Bronchitis. Eine Untersuchung der Krankenkasse zeigt auch, dass in den vergangenen zwölf Jahren die Fehltage der Brandenburger bei psychischen Erkrankungen um 151 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig gingen aber die Krankschreibungen bei Atemwegserkrankung und bei Herz-Kreislauf-Beschwerden zurück. Laut den Experten liegt das daran, dass Ärzte inzwischen anders mit den seelischen Leiden ihrer Patienten umgehen. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, erklärt Lutz Schäfer.

Der Begriff Burnout fällt in den vergangenen Jahren auch besonders häufig. Im Gesundheitsreport der DAK wird die Diskussion über den Anstieg der Diagnose aber relativiert. In Brandenburg tritt die Diagnose Depression acht Mal häufiger auf als Burn out. Eine Verbreitung von Burnout durch Belastung im Job werde überschätzt, sagt Schäfer. „Es ist offensichtlich kein Massenphänomen. Es ist eine Art Risikozustand und keine Krankheit.“ Mit steigender Erreichbarkeit im Beruf erhöhe sich auch das Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken. Jeder vierte Beschäftigte, der ständig erreichbar ist, leidet unter einer Depression. „Für diese kleine Gruppe hat der Wegfall der Grenze zwischen Beruf und Privatleben einen hohen Preis“, sagt Schäfer.

In der Region kann aber der Großteil der Beschäftigten den Feierabend genießen. Zwei Drittel der Teilnehmer einer DAK-Umfrage haben noch nie einen Anruf außerhalb ihrer Arbeitszeit bekommen, 70 Prozent bekommen nach Dienstschluss auch keine E-Mails aus dem Büro auf den heimischen Rechner.

Von Nadine Pensold

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