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Teltow-Fläming Kriegsopfer erhalten Platz des Gedenkens
Lokales Teltow-Fläming Kriegsopfer erhalten Platz des Gedenkens
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13:42 18.11.2013
Bei der Enthüllung der Namenstafeln gestern in Trebbin.
Bei der Enthüllung der Namenstafeln gestern in Trebbin. Quelle: Margrit Hahn
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Trebbin

„Vor zwei Jahren haben Gemeindemitglieder darauf hingewiesen, dass hier in Trebbin ein Gedenkort für die Opfer des Zweiten Weltkrieges fehlt“, sagte Pfarrer Jürg Albrecht Wildner. Die Veranstaltung wurde gleich genutzt, das Versäumnis nachzuholen. Feierlich wurden die Namenstafeln für die Trebbiner Gefallenen des Zweiten Weltkrieges enthüllt. Zu verdanken ist dies Waltraud Giller und Renate Schütze. Sie hatten sich an den Trebbiner Heimatverein gewandt. Es gab Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Pfarrer und es folgten umfangreiche Recherchen. „Zwischenzeitlich dachten wir schon, wir müssten die Sache aufgrund fehlener Finanzen verschieben“, berichtete die Vereinsvorsitzende Monika Ochotzki.
Sie wurde am Sonntag oft auf dem Friedhof angesprochen, auch von Rita Weber, die vergeblich den Namen ihres Vaters Walter Rumland suchte. „Wir wissen, dass noch etliche Namen fehlen. Es werden auch noch weitere Tafeln angebracht. Allerdings nicht mehr in diesem Jahr“, sagte Ochotzki.

„Traditionell wird an diesem Tag der Toten der Kriege und Gewaltherrschaften gedacht. Leider haben auch viele Jahrzehnte des Gedenkens Kriege und Gewaltherrschaften nicht verhindern können“, sagte Bürgermeister Thomas Berger (CDU) in seiner Rede. Darin gab er am Sonntag auch einen sehr persönlichen Einblick, als er von Träumen berichtete, in denen er erschossen wird. In der Psychologie sei das eine ganz gewöhnliche und sehr häufige Traumerscheinung, die für ein verletztes Gefühl stehe, sagte er. Jedes Mal hatte er eine tiefe Todesangst, die mit keiner anderen reellen Angst vergleichbar ist.

„Die Gewehrkugel kommt im Traum auf mich zu, ich kann sie ganz deutlich sehen, habe panische Angst vor dem Eindringen in meinen Körper und der Vorstellung, dass ich in der nächsten Sekunde nicht mehr sein werde“, erzählte Berger. Doch dann befreit ihn ein völlig anderer Traum aus dieser Angst. „Für die Menschen im Krieg gibt es aber keinen Szenenwechsel in den nächsten Traum. Für sie ist das Leben für immer beendet“, sagte Berger. „Ich habe mich in ihren Worten sehr gut aufgehoben gefühlt“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke). Pfarrer Wildner bat die Besucher anschließend ins Clauerthaus. Dorthin hatte er Zeitzeugen eingeladen, die über ihre Kriegserlebnisse berichteten.

Von Margrit Hahn

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